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    HANDBALL: 3. LIGA MITTE

    Letzte Chance für den HSC

    Mit Einsatz und Kampfgeist wollen Benjamin Trautvetter (links) und der HSC Bad Neustadt gegen den HC Elbflorenz II den zweiten Saisonsieg erringen.
    Mit Einsatz und Kampfgeist wollen Benjamin Trautvetter (links) und der HSC Bad Neustadt gegen den HC Elbflorenz II den zweiten Saisonsieg erringen. Foto: Anand Anders

    Handball

    3. Liga Mitte HSC Bad Neustadt – HC Elbflorenz II (Samstag, 19.30 Uhr, Bürgermeister- Goebels-Halle)

    Auf dem Schulberg in Bad Neustadt kommt es an diesem Samstagabend zu einem ungewöhnlichen „tierischen“ Duell. In der freien Natur wird es wohl nie zu einem Kampf zwischen Rotmilanen und Tigern kommen. Beim Handball ist dies möglich: Die Rotmilane aus der Saalestadt (16./3:33) gehen mit den „Tigern“ aus der Sachsen-Metropole (13./14:22) in den 60-minütigen Nahkampf. „Und den wollen, nein müssen wir, als Gewinner beenden“, lautet die klare Ansage von HSC-Coach Frank Ihl.

    Das Hinspiel weckt unangenehme Erinnerungen

    Er spricht von „drei anstehenden Wochen der Wahrheit. Jetzt gegen Elbflorenz Dresden II, acht Tage später daheim gegen Groß-Bieberau und dann in Northeim müssen wir sechs Punkte holen. Wenn das gelingt, verbessern sich unsere Chancen im Kampf um den Klassenerhalt schlagartig.“ Die erste Hürde stellt also der Mitaufsteiger von der Elbe dar, gegen den der HSC in der Hinrunde mit 29:34 verlor. Diese Begegnung hat in mehrfacher Hinsicht Erinnerungswert, nicht nur wegen eines Liga-übergreifenden Minusrekordes. In der riesigen SportArena (Fassungsvermögen: 5000 Zuschauer) fanden sich 75 Zuschauer ein. Zudem erlebte der HSC eine Achterbahn-Fahrt der Gefühle. Er führte fünf Minuten vor dem Seitenwechsel komfortabel mit 17:12, um bis zum Kabinengang (18:18) einzubrechen und im zweiten Durchgang das Heft völlig aus der Hand zu geben.

    60 Minuten auf Augenhöhe bleiben

    Dabei tat man dem Perspektivteam des Zweitligisten den Gefallen, den Ballbesitz durch viele Eigenfehler aufzugeben und sich auch ansonsten sehr fehleranfällig zu präsentieren. Die damalige Niederlage war ein Spiegelbild der nachfolgenden Partien. „Wir waren oft lange auf Augenhöhe, aber nicht 60 Minuten lang“, so die permanente Erklärung von Frank Ihl und seinem Vorgänger Chrischa Hannawald. Auch die letztwöchige Niederlage in Nußloch kam so zustande. Ein Einbruch zwischen der 25. und 45. Minute („Da ging bei uns in der Offensive gar nichts zusammen“, so der frustrierte HSC-Coach) mündete in der 16. Saison-Niederlage.

    Krisztian Galli fällt weiterhin aus

    Das lag aber nicht nur am Ausfall des auch im ersten Heimspiel des Jahres 2020 fehlenden Spielmachers Krisztian Galli, in Dresden mit neun Treffern erfolgreichster Schütze. Auch andere Personalien – Martin Bieger beispielsweise konnte nur kurz zum Einsatz kommen – standen einem Erfolgserlebnis „trotz eines überragenden Max Bauer“ (Ihl) im Weg. Personell gesehen hat sich seit dem letzten Spieltag nichts geändert. Galli fehlt weiterhin, der Einsatz von Max Drude (Fußverletzung) scheint indes nicht gefährdet.

    Die Gäste basteln derweil fleißig am Klassenerhalt. Nach schwachem Saisonbeginn schwimmen sie derzeit auf einer Erfolgswelle. Sie kommen nach Bad Neustadt mit der Empfehlung eines 32:18-Kantersieges gegen die MSG Groß-Bieberau an. Obwohl ihr Spielmacher und Routinier Eric Meinhardt fehlte – ob er am Schulberg aufläuft, ist noch fraglich – war vor allem die Torgefährlichkeit des Rückraums beeindruckend. Der Halblinke Nico Cornelius (82 Saisontreffer) verbuchte mit acht Toren den Tagesbestwert. Sein Pendant im rechten Rückraum, der Zweitliga-erfahrene Oskar Emmanuel, netzte sechs Mal ein.

    Auch Elbflorenz hat seine Schwächen

    Die Gäste brillierten durch hohes Tempo. Trotz eines geschwächten Kaders stand auch die Abwehr wie eine Mauer, hinter der Keeper Jan Vogt stark parierte. „Aber auch dieser Gegner, der mit viel Dynamik anläuft, hat seine Schwächen“, so die Erkenntnis von Frank Ihl nach intensivem Videostudium, „die wir aber nur nutzen können, wenn wir unsere Stärken konzentriert über 60 Minuten aufs Parkett bringen und insbesondere im Rückzugsverhalten stark sind.“

    „Dass der Abstiegskampf möglicherweise gar nicht sportlich entschieden wird, sondern außerhalb der Hallen, darauf können und wollen wir nicht bauen“, so Ihl. Er spielt dabei nicht nur auf den angekündigten Rückzug der HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II an, sondern auch auf den Insolvenzantrag, den die SG Nußloch GmbH Anfang der Woche eingereicht hat (wir berichteten).

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