• aktualisiert:

    Lokalsport: Èhrung

    Motivator und Visionär

    Für das sportliche Lebenswerk: Bei der BLSV-Sportlerehrung 2015 in Bad Neustadt wurde Eberhard Helm (Mitte) vom SC Osthe... Foto: Georg Will

    Erfolgreiche Mittel- und Langstreckenläufer aus der Rhön haben einen Ziehvater: Eberhard Helm aus Ostheim. Seit 1974, also schon 41 Jahre lang, stellt er sich in den Dienst „seiner Athleten“, wie es der Laudator, Freie-Wähler-Landtagsmitglied Günther Felbinger, bei der Sportlerehrung 2015 des BLSV Rhön-Grabfeld in Bad Neustadt (wir berichteten) beschrieb. Der BLSV nutzte diese Bühne, um Eberhard Helm eine Sonderehrung zuteil werden zu lassen für sein außergewöhnliches sportliches Lebenswerk.

    Als Jugendlicher wurde er zusammen mit seinen Brüdern Mathias und Stefan von seinem Vater Hans Helm trainiert, später vom Fürther Trainer Toni Adam. Eberhard war der erfolgreichste Läufer der Helms. Er nahm an vielen überregionalen Meisterschaften teil, sammelte Titel und hielt auch lange den bayerischen Rekord über die 1500-Meter-Strecke. Den hatte er 1975 in Oslo erzielt, kurz nachdem er dorthin mit seinem Motorrad angereist war. Auch einen 1000-Meter-Landesrekord hatte er aufgestellt. Sein größter sportlicher Erfolg war der fünfte Platz über 1500 Meter bei den Halleneuropameisterschaften 1976 in München. Damals lief er an der Seite von Paul-Heinz Wellmann (Sieger) und Thomas Wessinghage (Zweiter).

    1974 übernahm er seine erste Trainingsgruppe in Ostheim und führt seitdem die erfolgreiche Arbeit seines Vaters bis heute nicht nur fort, sondern ist auch als Stützpunkttrainer tätig. Die F-Übungsleiter-Lizenz Leichtathletik erwarb er im Jahr 1980, kurz nach seinem Medizin-Examen. 1998 folgte der B-Trainer-Schein und 2004 erwarb er noch den Nordic-Walking-Guide. Aus seinen Trainingsgruppen gingen sehr erfolgreiche Läufer hervor: Zum Beispiel sein Sohn Julius Helm, der jetzt in Köln Mitglied der Sporthochschulmannschaft ist, Jochen Rüttiger, Fabian Büttner, Sven Perleth und die drei Stöckert-Brüder Manuel, Pascal und René sowie Anna-Lena Klee, Simona Greier, Ellen Enders, Susanne Haßmüller, Maja Betz und Svenja Betz. Sein erfolgreichster Schüler ist derzeit Manuel Stöckert, der schon mehrere deutsche Meistertitel auf Langstrecken erringen konnte und darauf hofft, an den nächsten Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen.

    Laudator Felbinger, der Helm schon seit 38 Jahren aus früheren Wettkampfzeiten kennt, sagte einige treffende Sätze über Eberhard Helms Trainer- und Betreuerleistung: Er begleite Jugendliche auf ihrem Weg gemäß dem Goethe-Zitat „Wurzel und Flügel soll man Kindern verleihen“ und sinngemäß: „Er schaffte es, seiner Läufertruppe in der vermeintlichen Einzelsportart Laufen einen Teamspirit zu verleihen, eine Gemeinschaft zu formen aus einer gemischten Gruppe aus Talenten und Vorbildern, Teamplayern und Individualisten, Trainern und Athleten.“

    Aus einstigen Schützlingen wurden treue Weggefährten. Aus all diesen Gründen ist das Laufzentrum Ostheim schon seit langem eine große Sportlerfamilie, generationenübergreifend. Laut Felbinger ist die Sportlerfamilie die Keimzelle des Erfolges. Auch abseits des von Helm gegründeten Leichtathletik-Leistungs-Zentrums (LLZ) Rhön-Grabfeld wird der Privatmensch und Mediziner Eberhard Helm nicht müde, seine Mitmenschen zu motivieren, etwas für die Gesundheit zu tun. Auf seine Initiative hin wurden zahlreiche Dorfrunden um Orte in Rhön und Grabfeld konzipiert, die die Menschen zu regelmäßiger Bewegung animieren sollen. Die erfolgreiche Laufserie Rhön-Grabfeld-Cup entstand auf seine Anregung.

    Beim SC Ostheim wurden Nordic-Walking- und Gesundheitswandergruppen gebildet, und seit ein paar Jahren werden regelmäßig Gesundheitswochen mit interessanten Programminhalten in Ostheim veranstaltet. Auch die bayernweit ausgelobte Auszeichnung „Sterne des Sports“ holte er schon mit seinem Präventionskonzept nach Ostheim. Für seine zahlreichen Bewegungsinitiativen wurde er schon wohlmeinend als Präventionspapst bezeichnet.

    Eberhard Helm wird nicht müde, neue Ideen und Visionen vorzutragen, resümierte Felbinger, und sprach noch das neue Helm-Projekt „Wiesenrunde“ an, für das er schon wieder auf der Suche nach Unterstützern sei. Sie soll Menschen zur Bewegung motivieren und gleichzeitig die Sensibilität für die naheliegenden natürlichen Ressourcen schärfen. Eberhard Helm wurde natürlich auch schon mehrfach von Verbandsseite geehrt.

    Neben silbernen Ehrennadeln verfügt er seit 2003 über die Goldene Ehrennadel des Bayerischen Leichtathletik-Verbands (BLV), seit 2011 über die Goldene Ehrennadel des Deutschen Leichtathletik-Verbands und seit Samstag erneut über die BLV-Auszeichnung „Bayern-Star“, die ihm zusammen mit seinem Schützling Manuel Stöckert auf einem Festakt in Regensburg verliehen wurde.

    Eberhard Helm wurde zwar von der BLSV-Sonderehrung überrascht, zu der er gleich nach einer Kindertrainingsstunde unmittelbar vor der Sportlerehrung gehetzt war, nahm sie aber sehr gefasst und mit trockenem Humor entgegen. Er bedankte sich für die Ehrung, bei seiner Sportlerfamilie und bei seiner Ehefrau Jutta und schloss mit den nüchternen Worten: „Ich gebe gerne die Freude an der Bewegung weiter, egal ob an Jung oder Alt.“ Er erhielt stehende Ovationen.

    Von unserem Mitarbeiter Georg Will

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!