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    TISCHTENNIS: BUNDESLIGA

    Für Kilian Ort wird es schwer

    Nationalspieler Kilian Ort zählt den TSV Bad Königshofen zu den Kandidaten auf einen Platz in den Play-offs der Bundesliga. Foto: Rudi Dümpert

    Neben Benedikt Duda vom TTC Schwalbe Bergneustadt ist Kilian Ort (23) vom TSV Bad Königshofen der einzige Spieler der Tischtennis-Bundesliga (TTBL), der seine Sportart bei seinem Heimatverein von frühester Kindheit an gelernt und nie bei einem anderen Verein gespielt hat. Vor der dritten Bundesligasaison des TSV Bad Königshofen, die am Samstag, 17. August, 19 Uhr, mit einem Heimspiel gegen den TTC Zugbrücke Grenzau beginnt, sagt Ort, was er von Liganeuling TTC Neu-Ulm hält, was für den TSV in dieser Saison drin sein könnte und wo er sich in einigen Jahren sieht.

    Frage: Wie würden Sie Ihre Leistung in der vergangenen Saison einschätzen?

    Kilian Ort: Ich war sehr zufrieden damit. Wenn mir einer vor der Saison gesagt hätte, dass ich mit einem Spiel positiv am Ende dastehe, hätte ich das sicherlich unterschrieben. Besonders hat mich gefreut, dass ich auch mal zu Hause erfolgreich sein konnte. Das hat ja doch eine gewisse Zeit gedauert. Gegen Bastian Steger (Anmerkung der Redaktion: jetzt Teamkollege, damals bei Werder Bremen) ist dann endlich der Knoten geplatzt. Im Doppel ist aber noch Verbesserungspotenzial da.

    Waren Sie mit dem Abschneiden der Mannschaft zufrieden?

    Ort: Mit Platz 8 kann der Verein zufrieden sein. Ich denke, das bildet die Saison auch gerecht ab. Sieben waren besser, drei schlechter. Wir waren da, wo wir hingehören. Ich denke, als Team haben wir die Erwartungen des Vereins erfüllt.

    Die Liga hat sich ziemlich verändert, durch neue Spieler und eine neue Mannschaft. Wie ist Ihre Meinung zum TTC Neu-Ulm, der eine Wildcard für die Bundesliga bekommen hat?

    Ort: Im Fußball stehen Fans anderer Vereine solchen Projekten ja nicht immer positiv gegenüber. Deshalb kann ich auch nachvollziehen, wenn der eine oder andere TSV-Fan etwas skeptisch ist, weil wir innerhalb einer Dekade fünf Mal aufsteigen mussten, um da hin zu kommen und uns das Jahr für Jahr hart erarbeiten mussten, dass wir am Ende ganz oben standen. Und jetzt kommt da eine Mannschaft aus dem Nichts in die Bundesliga. Ich hoffe, dass Herr Ebner (Anmerkung der Redaktion: Neu-Ulms Sponsor Florian Ebner ist geschäftsführender Gesellschafter der Ebner Media Group) ein langfristiges Projekt sieht und der Liga in der Außendarstellung auch weiterhelfen wird. Deshalb denke ich, dass man dem Projekt eine Chance geben und ihm offen gegenüberstehen sollte. Ich kann nur hoffen, dass die Entscheidung der Liga, diesem Verein eine Wildcard zu geben, positiv ausgehen wird.

    Von welchen neuen Spielern erwarten Sie eine Anhebung des Niveaus der Bundesliga?

    Ort: Tiago Apolonia ist zurückgekehrt, Grünwettersbach hat mit Cho Seungmin einen jungen Koreaner verpflichtet. Der Königstransfer ist der des neuen Vizeweltmeisters Mattias Falck nach Bremen, der Bastian Steger als Nummer 1 ersetzen wird. Insgesamt denke ich, dass die Liga stärker geworden ist, weil sich auch die kleinen Vereine verstärkt haben. Grenzau ist gefährlicher geworden mit dem neuen U-21-Europameister Skoropoulos aus Griechenland und dem jungen amerikanischen Talent Kanak Jha. Da hat sich eine junge, hungrige Mannschaft zusammengefunden, die vielen Gegnern Probleme bereiten kann.

    Erwarten Sie von den Veränderungen in der Liga einen Image-Gewinn der Sportart in Deutschland?

    Ort: Die Liga ist noch stärker besetzt als letztes Jahr, und was dazu kommt: Viele Spieler haben bei der WM sehr gut abgeschnitten. Das macht neugierig und weckt neues Interesse. Ich hoffe auch, dass das Ebner-Projekt Neu-Ulm medientechnisch einiges bewegen kann. Dennoch müssen wir realistisch bleiben. Auch kleine Schritte können uns nach vorne bringen. Nahe an den Fußball kommt eh keine Sportart ran in Deutschland.

    Welchen Vereinen trauen Sie den Einzug in die Play-offs der besten Vier zu?

    Ort: Ochsenhausen, Düsseldorf und Saarbrücken werden dabei sein. Dahinter kämpfen mehrere Mannschaften um den vierten Platz, wobei es um Nuancen geht. In diesem Pool sehe ich Bremen, Mühlhausen, Bergneustadt, vielleicht wir, mit Abstrichen Grünwettersbach. Vielleicht habe ich einen Verein vergessen. Es wird eine ganz enge Kiste.

    Welches Ziel setzen Sie sich persönlich in der neuen Saison?

    Ort: Ich glaube, für mich wird es eine schwere Saison, weil ich in der vergangenen der zweitbeste Punktelieferant meiner Mannschaft hinter Mizuki Oikawa war und ich mir meistens aussuchen konnte, ob ich an Position 2 oder 3 aufgestellt werden möchte. Künftig wird das vermutlich nicht so sein mit Mizuki Oikawa und Bastian Steger, die vom Papier her erst mal stärker eingeschätzt werden als ich. Deswegen muss ich öfter mal als Opfer herhalten und hoffen, dass ich zumindest im Doppel der Mannschaft helfen kann. Ich hoffe aber dennoch, dass ich mich trotz vieler schwerer Spiele verbessern werde und daraus viel Kraft ziehen kann, wenn ich mal einen starken Gegner schlage.

    Und wie lauten die Ziele mit der Mannschaft?

    Ort: Als Mannschaft müssen wir natürlich besser abschneiden als in der letzten Saison, weil wir qualitativ eine bessere Mannschaft haben. Wenn wir verletzungsfrei bleiben, könnte es eine tolle Saison werden. Ich hoffe, mich durch viele gute Matches und hartes Training weiterzuentwickeln und dass ich in drei, vier Jahren mal die Nummer 1 in einem Bundesligaverein sein kann.

    Mit Neuzugang Bastian Steger in Richtung Play-offs

    Nach zwei Spielzeiten im hinteren Mittelfeld hat der TSV Bad Königshofen in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) diesmal höhere Ambitionen. Angemeldet wurden sie bereits im vorigen Dezember, als die Grabfelder Nationalspieler Bastian Steger (38, Bronzemedaillengewinner mit der Mannschaft bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016) als Neuzugang für die Saison 2019/20 vorgestellt haben. Der Oberpfälzer, der von Ligakonkurrent Werder Bremen kommt, war vergangene Saison zweitbester Spieler der Bundesliga (TTBL) und soll den Verein gemeinsam mit dem Japaner Mizuki Oikawa (22) und Kilian Ort (23) sowie Ersatzmann Filip Zeljko (23, Kroate) in die Nähe der Play-off-Plätze führen. „Wir werden es Bastian einfach machen, sich in unserer Mannschaft und im gesamten Verein und Umfeld wohl zu fühlen“, verspricht Ort. Für den TSV Bad Königshofen um Trainer Koji Itagaki beginnt die Saison an diesem Samstag, 17. August, 19 Uhr, mit einem Heimspiel gegen den TTC Zugbrücke Grenzau. Am Sonntag, 25. August, 15 Uhr, geht es zum TTC indeland Jülich, das nächste Heimspiel ist erst am 15. September. Gegner ist dann Grünwettersbach. (dr)

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