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    FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

    Die große Show des Simon Snaschel

    Nicht zu stoppen war Großbardorfs Stürmer Simon Snaschel (links), der mit vier Toren maßgeblichen Anteil am 6:0–Sieg seiner Mannschaft gegen die SpVgg Ansbach hatte. In dieser Szene ließ er dem Ansbacher Schlussmann Sebastian Heid keine Chance und traf zum 2:0. Foto: Anand Anders

    Gelungener Heimspieljahresabschluss des Bayernliga-Nord-Ligisten TSV Großbardorf. Die Mannschaft von Cheftrainer André Betz besiegte die SpVgg Ansbach im letzten Heimauftritt 2018 mit 6:0 (2:0) und schaffte damit ihren höchsten Saisonerfolg. Dabei überragte vor allem Simon Snaschel, der gleich vier Mal Gästeschlussmann Sebastian Heid keine Abwehrchance ließ und damit sein Torekonto auf neun Treffer in dieser Saison aufstockte.

    Ausgeglichener Beginn

    Nach diesem Schützenfest sah es in den ersten 20 Minuten überhaupt nicht aus. In der Anfangsphase hielten die Gäste gut mit und ließen das Leder gefällig durch die eigenen Reihen laufen. Diese Phase gefiel auch Duane-Carl Collins, der zusammen mit Marco Schülein die Ansbacher trainiert, noch ganz gut. „Bis zum ersten Gegentreffer hat man gesehen, dass viel Qualität im Kader vorhanden ist.“ Auch der Coach der Hausherren gab zu, dass bis zum 1:0 kein Unterschied zu sehen war. „Da begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe.“ Für ihn war die Szene in der 21. Minute für den weiteren Verlauf der Partie entscheidend, als nach einem Kroiß-Pass in die Tiefe Sven Landshuter allein vor Julian Schneider auftauchte, doch diesen nicht überwinden konnte, da Schneider blitzschnell seinen linken Fuß ausfuhr und dadurch den Einschlag verhinderte. „Ab da merkte meine Mannschaft, dass sie mehr Gas geben musste. Und das zahlte sich schnell aus“, sagte Betz.

    Geschockte Gäste

    Bereits fünf Minuten später folgte Snaschels erster Streich an diesem letzten Heimspieltag. Dabei bewies der 28-Jährige, dass er ein echter Strafraumspieler ist. Aus der Drehung und im Fallen verwertete er eine Zehe-Eingabe ins lange Eck zur Führung seiner Mannschaft. Glück hatten die Gäste kurz danach gleich zwei Mal, dass Dominik Zehe und Marcel Hölderle Großchancen zum 2:0 gegen geschockte Ansbacher nicht nutzten. Besser machte es Snaschel, der zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt, praktisch mit dem Pausenpfiff, das 2:0 erzielte. Als Heid einen Schönwiesner-Knaller nicht festhalten konnte, war Snaschel zur Stelle und staubte ab.

    Großbardorf wie im Rausch

    Dieses Gegentor kurz vor der Pause und eines kurz nach Wiederanpfiff, das verkrafteten die Gäste nicht. Denn nach 49 Minuten hielt Snaschel sein Bein in einen Schönwiesner-Schuss und lenkte dadurch das Leder zum 3:0 ins Gästetor. Danach sah man eine Gästeelf, die sich aufgegeben hatte und kaum mehr Widerstand leistete. So hatte zum Beispiel Snaschel in der Folgezeit zwei Großchancen, schon früher sein viertes Tor an diesem Tag zu erzielen. Aber erst traf er nach einer Heusinger-Flanke nur die zweite Etage, dann scheiterte er allein vor Heid an diesem. Als er aber nur eine Minute später wieder allein vor dem Gästekeeper auftauchte, machte er es besser und es hieß 4:0. „Heute hat Simon das Vertrauen, das wir ihm gegeben hatten, zurückgezahlt“, lobte Betz seinen vierfachen Torschützen, der sich natürlich über „diesen außergewöhnlichen Tag“ sehr freute. „Vier Tore, das liest sich schön. Vier Treffer sind mir vorher nur einmal gelungen, für den FC Schweinfurt 05 ausgerechnet gegen meinen Heimatverein Münnerstadt. Heute bin ich gut ins Spiel gekommen und habe meine erste Chance gleich gemacht. Danach ging alles viel leichter. Mir sind aber noch einige Zuspiele misslungen. Deshalb war der Tag noch nicht absolut perfekt“, fügte er selbstkritisch hinzu.

    Betz rundum zufrieden

    Betz freute sich mit Snaschel, aber auch darüber, dass das Umschaltspiel so gut klappte und über die Tatsache, dass seine Spieler nach dem vierten Tor nicht aufhörten, weiter Treffer zu erzielen. „Wir haben mit Wucht weiter nach vorne gespielt, da wir kein Gegentor kassieren wollten. Heute hat die Mannschaft die Tore für den Verein und die treuen Zuschauer geschossen“, sagte ein völlig zufriedener TSV-Coach, während sein Gegenüber absolut unzufrieden war. „Das Defensivverhalten, die ersten beiden Gegentore waren praktisch Eigentore, war wie die Spieleröffnung eine einzige Katastrophe und von unserer Offensivstärke hat man heute nichts gesehen. Das Ergebnis geht auch in dieser Höhe völlig in Ordnung. Wir hätten sogar noch höher verlieren können“, schloss Collins sein Statement und erntete mit dieser Einschätzung Betz vollste Zustimmung. Dem kann man auch nur zustimmen, denn die Hausherren vergaben noch etliche Möglichkeiten, unter anderem traf Björn Schönwiesner mit einem Schuss von der Strafraumgrenze noch die Unterkante der Latte. In der Schlussphase legten Florian Dietz und Tobias Fleischer aber doch noch nach und sorgten mit ihren Treffern für den höchsten Saisonsieg der Grabfelder.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball: Bayernliga Nord TSV Großbardorf – SpVgg Ansbach 6:0 (2:0). Großbardorf: Schneider – Müller, Mangold, Hölderle, Heusinger – Poznic (82. Illig), Piecha – F. Dietz, Zehe, Schönwiesner (77. Fleischer) – Snaschel (71. Lijesnic). Ansbach: Heid – Karakas (58. Stolz), Fürsattel, Meyer (46. Schüler), Störzenhofecker – Dietrich (46. Abadjiew), Hasselmeier – Schmidt, Reutelhuber, Landshuter – Kroiß.

    Schiedsrichter: Marx (Kleinostheim).

    Zuschauer: 160. Tore: 1:0, 2:0, 3:0, 4:0 Snaschel (26., 44., 49., 60.), 5:0 F. Dietz (89.), 6:0 Fleischer (90.).

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