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    HANDBALL: BAYERNLIGA

    Doppelte Rückkehr

    Dieter Schulz (links), Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft, begrüßt Leon Rastner nach knapp fünf Jahren beim SC Magdeburg zurück beim HSC Bad Neustadt. Foto: HSC Bad Neustadt/Tim Rathgeber

    Da ist er wieder. Fünf Jahre nach seinem Wechsel zum SC Magdeburg trägt Leon Rastner ab sofort erneut das Trikot des Handball-Bayernligisten HSC Bad Neustadt. Der 21-jährige Linkshänder stammt aus Schweinfurt und wurde einst von Rainer Kirchner beim HSC ausgebildet. In Magdeburg reifte er zum Jugend-Nationalspieler, zählte in den letzten Jahren zum Kader der in der Dritten Liga spielenden zweiten Mannschaft. Zuletzt war es allerdings ruhig um ihn geworden. „Wir freuen uns, dass ein ehemaliger Jugendspieler den Weg zurück zum Verein gefunden hat“, sagt HSC-Trainer Chrischa Hannawald. Sein Vertrag läuft zunächst bis Saisonende.

    Lange Verletzungspause

    Für den im spanischen Santander geborenen Rastner ist es eine doppelte Rückkehr. Anfang des Jahres hatte er in sozialen Medien erklärt, es – vorerst – mit dem Handball sein zu lassen. „Ich hatte in Magdeburg so viele Verletzungen und einfach keine Lust mehr. Es hat dort keinen Sinn mehr gemacht“, sagt Rastner. Seit eineinhalb Jahren hatte er zum Zeitpunkt seines Entschlusses kein Spiel mehr bestritten. Im August 2017 verletzte er sich am rechten Knie: Meniskuseinriss. Wegen immer wieder auftretender Probleme an der linken Schulter ließ er die wenig später auch untersuchen. Heraus kam die Diagnose Labrumriss. Außerdem wurde bei der MRT-Untersuchung ein Wirbelbruch im Lendenwirbelbereich festgestellt.

    Nach einer minimalinvasiven Schulter-Operation in Schweinfurt im Herbst 2017 wurde Rastner noch ein halbes Jahr lang mit Spritzen am Rücken behandelt. „Ich konnte eigentlich gar nichts mehr machen, weil ich immer Schmerzen hatte“, sagte Rastner im Oktober der Magdeburger Zeitung „Volksstimme“. Er erklärte aber auch: „Ich will jetzt wirklich nicht mehr warten, will zurück auf die Platte. Ich kann schon über ein Jahr lang nicht mehr machen, was ich ein Leben lang gemacht habe – Handball spielen.“

    Intensive Athletikeinheiten

    Nach seiner Rücktrittsankündigung zog er zurück nach Schweinfurt, wo er bald eine Ausbildung zum Bankkaufmann beginnen wird. Erste Gespräche mit dem HSC folgten und Rastner fand in HSC-Athletiktrainer Carsten Pusch einen Fürsprecher. Der war sich sicher, ihn wieder hinzubekommen, und arbeitete wochenlang intensiv mit ihm. „Das hat mir richtig geholfen“, bemerkte Rastner, in dem die Entscheidung reifte, den Rücktritt vom Rücktritt einzuleiten: „Handball ist nach wie vor alles für mich.“ Ein, zwei Handvoll Einheiten in der Halle mit der Mannschaft bestärkten ihn. „Es lief alles flüssig und die Bälle sind dorthin geflogen, wo sie hin sollten“, sagt Rastner.

    „Er hat mir gesagt, dass er sich gut fühlt und keine Schmerzen hat. Das Verständnis für unser Spielsystem und die Fitness kommen von alleine“, sagt Hannawald. Er betont, dass er keinerlei Erwartungshaltung gegenüber seinem Neuzugang aufbaut. Rastner solle Max Drude im rechten Rückraum etwas entlasten, ansonsten vor allem „Spaß haben, schmerzfrei Handball zu spielen. Er hat alle Zeit. Wenn es gut ist, kommt alles von alleine.“ Das sieht der 21-Jährige ähnlich, erwartet von sich freilich darüber hinaus auch, dass „ich der Mannschaft helfen kann“.

    Von der Tribüne auf die Bank

    Leon Rastner saß am vergangenen Wochenende beim Sieg des HSC Bad Neustadt gegen die TG Landshut schon zwischen den derzeit verletzten Franziskus Gerr und Maximilian Schmitt auf der Tribüne der Bürgermeister-Goebels-Halle. Seit Donnerstag ist er für den Tabellenführer der Bayernliga spielberechtigt und wird bei der Partie am Samstagabend bei der HSG Würm-Mitte zum Kader gehören. Er ist der Sohn des ehemaligen Handballprofis Andreas Rastner.

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