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    HANDBALL: BAYERNLIGA

    Unverhoffte Meisterparty

    Eine Woche früher als gedacht hat der HSC Bad Neustadt die Bayernliga-Meisterschaft perfekt gemacht. Und feierte das nach dem Sieg bei der HSG Würm-Mitte schon in der Kabine feucht-fröhlich. Foto: HSC Bad Neustadt

    Handball

    Bayernliga HSG Würm-Mitte HSC Bad Neustadt 18:21 (10:11)

    Großer Jubel am Samstagabend beim HSC Bad Neustadt, seinen Verantwortlichen und den mitgereisten wie per Liveticker informierten Fans. Durch den 21:18-(11:10)-Pflichtsieg beim Schlusslicht HSG Würm-Mitte machten die Schützlinge von Chrischa Hannawald ihr Meisterstück: eine Woche früher als erwartet. Dank der Regensburger Schützenhilfe, die Oberpfälzer spielten beim Zweiten DJK Waldbüttelbrunn remis, knallten die Sektkorken bereits jetzt. Meister ist das eine, aber Bad Neustadt ist noch nicht wieder drittklassig. Die Mannschaft muss nach Saisonende in eine mehrstufige Aufstiegsrelegation.

    „Der Gegner hat trotz seiner schlechten Ausgangslage das Beste aus seiner Außenseiterrolle gemacht, zu 100 Prozent alles gegeben und uns mit unbändigem Einsatz viel abverlangt“, zollte Hannawald der HSG Würm-Mitte uneingeschränktes Lob. Ohne allerdings verschweigen zu wollen, dass seine Spieler schon bessere Partien, gerade was die Offensivleistung angeht, absolviert haben. „Unsere Deckungsarbeit war okay, die Chancenverwertung aber weniger“, berichtete er. „Vor allem in der ersten Halbzeit war sie so schwach, dass wir uns nicht deutlich absetzen konnten.“ Zudem agierte da noch Florian Polta als starker Hüter des HSG-Kastens, bestens unterstützt von seinen Vorderleuten.

    Überraschende Abwehrformation

    Diese überraschten den HSC-Coach mit einer taktischen Veränderung: „Üblicherweise spielen sie eine 6:0-Deckung, diesmal haben sie uns mit der 3-2-1-Variante bekämpft, auf die wir uns erst nach längerer Anlaufzeit besser eingestellt haben.“ Dass die Partie vergleichsweise torarm verlief, war auch der Tatsache geschuldet, dass mit Timo Kreusch auf der einen und Gary Hines auf der anderen Seite die bislang erfolgreichsten Schützen ihrer Teams nicht aufliefen. Bei den Gästen fiel noch Linksaußen Linus Dürr studienbedingt aus, dafür feierte Leon Rastner eine 20-minütige Premiere, wobei er in Angriff und Abwehr eingesetzt wurde. „Verständlicherweise hatte er noch einige nervöse Aktionen, die ich ihm allerdings zugestehe, schließlich muss er sich noch in der Mannschaft finden“, so sein Trainer.

    Der Außenseiter hält mit

    Dieser beorderte Felix Schmidl in das Tor, „der zunächst nicht so sicher parieren konnte, sich im Laufe der Begegnung aber zunehmend steigerte“. Der Außenseiter führte nach zehn Minuten mit 4:3, ehe er drei Gegentreffer in Folge (Kalliske, Leskovec, Drude) kassierte, doch dann wieder den 6:6-Ausgleich schaffte. Bis zur Pause konnte sich kein Team entscheidend absetzen, die letzten drei HSC-Treffer vor dem Seitenwechsel gingen auf das Konto von Maximilian Drude, der alle fünf Siebenmeter sicher verwandelte.

    Rotmilane ziehen das Tempo an

    Der zweite Durchgang startete mit einem Treffer von Mannschaftskapitän Julian Bötsch, im Gegenzug parierte der HSC-Keeper einen Strafwurf von Florian Simnacher, das gleiche gelang ihm wenig später noch einmal, als er Florian Brunner abkochte. Die Schützlinge von Markus Wuttke blieben mit viel Kampf und wegen leichtsinniger Aktionen des HSC bis zur 45. Minute auf Schlagdistanz, dann ging ihnen die Puste aus. Der Treffer von Philipp Pickel zum 15:17 sollte der letzte für die nächsten elf Minuten sein. Dann zogen die Rotmilane noch einmal das Tempo an, variierten ihre Angriffe und warfen nach Doppelpack von Martin Bieger und Ioannis Fraggis den vorentscheidenden Fünf-Tore-Vorsprung zum 20:15 heraus. Die Heimsieben konnte nur noch Ergebniskosmetik betreiben, doch der Drude-Siebenmeter zum 21:16 raubte ihnen jede Hoffnung auf einen Teilerfolg.

    „Die Mannschaft hat auf der Heimfahrt schon einmal kräftig gefeiert“, berichtete Hannawald. „Ich nicht, denn ich habe den Mannschaftsbus gefahren.“ Die Feierlichkeiten will er aber nachholen. Gelegenheit dazu besteht am Samstag nach dem Unterfranken-Derby gegen den TSV Lohr.

    Würm-Mitte: Polta – Brunner 6/1, Zwermann, Johann 1, Kreusch, Pickel 1, Filbry 1/1, Selg, Simnacher 5/1, Hechenberger, Beckmann 3, Waterloo 1, Tinz, Kussmaul. Bad Neustadt: Schmidl, Weber (n. e.) – Rastner, Fraggis 3, Bötsch 2, Bieger 3, Singwald, Drude 8/5, Kalliske 1, Leskovec 3, Galli 1. Schiedsrichter: J. Frosch/M. Frosch (HSG Mainfranken). Siebenmeter: 5/3 – 5/5.

    Zeitstrafen: 2 – 8 Minuten.

    Spielfilm: 3:3 (10.), 6:6 (20.), 10:11 (30.) – 13:14 (40.), 15:18 (50.), 18:21 (60.). (ba)

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