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    FUßBALL:

    Ende einer langen Durststrecke

    Ausgelassen bejubelten die Spieler der SG Stetten I/Nordheim II die Meisterschaft in der B-Klasse und nach acht Jahren die Rückkehr in die A-Klasse. Foto: Anand Anders

    Allen Grund zum Feiern hatten die Stettener in den letzten Wochen. Pünktlich zum 45. Stetten-Turnier, das in diesem Jahr in Stetten/Rhön stattfand, durften die Fußballer der SG Stetten I/Nordheim II die Meisterschaft in der B-Klasse Rhön 3 bejubeln. „Vor zwei Jahren hatten wir uns zusammengesetzt und als Ziel ausgegeben, den Spielbetrieb bis zum von uns ausgerichteten Stetten-Turnier 2019 aufrecht zu erhalten. Dass wir dann ausgerechnet in diesem Jahr auch noch Meister werden, ist natürlich ein Traum“, sagt Spielertrainer Oliver Zehe.

    „Ein leidensfähiger Verein“

    Zehe hat den TSV Stetten in den letzten Jahren geprägt wie kaum ein Zweiter. Neben seiner Tätigkeit als Spieler und Trainer bekleidet er zudem auch das Amt des Vorsitzenden beim TSV. „Wir sind ein kleiner Verein, der sehr leidensfähig ist“, sagt er und denkt dabei an die Jahre zurück, in denen es sportlich nicht so gut lief. Elf Jahre liegt die letzte Meisterschaft des TSV Stetten mittlerweile zurück. Aus der Mannschaft von damals sind auch heute noch einige Spieler dabei. Die komplette Leidenszeit ohne Unterbrechung mit dem Abstieg 2011 und dem Dasein im hinteren Tabellen-Mittelfeld der B-Klasse haben allerdings nur Christian Link und er mitgemacht.

    13 Spiele ohne Niederlage

    Dass es nach Platz sieben in der Vorsaison in diesem Jahr auf einmal für den ganz großen Wurf reichte, damit hatte im Vorfeld der Saison niemand wirklich gerechnet. „Wir wollten uns im Vergleich zur letzten Saison etwas verbessern und hatten daher Platz fünf als Ziel ausgegeben.“

    Relativ schnell wurde jedoch deutlich, dass diese Vorgabe übertroffen werden könnte. Nach der ersten Saisonniederlage am dritten Spieltag bei der SG Brendlorenzen/Windshausen II starteten die Rhöner eine Serie und blieben 13 Spiele in Folge ungeschlagen. Der Lohn war der Gewinn der Herbstmeisterschaft und das Überwintern auf Platz eins. Lediglich im Spitzenspiel gegen die SG Ginolfs/Weisbach/Unterweißenbrunn/Frankenheim II musste sich die Spielgemeinschaft aus Stetten und Nordheim mit einem Unentschieden zufrieden geben, ansonsten gab es nur Siege. Da aber auch die Ginolfser konstant punkteten, konnte man sich nie wirklich absetzen.

    Dass die Meisterschaft kein Selbstläufer wird, bekam der Tabellenführer dann gleich am ersten Spieltag nach der Winterpause im Derby gegen Kellerkind FC Fladungen II zu spüren. „Da haben wir nach zwei Platzverweisen Moral gezeigt und mit neun Mann sogar noch den Siegtreffer zum 2:1 gemacht“, erinnert sich Zehe. Danach folgten allerdings zwei Niederlagen und der Verlust der Tabellenführung. „Im Derby bei der SG Oberfladungen I/Hausen II haben wir verdient verloren, eine Woche später gegen Ginolfs war es ein gutes Spiel auf Augenhöhe, das eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte.“ Trotz dieser Rückschläge gab es am Ende der Saison, genauer gesagt am vorletzten Spieltag, doch noch ein Happy End.

    Turbulentes Wochenende

    Vor jenem Wochenende schien es jedoch, als hätte die SG Ginolfs alle Trümpfe in Sachen Meisterschaft in der Hand. Dann aber gewann die SG Stetten ihr Nachholspiel am Freitagabend bei der SG Mellrichstadt/Frickenhausen II und bekam zeitgleich eine erfreuliche Nachricht vom Kreis-Sportgericht. Das Spiel gegen Hendungen-Sondheim/Gr. II, das im Oktober des Vorjahres 2:2 endete, wurde annuliert und mit 2:0 für Stetten I/Nordheim II gewertet. Der Grund: Hendungen/Sondheim/Gr. II hatte in jener Partie zu viele Spieler der ersten Mannschaft eingesetzt.

    Somit war zwei Spieltage vor Saisonende auf einmal das Team von Spielertrainer Oliver Zehe Tabellenführer und machte zwei Tage später durch einen 5:0-Sieg gegen Heustreu/Hollstadt II/Rödelmaier II und den gleichzeitigen Patzer der SG Ginolfs vorzeitig die Meisterschaft perfekt. „Das war natürlich ein turbulentes Wochenende. Umso größer war letztlich aber die Freude über diesen Erfolg und wir haben bis in die Morgenstunden hinein ausgelassen gefeiert. Viele haben sich sogar kurzfristig extra Urlaub genommen“, beschreibt Zehe die Meisterfeierlichkeiten.

    Den Schlüssel zum Erfolg sieht Zehe im „guten Kollektiv. Wir haben eine homogene Mannschaft mit einem guten Mix aus jungen und erfahrenen Spielern, der Zusammenhalt ist super“. Zudem seien die beiden Neuzugänge Steffen Bergmann und Sebastian Hock, der sich mit 26 Treffern souverän die Torjägerkanone holte, echte Verstärkungen gewesen. Auch Torhüter Sascha Hornig erwies sich als starker Rückhalt und kassierte in 24 Spielen lediglich 22 Gegentreffer – die mit Abstand wenigsten aller Teams. Ein Extra-Dank hat Zehe für Peter Hippeli parat, „der mich in der abgelaufenen Saison als Trainer unterstützte und immer 100 Prozent für den Verein gibt.“

    In der neuen Saison eigenständig

    Nachdem der TSV Nordheim die Spielgemeinschaft verließ und in der neuen Saison mit dem TSV Hausen und der DJK Oberfladungen kooperieren wird (wir berichteten), werden die Stettener in der A-Klasse als eigenständiger Verein nun neue Wege. Ein ungewöhnlicher Schritt in Zeiten, in denen immer mehr Spielgemeinschaften gebildet werden. Daher kann für Zehe das Ziel in der neuen Saison auch nur „Klassenerhalt heißen. Wir haben momentan einen Kader mit 17 Spielern, vielleicht kommt noch der eine oder andere hinzu. Ich bin auf jeden Fall zuversichtlich, dass wir auch in der A-Klasse bestehen können.“

    Das Traineramt wird bis zur Winterpause weiterhin Oliver Zehe bekleiden, ehe ab der Rückrunde Jürgen Bätzel, der zu Saisonbeginn aus persönlichen Gründen noch nicht zur Verfügung stehen wird, übernimmt. „Jürgen Bätzel passt charakterlich sehr gut nach Stetten“, ist Zehe überzeugt und hofft auf eine Fortsetzung der jüngsten Erfolgsgeschichte.

    SV Herschfeld lebt die Integration
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