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    SKISPRINGEN:

    Rhönadler fliegen aufs Podest

    Maximilian Lange vom RWV Haselbach zeigte, dass er nicht nur als Trainer erfolgreich ist. Auf seiner Heimschanze (K50) landete er auf Platz zwei. Foto: Barbara Enders

    Teilnehmer aus sieben verschiedenen Bundesländern zählte der stellvertretende Landrat Peter Suckfüll bei seinem Besuch des Skispringens um den Kloster-Kreuzberg-Pokal auf den Kreuzbergschanzen in Haselbach. Da er das erste Mal in der Kreuzbergarena einem Wettkampf beiwohnte, gönnte er sich auch den steilen Aufstieg bis zum Startbakken der K50-Schanze. Unterwegs trug er einem jungen Athleten für einige Meter die langen Sprungskier, durfte dies aber nur für die Strecke im Wald tun. Mehr ließ der sportliche Ehrgeiz des Jungen wohl nicht zu, wie Suckfüll hinterher respektvoll berichtete.

    Tim Dickas im Pech

    Die Skisprungwettbewerbe lockten wieder viele Besucher an die Kreuzbergschanzen, auf denen 79 Sportler ihr Können zeigten. Mit den Jüngsten der Jahrgänge 2011 bis 2015 starteten die Wertungssprünge auf der K5. Acht Rhönadler flogen über die Schanzentische, unter ihnen auch ihr Trainer Maximilian Lange (RWV Haselbach), der sich mit seinen Schützlingen über einige Podestplätze freuen konnte. Tim Dickas (RWV Haselbach), der in einer stark besetzten Startklasse antreten musste, hatte Pech. Bei seinem ersten Sprung auf der K 50 erreichte er eine Weite von beachtlichen 49 Metern, die außer ihm in seiner Startklasse S13m nur noch Nando Riemann (WSV Braunlage) und Louis Günther (TSG/WSC 07 Ruhla) erreichten, die damit auch Platz eins und zwei belegten. Bei seinem zweiten Sprung stürzte Dickas und landete aufgrund des kurzen Sprunges und der schlechten Haltungsnote im hinteren Feld. Glücklicherweise überstand er den Sturz unbeschadet.

    Maximilian Lange auf Platz zwei

    Die weitesten Sprünge des Tages zeigte Heiko Hackl (WSV Harzgerode/Startklasse Junioren J19 – H29), der mit Abstand die beste Punktzahl von 244,4 Zählern erreichte. Bei seinem ersten Sprung auf der K50 legte er gleich mit 54 Metern vor, um sich beim zweiten Versuch noch einmal um einen halben Meter zu steigern. Ihm musste sich auch Maximilian Lange (RWV Haselbach) geschlagen geben, der auf seiner Hausschanze mit 50 und 49,5 Metern die zweitbesten Weiten sprang.

    Den aktuellen Sommer-Schanzenrekord mit 55,5 Metern aus dem Jahr 2017 hält aber weiterhin Seokjae Hwang (WSV Brotterode), der dieses Jahr nicht am Start war. Einer, der es hingegen wissen wollte, war Thomas Diek (TSG/WSC 07 Ruhla). Er hat erst vor fünf Jahren mit dem Sprunglauf begonnen, kam gerne zum Wettkampf auf die Kreuzbergschanzen und absolvierte seine Sprünge auf der K30. Vor dem Wettkampf erzählte der 44-jährige, dass das für ihn ein Versuch sei. Wenn er gelänge, würde er sich künftig auf größere Schanzen wagen. Der Versuch glückte und so wird er im nächsten Jahr dann auf der K50 antreten.

    Abschied eines Urgesteins

    Einer, der es genau weiß, ist Johannes Orschel (Tabarzer SV), seit Jahren Stammgast auf den Kreuzbergschanzen und Vorbild für die jungen Teilnehmer. Er wird heuer 70 Jahre alt und dieser Wettkampf war für ihn der letzte auf einer K50-Schanze, wie er vor dem Springen berichtete. Auf der K30 der Kreuzbergschanzen wird er nicht mehr springen. „Da gibt es bei mir zuhause Anlagen, zu denen die Anfahrt kürzer ist“, erklärte er fast bedauernd. „Man muss wissen, wann es gut ist“, war dann auch sein Kommentar und er ließ sich auch nicht von seinem Freund Frank Schilling (Suhler Ski- und Wanderfreunde) überreden, der mit ihm in diesem Jahr noch zu einem Springen nach St. Petersburg fahren wollte.

    Neue Technik im Einsatz

    Für den Ausrichter RWV Haselbach war die Veranstaltung in mehrfacher Sicht sehr erfolgreich. Die zahlreich teilnehmenden Sportler hatten dieses Mal ein erfreulich großes Publikum und der RWV setzte zum ersten Mal erfolgreich Datenterminals für die Weitenmesser und Wertungsrichter ein. Deren schnelle Datenübertragung ermöglichte es, nur wenige Minuten nach dem Wettkampfende die Ergebnisse des Springens präsentieren zu können. Und auch das für Sonntag vorhergesagte Regenwetter setzte erst nach Ende der Siegerehrung am Fuße der K50 ein.

    16. Kloster-Kreuzberg-Pokal – Auszug aus der Ergebnisliste

    Schüler S9 m, K16

    1. Fabian Mossner (SFV Rothenburg) T-Note 193,0; 2. Maximilian Ehrenreich (RWV Haselbach) 185,2.

    Schüler S9 w, K16

    1. Nele Steiner (WSV 08 Lauscha) 197;1; 2. Amelie von Rosen (Haselbach) 194,3; 3. Mara Häfner (WSV Warmensteinach) 191;1.

    Offene Klasse, K16

    1. Louis von Rosen (Haselbach) 200,8; 2. Marie Bartholmäs (WSV Brotterode/TLZ-IB) 187,9; 3. Ida Fuchs (Brotterode) 172;4.

    Schüler S11 m, K30

    1. Erik Schreiner (TSG/WSC 07 Ruhla) 220,3; 2. Janis Kansog (WSV Oberweißenbrunn) 206,7; 3. Timo Häfner (Warmensteinach) 205,5.

    Schüler S11 w, K30

    1. Chiara Kaori Greiner Hiero (Lauscha) 172,6; 2. Anna Chlebowy (Oberweißenbrunn) 164,6; 3. Maja Deutsch (Ruhla) 163,6.

    Offene Klasse, K30

    1. Luis Raßbach 194,5; 2. Nils Dellit (beide WSC 07 Kleinschmalkalden) 176,4; 3. Marlene Günther (Oberweißenbrunn) 166,0.

    Schüler S13 m, K50

    1. Nando Riemann (WSV Braunlage) 225,5; 2. Louis Günther (Ruhla) 224,4; 3. Maximilian Zapf (Ruhla) 214,1; 6. Tim Dickas (RWV Haselbach) 188,7.

    Junioren J19 bis H29, K50

    1. Heiko Hackl (WSV Harzgerode) 244,4; 2. Maximilian Lange (Haselbach) 226,3; 3. Marco Hofmann (Rothenburg) 197,4.

    Maximilian Ehrenreich (RWV Haselbach) im Anlauf auf der K16-Schanze. Foto: Barbara Enders
    Anna Chlebowy vom WSV Oberweißenbrunn (rechts) landete in ihrer Altersklasse auf dem zweiten Platz. Foto: Barbara Enders

    bara

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