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    HANDBALL: RELEGATION

    Die richtigen Lehren ziehen

    Nach der knappen Hinspielniederlage in Blaustein wollen Kapitän Julian Bötsch (am Ball) und der HSC Bad Neustadt das Ruder noch herumreißen und in eigener Halle den Aufstieg in die Dritte Liga perfekt machen. Foto: Rudi Apprich

    Handball

    Um den Aufstieg in die Dritte Liga 1. Runde, Rückspiel HSC Bad Neustadt – TSV Blaustein (Samstag, 19.30 Uhr, Bürgermeister-Goebels-Halle)

    Können die HSCl'er und ihre Fans am Samstagabend nach dem Relegations-Rückspiel gegen den TSV Blaustein den Aufstieg in die Dritte Liga feiern und anschließend den Erfolg im Foyer begießen? „Wir werden alles dafür tun“, verspricht HSC-Coach Chrischa Hannawald. „Wir haben uns in der Vorbereitung während der Woche auf dieses Ziel fokussiert, wissen aber um die Schwere der Aufgabe und hoffen auf die Unterstützung der Fans“. Die Ausgangsbasis ist trotz der knappen 27:28-Hinspielniederlage nicht schlecht. „Allerdings hat die Begegnung, die wir ergebnismäßig erst durch eine Aufholjagd in den letzten Minuten positiv gestalten konnten, gezeigt, dass der Gegner wie erwartet nicht mit links zu schlagen ist“, so die Erkenntnis des HSC-Trainers.

    „Schlechteste Saisonleistung“

    Dieser war mit der Leistung seines Teams im Hinspiel nicht zufrieden, „weil wir uns in der Deckung nicht wie gewohnt konsequent präsentiert haben, uns in der Offensive zu viele Fehler aller Art unterlaufen sind und wir insgesamt unsere schlechteste Saisonleistung gezeigt haben“. Dies führte, auch weil die Schiedsrichter mit kurzer Leine pfiffen, in der Abwehrarbeit dazu, dass die Rotmilane nicht ihre gewohnte Aggressivität auf die Platte bringen konnten. „Die zwei frühen Zeitstrafen für unseren Mannschaftskapitän Julian Bötsch, der dann von Franziskus Gerr, der Gotts sei Dank rechtzeitig nach längerer Verletzungspause wieder mitwirken konnte, waren in dieser Hinsicht nicht förderlich“.

    Erfolgreiche Aufholjagd

    Der Vier-Tore-Rückstand zur Halbzeit (10:14) verhieß für die Rot-Weißen nicht Gutes, zumal die HSC'ler mit der offensiven Abwehr der Württemberger, „obwohl wir darauf vorbereitet waren und uns vorbereitet hatten“ (Hannawald) , nicht wie gewünscht zurechtkamen. Es wurde zu hektisch agiert, was viele Ballverluste und technische Fehler zur Folge hatte. Auch Spielmacher Krisztian Galli, der noch Ordnung ins Spiel brachte und sieben Strafwürfe verwertete, konnte den Negativlauf in den ersten dreißig Minuten nicht verhindern. Ganz prekär wurde es aus Sicht der Gäste, als die Schützlinge von Tim Graf den Vorsprung ab der 45. Minute (21:19) innerhalb von zehn Minuten auf ein komfortables 27:22 ausbauten. „Der Spielstand war aus unserer Sicht da mehr als kritisch. Da schien unsere Ausgangsposition für das Rückspiel eine Herkulesaufgabe zu werden“, meinte Hannawald, ehe er mit Freude konstatieren konnte, dass seine Akteure noch einmal alles in die Waagschale warfen und eine Aufholjagd starteten.

    Blausteiner Krankheit

    „In dieser Phase haben meine jungen Spieler Bad Neustadt durch eigene Fehler aufgebaut“, erklärt TSV-Coach Tim Graf, der mit Kopfschütteln das Dahinschmelzen des Vorsprungs registrieren musste. Oder wie es TSV-Sportleiter Sebastian Schmid kommentierte: „Wir wurden wieder von der Blausteiner Krankheit befallen. Aufgrund unseres körperlichen Einsatzes und wegen der großen Laufbereitschaft wurden bei einigen Spielern in den Schlussminuten doch die Beine schwer, was eine Mannschaft wie der HSC, die seine Kräfte besser einteilen und wegen des qualitativ gut besetzten Kaders schonender einsetzen konnte, natürlich sofort nutzt“. Die Fehlerquote der TSV'ler stieg jedenfalls an und die Ballverluste nutzte die Hannawald-Sieben zu Tempogegenstößen, die gerade Linksaußen Martin Bieger clever verwertete. Gift für die Hausherren war auch die Umstellung der HSC-Deckung von einer 6:0-Formation auf ein 5:1-System, wobei die „Speerspitze“ Gary Hines den gegnerischen Spielaufbau vom Kreis weg drängte. „Dieses System, das wir aus unserer Oberliga weniger gewohnt sind, war unserem Spiel nicht förderlich. Darauf haben wir uns in den letzten Tagen gezielt vorbereitet“, so Graf.

    „Mit welcher Variante wir im Rückspiel agieren, will ich natürlich nicht verraten“, sagt Hannawald. „Wir wollen in dieser Hinsicht flexibel agieren. Die Mannschaft kann das und ist, da wir nun den Gegner besser kennen, auf alles vorbereitet. Verhindert werden müssen auf jeden Fall die Ballverluste, die es dem Gegner im Hinspiel erlaubt haben, viele Konter zu laufen“, so der HSC-Coach. Das Training war dabei nicht von Außergewöhnlichem geprägt, „wir haben aber anhand von Videostudium zum einen unsere Schwächen im Hinspiel analysiert und die der Blausteiner gefiltert, um eine entsprechende Antwort zu finden“, informiert Hannawald. Dieser baut natürlich auf die Unterstützung der Fans in der proppenvollen Halle. „Unser Ziel muss sein, dass der Funke, den das Team schon in den Anfangsminuten auslösen soll, auf die Tribüne über- und dann wieder zurückspringt“.

    Restkarten an der Abendkasse

    In personeller Hinsicht gibt es keine größeren Sorgen bei den Rotmilanen, „lediglich Benedikt Kleinhenz hat sich im Training eine Knieverletzung zugezogen. Hinter seinem Einsatz steht noch ein Fragezeichen“, sagt Hannawald. Die HSC-Verantwortlichen bitten die Fans aufgrund des zu erwartenden Andrangs um ein rechtzeitiges Erscheinen in der Bürgermeister-Goebels-Halle. Stehplatzticktes und einzelne Sitzplatzkartenrückläufer sind nach Auskunft von HSC-Schatzmeister André Härder noch ab 18 Uhr an der Abendkasse erhältlich.

    So steigt der HSC auf

    Nach der 27:28-Niederlage im Hinspiel ist für die Handballer des HSC Bad Neustadt klar: Um am Samstagabend den Aufstieg in die Dritte Liga perfekt machen zu können, benötigen sie im Rückspiel zuhause gegen den TSV Blaustein einen Sieg. Fällt der mit zwei Treffern Unterschied aus, dann darf die Hannawald-Sieben jubeln. Bei einem Sieg mit einem Treffer Differenz entscheidet die höhere Anzahl der auswärts erzielten Tore über den Gewinner des Duells. Sollte der HSC mit 28:27 siegen, gibt es direkt im Anschluss an die 60 Minuten ein Siebenmeterwerfen.

    Sollte der HSC Bad Neustadt am Samstag die Rückkehr in die Dritte Liga nicht schaffen, dann muss er noch mindestens zweimal spielen: Am Samstag, 25. Mai, beim Verlierer des Duells Hochdorf gegen Kirchzell und am Donnerstag, 30. Mai (Christi Himmelfahrt), 17 Uhr, zuhause gegen den Verlierer des Duells Dinslaken gegen Plochingen. Die beiden HSC-Gegner treffen dann am 1. Juni aufeinander. Die beiden punktbesten Mannschaften dieser Dreierrunde steigen ebenfalls auf. Für den Dritten besteht nur noch eine theoretische Aufstiegschance, am 8./10. Juni stünden aber zwei weitere Partien an, um die Reihenfolge eventueller Nachrücker zu bestimmen. (dr)

    Peter Balthasar

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