• aktualisiert:

    FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

    Pech mit einer Prise Unvermögen

    Die Niederlage gegen Tabellenführer DJK Gebenbach wird die Großbardorfer Grabfeld-Gallier (von links Stefan Piecha, Fili... Foto: Anand Anders

    Auch der TSV Großbardorf konnte den Tabellenführer der Fußball-Bayernliga Nord, die DJK Gebenbach, nicht stoppen. Die Oberpfälzer sich in der Bioenergie-Arena mit 1:0 (1:0) durch, errangen dadurch ihren achten Sieg in Folge und verteidigten erfolgreich ihre Tabellenführung. Es wäre mehr drin gewesen für die Grabfeld-Gallier.

    Die Elf von André Betz hatte sicherlich die Mehrzahl der Chancen in diesem Spitzenspiel, das diesem Anspruch nicht ganz gerecht wurde. „Es war ein intensiv geführtes Match, das von der Taktik geprägt wurde“, sagte TSV-Manager Gerhard Schüler, „unser Team hat bis zur letzten Sekunde alles probiert, doch noch ein Unentschieden, das meiner Meinung nach auch verdient gewesen wäre, zu erreichen. Aber es hat nicht sollen sein.“ Wenn man aber all diese Möglichkeiten nicht in einen Treffer ummünzen kann, kann man sich auch nicht über einen Punktgewinn gegen so eine ausgebuffte Truppe wie die der Gäste freuen.

    Unterschiedliche Meinungen

    Mit seiner Aussage, nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft habe gewonnen“, fand TSV-Coach Betz wenig Zustimmung bei seinem Gegenüber Faruk Maloku, der den Erfolg seiner Mannschaft als „nicht unverdient“ bezeichnete. Als Betz aber seine Aussage leicht auf „heute hat die effektivere Elf gesiegt“ abänderte, war auch Maloku einverstanden. Maloku stimmte auch Schülers Spielbeurteilung voll und ganz zu: „Die Partie war sehr von der Taktik bestimmt und wurde von beiden Teams intensiv geführt. Meine Mannschaft hielt sich in den ersten 45 Minuten gegen ein Top-Team der Liga mehr in der eigenen Hälfte auf, schaffte aber auch immer mal Entlastung und ging auch durch den sechsten Saisontreffer von Kai Hempel nicht unverdient in Führung. Stark, dass wir diese Führung mit in die Pause nehmen konnten, denn oft haben wir bei eigener Führung ein schnelles Gegentor bekommen.“

    Snaschel zu unplatziert

    Während Maloku mit seinen Mannen in der ersten Halbzeit sehr zufrieden war, war dies beim TSV-Coach nicht ganz der Fall: „Wir haben in den ersten 45 Minuten zu verhalten agiert.“ Dennoch hätte sein Team nach 15 Minuten in Führung gehen können oder sogar müssen. Nach einem weiten Ball tauchte Simon Snaschel mutterseelenallein vor DJK-Schlussmann Michael Nitzbon auf. Aber Snaschals Abschluss aus 14 Metern war nicht platziert genug, er schoss genau auf den Torwart, sodass Nitzbon mühelos klären konnte. „Sonst haben wir aber nach vorne zu wenig geschafft“, so Betz.

    Da seine Elf weitere Halbchancen nicht nutzen konnte, machten die Gäste in der 35. Minute durch ihren Kapitän Kai Hempel das 1:0. Nach einem Haller-Freistoß landete das Leder beim freistehenden Hempel, der mit einem Heber TSV-Keeper Julian Schneider überwand. „Bei diesem Treffer hatte ich keine Abwehrchance, denn ich bin überzeugt, dass er eigentlich flanken wollte. Zudem dachte ich, dass der Ball drüber gehen würde, aber er senkte sich genau hinten in den Winkel“, beschrieb Schneider diese spielentscheidende Szene.

    Gebenbacher Konter

    Mit dem Ziel, das 1:1 zu machen, kamen die Hausherren auf den Platz zurück. Nach einer Stunde wäre fast das 0:2 gefallen, aber Nico Becker traf nach einem schnellen Konter und dem Zuspiel von Konstantin Keilholz das TSV-Gehäuse nicht. Nach einem 20-Meter-Knaller von Dominik Zehe, den Nitzbon per Faustabwehr entschärfte, hätte wiederum Becker für die Entscheidung sorgen müssen, aber er scheiterte allein vor Schneider an diesem. Fünf Minuten vor dem Abpfiff hatte dann Simon Snaschel die Großchance zum Ausgleich. Aus fünf Metern kam er aus der Drehung heraus ziemlich frei zum Abschluss. Aber das Leder strich knapp am Pfosten vorbei.

    In der fünfminütigen Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Marx nach einem Foul von Mert Topuz an Timo Kohler berechtigterweise auf den Elfmeterpunkt. Aber auch mit seiner dritten Torchance konnte sich Becker nicht in die Torschützenliste eintragen: Julian Schneider tauchte blitzschnell ab und hielt. Dennoch blieb es bei der für Schneider „ärgerlichen Niederlage. Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert, vor allem nach dem Wechsel. Leider hat dieses blöde Tor das Spiel entschieden. Vorne hat in einigen Situationen das Glück gefehlt.“

    „Zu einfaches Gegentor“

    Von einer ärgerlichen Niederlage sprach auch Innenverteidiger Marcel Hölderle. „So ein Gegentor darf nicht passieren. Das war viel zu einfach. Nach der Pause haben wir alles rausgehauen und uns auch etliche Chancen erarbeitet, aber leider nicht getroffen.“ Aufgrund der zweiten 45 Minuten hätte das Team, so die Meinung von Lukas Illig, derzeit verletzter Mittelfeldspieler der Grabfelder, einen Punkt mehr als verdient. „In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft richtig stark gespielt. Leider hat sie sich belohnt. Oft hat einfach das Quäntchen Glück gefehlt.“ Etwas anders sah es Mittelfeldspieler Dominik Zehe. „Sicher ist es eine bittere Niederlage, die nicht hätte sein müssen. Der Gegentreffer war vermeidbar und vorne hatten wir gute Möglichkeiten. Aber Pech und teilweise Unvermögen haben ein Unentschieden verhindert.“ Eines ist nach diesen Spiel klar: Man kann den Hausherren überhaupt keinen Vorwurf machen.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball: Bayernliga Nord

    TSV Großbardorf –

    DJK Gebenbach 0:1 (0:1)

    Großbardorf: Schneider – Zang (80. Röder), Topuz, Hölderle, Heusinger – Piecha, Mangold (73. Lijesnic) – Rieß (66. Dietz), Zehe, Schönwiesner – Snaschel.

    Gebenbach: Nitzbon – Biermeier, Libotovsky, Scherm, Gorgiev – Hempel, Fischer – Becker (90. + 2 Jakob), Lindner, Keilholz (88. Pirner) – Haller (77. Kohler).

    Schiedsrichter: Marx (Aschaffenburg). Zuschauer: 360.

    Tor: 0:1 Hempel (35.).

    Besondere Vorkommnisse: Schneider (Großbardorf) hält Foulelfmeter von Becker (90. + 1).

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!