• aktualisiert:

    TISCHTENNIS: TTBL

    Der Vizemeister ist eine Nummer zu groß für Bad Königshofen

    Mizuki Oikawa (im Bild) konnte die Siegesserie seines Gegners Shang Kun nicht stoppen. Foto: Rudi Dümpert

    Tischtennis

    Bundesliga Männer

     

    ASV Grünwettersbach – TTC Zugbrücke Grenzau 3:1  
    TSV Bad Königshofen – 1. FC Saarbrücken 0:3  
    TTC Schw. Bergneustadt – Post SV Mühlhausen 3:0  
    TTF Ochsenhausen – Borussia Düsseldorf 3:1  

     

     

    1. (2.) 1. FC Saarbrücken 10 8 0 2 28 : 10 16 : 4  
    2. (1.) Borussia Düsseldorf 10 8 0 2 25 : 14 16 : 4  
    3. (4.) TTF Ochsenhausen 10 7 0 3 23 : 17 14 : 6  
    4. (3.) SV Werder Bremen 9 6 0 3 22 : 16 12 : 6  
    5. (7.) TTC Schw. Bergneustadt 10 6 0 4 22 : 17 12 : 8  
    6. (8.) TTC Neu Ulm 10 5 0 5 24 : 21 10 : 10  
    7. (5.) Post SV Mühlhausen 10 5 0 5 19 : 17 10 : 10  
    8. (6.) TSV Bad Königshofen 10 5 0 5 19 : 19 10 : 10  
    9. (9.) ASV Grünwettersbach 10 5 0 5 19 : 22 10 : 10  
    10. (10.) TTC Fulda Maberzell 9 3 0 6 16 : 20 6 : 12  
    11. (11.) TTC indeland Jülich 10 1 0 9 8 : 27 2 : 18  
    12. (12.) TTC Zugbrücke Grenzau 10 0 0 10 5 : 30 0 : 20  

     

    Die nächsten Spiele, Montag, 19 Uhr: Bremen – Fulda Maberzell, Dienstag, 19 Uhr: Mühlhausen – Ochsenhausen, Sonntag, 15 Uhr: Düsseldorf – Neu Ulm, Saarbrücken – Bergneustadt, Fulda Maberzell – Bad Königshofen, Grünwettersbach – Jülich

    0:3. Am Ende stand ein klares Ergebnis im Spiel zweier Mannschaften, die nicht nur Größe und Potenzial des Vereins und der Traditionen trennen, sondern auch die Qualität des Kaders. Hier sahen 685 Zuschauer in der Shakehands-Arena mit dem 1. FC Saarbrücken den aktuellen deutschen Vizemeister und möglicherweise den deutschen Meister 2020 – und zwar genau in dieser Besetzung. Nein, da hatte Headcoach Slobodan Grujic mal lieber nichts anbrennen lassen und seine Top-Besetzung zum Spiel beim TSV Bad Königshofen geschickt.

    Eine Demontage war es nicht

    Die Ergebnisse der Gastgeber stimmten ja in letzter Zeit nicht so sehr. Der Respekt, den sie sich in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) erarbeitet haben, hat aber nicht gelitten. Natürlich bestand schon im Vorfeld eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass es für den erneut ohne Kilian Ort angetretenen TSV etwas zu erben gäbe. Aber auch mit ihm wäre vielleicht dieses Ergebnis zustande gekommen. Eine Demontage, das sei hier schon festgehalten, war es aber mitnichten, ein zweistündiger Sport-Event auf hohem Niveau ganz gewiss: Tischtennis-Weltklasse kompakt komprimiert besonders in die 42 Minuten, welche die drei Sätze des ersten Einzels Mizuki Oikawa gegen Shang Kun in Anspruch nahmen.

    Weiße Weste gewahrt

    Und was kam beim taktischen Geplänkel der beiden Cheftrainer heraus: Eine rein ostasiatische Paarung, eine kroatisch-slowenische und eine rein deutsche. Ihren besonderen Reiz hatte die Partie zwischen dem Grabfeld-Japaner Mizuki Oikawa und dem nach einer Saison lang ungeschlagen aus Polen ins Saarland gewechselten Shang Kun, dem aktuell vielleicht viertbesten Chinesen. Er kam angereist mit weißer Weste, einer 6:0-Bilanz, und verließ die Halle mit 7:0. Aber Mizuki Oikawa zwang den 28-jährigen Linkshänder zur Herausgabe seines ganzen Könnens.

    Feuerwerk der Tischtennis-Künste

    Es war ein Augenhöhe-Duell vom ersten bis zum letzten Ball. Schon mit jenem zum 1:0 im ersten Satz eröffneten die beiden Vertreter aus den Tischtennis-Ländern Nummer 1 und 2 der Welt ein Feuerwerk ihrer Künste. Nach 4:0-Führung zwang Oikawa seinem Gegner einen 20-minütigen ersten Satz auf: ein absoluter Seltenheitswert. Er erkämpfte sich selber zwei Satzbälle (10:9 und 13:12). Doch schließlich rettete sich Kun mit Hilfe eines Oikawa-Aufschlagfehlers zum 15:13.

    Der zweite Durchgang verlief nahezu identisch: geballte asiatische Konzentration, Dynamik und Hoch-Risiko-Aufschläge. Das besondere Fairness-Ereignis bei 8:6 für Oikawa, diesmal, wenn man so will, die Retour-Kutsche zu Zeljkos Ehrlichkeit gegen Düsseldorf. Hier soll Shang Kuns Ball die Umrandung berührt haben. Die Schiedsrichter entschieden für Kun, ein paar Blickwechsel nach dem Ballwechsel und diesmal gab Kun den Punkt an Oikawa zurück. Lang anhaltender Beifall des Publikums für den Gast, nicht 8:7, sondern 9:6, dann 10:6 und vier Satzbälle für den Bad Königshöfer. Aber Kun kam über 10:10 doch noch zum 13:11 und zur 2:0-Satzführung. Nach 42 Minuten waren der dritte Satz (11:9) und der erste Punkt für Shang Kun und Saarbrücken in trockenen Tüchern.

    Jorgic schlägt Zeljko deutlich

    Nun kam es zum Duell der zwei ehemaligen TSV-Teamkollegen, des noch aktuellen Filip Zeljko und des ehemaligen (2017/18) Darko Jorgic. Nur im ersten Satz konnte Zeljko, der am Samstag seinen 23. Geburtstag gefeiert hatte, mithalten. Dann setzte sich Jorgic ab. Er war um etliche Kilo leichter und mindestens eine Konfektionsgröße kleiner in die Halle zurückgekehrt, in der er sich einen Namen in Tischtennis-Deutschland gemacht und die Herzen der Fans erobert hatte. Sie begrüßten ihn besonders herzlich, ihre Sympathien galten aber ganz klar Filip Zeljko. Der am Ende allerdings die größeren Qualitäten seines Gegners anerkennen musste und doch ein bisschen unterging. 0:2 zur Pause und noch kein Satz gewonnen.

    Für den sollte im dritten Match des Tages Bastian Steger gegen den Weltranglisten-15. Patrick Franziska sorgen. Die Kollegen Nationalspieler unter sich: Der eine mit zwei olympischen Bronzemedaillen, der andere mit zwei Mal WM-Silber, jeweils im Team. Solche Erfolge haben sie in etwa gleich. Worin sie sich unterscheiden: Franziska (27) hat elf Lebensjahre weniger, 26 Zentimeter mehr an Körpergröße und mindestens noch einmal so viel an Reichweite.

    Steger setzt ein Zeichen

    Im ersten Satz verzückte Bastian Steger seine Fans, hoch konzentriert und ebenso motiviert. Sie sind ja auch noch ein bisschen Konkurrenten um den dritten Olympiaplatz für Tokio 2020 hinter Boll und Ovtcharov. Ein Zeichen in diese Richtung konnte Steger aber nur im ersten Satz setzen, gewann ihn mit 11:7. Dann aber setzten sich Franziskas Finessen und besonders der gefährlichere Aufschlag durch. Sein 3:1-Sieg war verdient. So wie das 3:0 für Saarbrücken insgesamt. Diese Hausnummer ist halt doch noch eine zu groß für den TSV.

    Die Statistik des Spiels

    Tischtennis: Bundesliga TSV Bad Königshofen – 1. FC Saarbrücken TT 0:3

    Mizuki Oikawa – Shang Kun 0:3 (13:15, 11:13, 9:11)

    Filip Zeljko – Darko Jorgic 0:3 (9:11, 3:11, 3:11)

    Bastian Steger – Patrick Franziska 1:3 (11:7, 8:11, 9:11, 6:11)

    Zuschauer: 685.

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!