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    HANDBALL: RELEGATION

    Das wichtigste Tor der ganzen Saison

    Gary Hines (am Ball ) war mit acht Treffern erfolgreichster Torschütze des HSC Bad Neustadt beim 26:26 im Relegationsspiel beim TV Kirchzell. Foto: Andreas Müller

    Der HSC Bad Neustadt ist mit einem Remis in die zweite Runde der Aufstiegsrelegation zur Dritten Liga gestartet. 26:26 zeigte die Anzeigetafel der Amorbacher Parzivalhalle nach 60 umkämpften Minuten. Zur Halbzeit hatte Gastgeber TV Kirchzell mit 15:11 geführt. In Führung lag der Meister der Oberliga Hessen aus dem unterfränkischen Landkreis Miltenberg 150 Sekunden vor Schluss noch mit 26:23. Dann verkürzten Krisztian Galli per Strafwurf und Gary Hines für die Rotmilane. Der Ausgleich gelang Franziskus Gerr 15 Sekunden vor Schluss. HSC-Trainer Chrischa Hannawald war ob der Aufholjagd „stolz auf die Jungs, dass sie so eine Moral bewiesen und noch das Unentschieden geholt haben.“

    Ein Sieg bringt den Aufstieg

    „Mit dem einen Punkt sind unsere Chancen etwas besser geworden. Ohne Punkt wäre es schon so gut wie vorbei gewesen“, schnaufte Dieter Schulz, der Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft, hernach durch. So aber können sich die Rotmilane die Rückkehr in die Dritte Liga an diesem Donnerstag, 30. Mai, 17 Uhr, in eigener Halle krallen. Gewinnt der Bayernligameister sein Heimspiel gegen Rheinwacht Dinslaken, ist er aufgestiegen. Bei jedem anderen Ergebnis ist er davon abhängig, wie die Partie zwischen dem Nordrhein-Meister und Kirchzell am Samstag, 1. Juni, ausgeht. Die beiden punktbesten Mannschaften der Dreierrunde steigen auf.

    Umstellung auf 5:1

    Der HSC startete gut in die Partie, legte zunächst auf 3:1 vor. Doch schon bald zeigte sich, dass sich die Mannschaft von Chrischa Hannawald schwer tat, aus dem gebundenen Spiel heraus zu treffen. TVK-Trainer Andreas Kunz stellte den Bad Neustädtern zunächst eine offensive Abwehr entgegen, die kaum klare Wurfchancen zuließ. Und auf der Gegenseite kassierte Bad Neustadt auffällig viele Gegentore durchs Zentrum der 6:0-Abwehr. Fünf Mal jubelte mit Michael Meyer-Ricks der jüngste Spieler auf dem Parkett. Nach 23 Minuten, es stand 13:8 für Kirchzell, zog Hannawald die grüne Karte und stellte in der Auszeit auf eine 5:1-Abwehr mit Gary Hines auf der vorgezogenen Position um. „Das hat relativ gut funktioniert“, urteilte Hannawald. „Wir haben uns mit dieser Deckung etwas zu schwer getan“, sagte Kunz, der zwischen 2005 und 2008 gemeinsam mit Hannawald beim Bundesligisten TV Großwallstadt spielte.

    HSC findet ins Spiel

    Kurz nach dem Seitenwechsel verpassten es die Odenwälder, das Spiel in ihre Richtung zu ziehen. In 70 Sekunden doppelter Überzahl gelang ihnen kein Tor. Dennoch konservierte Kirchzell seine Vier-Tore-Führung bis Mitte des Durchgangs (22:18, 46.). „Wir haben ab der 40. Minute zueinander und ins Spiel hinein gefunden“, sagte HSC-Kapitän Julian Bötsch, „und uns zum Unentschieden gekämpft.“ Bis es jedoch soweit war, gab es noch einige Höhen und Tiefen beim HSC, dessen Hauptprotagonisten nun Spielgestalter Krisztian Galli, Linksaußen Martin Bieger und Rückraumschütze Gary Hines waren.

    Bieger verwandelte zwei Konter und brachte den HSC auf 21:22 heran. Den dritten Gegenstoß kurz darauf aber parierte TVK-Schlussmann Arnold Kiss und sicherte seiner Mannschaft die Führung. Mit einem verwandelten Strafwurf erzielte Josip Punda das 25:23 für Kirchzell, nach einer Kiss-Parade gegen Franziskus Gerr stellte im Gegenzug Lukas Haufglöckner den Spielstand auf 26:23. Zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff schien die Partie für Kirchzell gewonnen zu sein. „Es ist natürlich ärgerlich, wenn man das ganze Spiel über führt und den Vorsprung dann am Ende noch so aus der Hand gibt“, schüttelte TVK-Rückraumspieler Brian Heinrich den Kopf über das, was passierte.

    Wurffalle schnappt zu

    „Wir decken offensiv und sind aggressiv. Aber nicht zu aggressiv, um nicht noch eine dumme Zwei-Minuten-Strafe zu kassieren“, schärfte Hannawald seinen Spielern in einer Auszeit ein. Die spielten nun im Angriff ihre ganze Routine aus. Galli bewies an der Strafwurflinie Nervenstärke, Hines tankte sich ein weiteres Mal durch die Kirchzeller Abwehr, deren Beine müde geworden waren. Hinten half freilich auch etwas das Glück mit: Kirchzells Leon David schmetterte den Ball an den Pfosten und Lukas Haufglöckner scheiterte an HSC-Schlussmann Nick Weber. „Wir haben uns von der Bad Neustädter 4:2-Abwehr in Abschlüsse locken lassen, die gar nicht notwendig gewesen wären“, haderte Andreas Kunz. So bot sich dem HSC tatsächlich noch die Chance zum Ausgleich. Der HSC wählte den Weg über den Kreis und Franziskus Gerr erzielte das bislang wichtigste Tor der ganzen Saison: 26:26, 15 Sekunden vor Schluss. Dabei blieb es, Kirchzells letzter Versuch verpuffte.

    Die Statistik des Spiels

    Handball: Um den Aufstieg in die

    Dritte Liga, 2. Runde, Spiel 1

    TV Kirchzell –

    HSC Bad Neustadt 26:26 (15:11)

    Kirchzell: Eul (bis 40.), Podsendek, Kiss (ab 40.) – Schneider 1, Polixenidis 1, Wuth, Gläser 2, David 3, Punda 6/5, L. Haufglöckner 2, Heinrich 5/2, Fegert, Horak, Meyer-Ricks 6.

    Bad Neustadt: Weber, Schmidl (24. bis 48.) – Kleinhenz (n. e.), Fraggis 3, Bötsch 2, Hines 8, Bieger 4, Singwald 2, Drude 2, Rastner, Gerr 2, Leskovec (n. e.), Galli 3/1.

    Siebenmeter: 8/7:2:1.

    Zeitstrafen: 2:8 Minuten.

    Schiedsrichter: Marx/Pühler (Gummersbach). Zuschauer: ca. 500.

    Spielfilm: 1:3, 8:5, 14:8, 15:11 – 16:14, 21:17, 22:21, 26:23, 26:26.

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