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    HANDBALL: RELEGATION

    Der Kopf muss mitspielen

    Jetzt gilt es für den HSC Bad Neustadt um Konstantin Singwald (links). In der zweiten Relegationsrunde werden zwei Aufstiegsplätze ausgespielt. Um die kämpfen neben den Rotmilanen der TV Kirchzell und Rheinwacht Dinslaken. Foto: Anand Anders

    Handball

    Um den Aufstieg in die Dritte Liga 2. Runde, Spiel 1 TV Kirchzell – HSC Bad Neustadt (Samstag, 17 Uhr, Parzivalhalle Amorbach)

    „Wer in dieser Dreierrunde die ersten zwei Plätze, die dann zum Aufstieg in die Dritte Liga führen, erreichen will, muss sein einziges Heimspiel gewinnen“, glaubt Andreas Kunz, Trainer des TV Kirchzell und in Bad Neustadt noch bestens bekannt als früherer Torjäger des Untermain-Teams. „Deswegen erwarte ich auch eine schwere Aufgabe“, stimmt HSC-Bad-Neustadt-Trainer Chrischa Hannawald zu, „aber sicherheitshalber sollte man sich nicht nur auf den Heimauftritt fokussieren.“ Die Rotmilane empfangen dann am Donnerstag, 30. Mai, 17 Uhr den Niederrhein-Meister Rheinwacht Dinslaken in der Bürgermeister-Goebels-Halle, Dinslaken am 1. Juni Kirchzell. „Auch auswärts sollte man zumindest einen Punkt mitnehmen“, sagt Hannawald.

    Das mit den Heimauftritten war in der ersten Relegationsrunde bei beiden Teams eine Krux. Die Kirchzeller verloren deutlich mit 13:20 in der Amorbacher Parzivalhalle gegen den TV Hochdorf, die Saalestädter gingen nach katastrophaler Leistung mit 24:32 gegen den TSV Blaustein baden. „Gegen Hochdorf waren wir von vorne herein klarer Außenseiter“, informiert Andy Kunz, „was mich für die nächsten beiden Partien optimistisch stimmt, war das Rückspiel, wo uns fast eine Überraschung gelungen wäre, wir mit großer Moral und zeitweise deutlicher Führung immerhin ein 22:22-Unentschieden zusammenbrachten.“

    Kirchzell mit neuem Torwart

    Allerdings wurde das achtbare Ergebnis teuer erkauft. „Unsere Nummer 1 im Tor, Tobias Jörg, zog sich gleich bei der ersten Parade einen zunächst unerkannten Handbruch zu, um dann im Laufe der zweiten Halbzeit wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel die Saison endgültig beenden zu müssen“, sagt Die TV-Verantwortlichen haben sofort reagiert und auf die Schnelle den zweitligaerfahrenen Markus Podsendek vom TV Großwallstadt verpflichtet. „Der allerdings ein Jahr nicht aktiv war und bei uns nur eine Trainingseinheit bestritten hat“, so Kunz. Verzichten musste der TV-Coach gegen Hochdorf auf Torjäger Tim Häufglöckner und den Außen Maximilian Gläser wegen Verletzungen, hinter ihren Einsätzen steht noch ein Fragezeichen.

    Talentierte Spieler

    Das Duo gehörte beim letzten Aufeinandertreffen in der Saison 2016/17 noch zum Kader, übrig geblieben sind davon noch Nikos Polixenidis und Lukas Häufglöckner, der gegen Hochdorf noch erfolgreichster TV-Schütze war. Ansonsten besteht die Mannschaft aus jungen talentierten Spielern, „die hochmotiviert sind, aber mit der für sie nervenaufreibenden Situation auch erst einmal zurecht kommen müssen.“ Kunz sieht die Bad Neustädter, von denen er noch einige aus direkten Duellen (Schmidl, Hines, Gerr, Leskovec) kennt, favorisiert: „Allerdings haben wir den Heimvorteil und damit die Unterstützung unserer Fans.“

    HSC hat Heimdebakel analysiert

    Dieser Tatsache ist sich auch HSC-Trainer Chrischa Hannawald gewiss: „Kirchzell hatte den Aufstieg nicht im Visier, will jetzt natürlich die große Chance nutzen.“ Beim HSC wurde während der Woche nicht nur das übliche Trainingsprogramm abgespult, vorrangig war die Analyse des Heimdebakels gegen Blaustein. „Da hat kein einziger Spieler zur Normalform gefunden, wir haben durch Unkonzentriertheiten die Bälle regelrecht weggeschmissen und so den Gegner zu seinen vielen Tempogegenstößen eingeladen“, rekapituliert Hannawald, „es lag insgesamt nicht am handballerischen Vermögen, sondern am Kopf.“

    Verteidigt Kirchzell offensiv?

    In personeller Hinsicht kann er derzeit nicht klagen: „Alle Spieler sind fit, wollen eine Trotzreaktion zeigen und sich erst gar nicht auf ein dramatisches Geplänkel einlassen.“ Gespannt ist Hannawald auf die Defensivtaktik des Gegners: „Normalerweise spielen sie auch ein 6:0- bzw. 5:1-System, es würde mich aber nicht wundern, wenn sie aus unseren Partien gegen Blaustein die Schlussfolgerung gezogen haben, ein offensiveres Abwehrsystem aufs Parkett zu bringen.“ Aber darauf hat er seine Schützlinge eingestellt: „Auch für uns waren die Blaustein-Partien in dieser Hinsicht lehrreich.“ Umstellen musste sich Kirchzell übrigens bei den Hochdorf-Spielen auf den geharzten Ball, der in der hessischen Oberliga grundsätzlich verboten, in der Relegation aber erlaubt ist. (ba)

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