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    SKISPRINGEN: KLOSTER-KREUZBERG-POKAL

    Jens Weißflog empfiehlt die Rhönadler

    Ein kleines Sommerfest wurde am Sonntag in der Kreuzbergarena gefeiert. Zum 15. Mal wurde das Skispringen um den Kloster-Kreuzberg-Pokal ausgetragen. Dieses Jahr hatten sich nicht nur erfreulich viele Skispringer angemeldet, auch die Zuschauer sprengten den Rahmen des Üblichen und spendeten den Sportlern bei ihren Luftsprüngen anfeuernden Beifall. 67 Starter aus Bayern, Sachsen und Thüringen hatten sich am Fuße des Kreuzberges eingefunden, um bei herrlichem Spätsommerwetter ihren Wettbewerb auszutragen.

    Der junge Sportler Seok Jae Hwang, der im letzten Jahr mit seinem Sprung von 55,5 Metern einen neuen Sommerschanzenrekord aufgestellt hatte, war ebenso vertreten wie die Rhönadler, die samt ihres Trainers am Wettkampf teilnahmen und es in ihren Altersklassen alle aufs Treppchen schafften. Nach dem Springen war das quirlige Team an den grünen T-Shirts erkennbar und zusammen mit der großen Familie der Skispringer genossen sie den Nachmittag an der Schanzenanlage, der mit der Siegerehrung endete.

    Haselbach statt Oberwiesenthal

    Ein junger Rhönadler muss für das Training in der Rhön eine sehr lange Anfahrt in Kauf nehmen. Das geht natürlich nur mit der Unterstützung seiner Eltern Annett Ehrenreich und Michael Poetsch aus Kelkheim im Taunus, die ihren Sohn Maximilian mindestens einmal pro Woche zu den Kreuzbergschanzen fahren. Auf Nachfrage, warum die Familie gerade den RWV Haselbach als Verein auserkoren hat, berichtete Mutter Annett von der Teilnahme ihres Sohnes an einem Schnupperspringen in Oberwiesenthal. Maximilian hatte es so gut gefallen, dass er unbedingt diese Sportart ausüben wollte. Da die Anfahrt nach Oberwiesenthal sehr lang ist, fragten sie ihren Bekannten, die Skisprunglegende Jens Weißflog, ob er denn nicht eine Lösung wüsste. „Da gibt es einen kleinen Verein in der Rhön“, antwortete dieser und verwies die Familie an die Haselbacher. Seither gehört Maximilian zu den Rhönadlern und fühlt sich in dem Team pudelwohl.

    Drei bekannte und immer wieder gerne begrüßte Springer flogen als letzte Sportler des Kloster-Kreuzberg-Pokals über den Schanzentisch der K50. Sie waren mit 56, 58 und 69 Jahren auch die mit Abstand ältesten Teilnehmer und betreiben diese Sportart aus reiner Freude und weniger um des Gewinnens willen. Frank Schilling vom SFW Suhl berichtete, was er in der großen Springerfamilie erlebt, wenn er zu Wettkämpfen fährt. „Da springen 82-jährige von 90-Meter-Schanzen und machen Sprünge um 85 bis 90 Meter“, erzählte er begeistert und man will es kaum glauben. Vor vier Wochen flog er sogar nach Sankt Petersburg, wo seit 1912 Skispringen stattfinden. Er war der erste deutsche Teilnehmer überhaupt und wurde regelrecht gefeiert. Er durfte dann sogar die deutsche Fahne tragen.

    Sprungski passen nicht in Taxis

    „Du kannst ja mit den Sprungskiern schlecht ein Taxi nehmen, wenn du am Flughafen ankommst“, berichtete er, hier halfen die befreundeten Sportler der Region aus und holten ihn mit dem Auto ab. Frank Schilling sagt von sich selbst, dass er nie ein großes Sprungtalent war, aber der Sport ihm schon immer Spaß machte. Es gibt viele kleine Vereine, die mit Sportlern wie ihm und seinen Freunden ihre Schanzenanlagen betreiben und dadurch regelmäßig pflegen und erhalten.

    Gepflegt sind die die Sprungschanzen am Nordhang des Kreuzberges, dafür setzt sich der RWV Haselbach, Ausrichter des Kloster-Kreuzberg-Pokales ein. Das Kloster fungierte wieder als Schirmherr und der Guardian Pater Martin Domogalla hatte es sich nicht nehmen lassen, die Veranstaltung zu besuchen, gerne half er bei der Siegerehrung mit und zollte den überwiegend jungen Skispringern seinen großen Respekt, wünschte ihnen weiterhin Erfolg und riet: „Wenn ihr überall so trainiert und euch anstrengt, werdet ihr auch im Leben große Sprünge machen.“

    Lange wird Zweiter

    Die weitesten Sprünge beim diesjährigen Kloster Kreuzberg-Pokal wurden auf der K50 gemacht, Christopher Kane vom WSV Braunlage schaffte beim zweiten Durchgang 54 Meter und landete damit in seiner Klasse Junioren J 16 – H 29 auf dem ersten Platz vor Maximilian Lange (RWV Haselbach), dem Trainer der Rhönadler, und Marco Hoffmann (SFV Rothenburg).

    Den weitesten Sprung auf der K30 zeigte einer der jungen Springer. Julian Weschenfelder (WSV 08 Lauscha) landete in der Schülerklasse S 11 nach 28,5 Metern auf den Matten und bekam dafür auch ordentliche Haltungsnoten, sodass er in seiner Klasse mit 210 Punkten vorne lag. Schon die jüngsten der Rhönadler konnten sich abheben, so landete Conrad Vorndran in der Klasse Schüler bis S 7 auf der K5 vor Maximilian Ehrenreich (beide RWV Haselbach) auf dem ersten Platz. Amelie von Rosen (RWV Haselbach) sprang von fünf Springern der Klasse Schüler S8 weiblich ebenfalls auf den ersten Platz, ihr Bruder Louis von Rosen (RWV Haselbach) wurde Zweiter der offenen Klasse auf der K16, Janis Kansog (WSV Oberweißenbrunn) kam auf Platz drei in der Klasse S 10 männlich. Anna Chlebowy (S 10w/K16) und Marlene Günther (S 12w/K30), beide WSV Oberweißenbrunn, erreichten in ihren Klassen jeweils den zweiten Platz.

    Schmerzhafter Wespenstich

    Das Skispringen ist für die Ersthelfer der Bergwacht immer eine Veranstaltung, bei der sie gerne ihre Hilfe zur Verfügung stellt, ist es doch eine attraktive und verletzungsarme Sportart, wie ein Bergwachtmann berichtet. Zwar stürzt hin und wieder ein Sportler beim Aufsprung, jedoch gibt das im Extremfall meist blaue Flecken oder Abschürfungen. Auch dieses Mal wurde der Rettungswagen nicht benötigt und der Einsatz der Ersthelfer beschränkte sich auf einen äußerst schmerzhaften Wespenstich eines Besuchers.

    15. Kloster-Kreuzberg-Pokal – Auszug aus der Ergebnisliste

    Schüler bis S7 m/w, K5

    1. Conrad Vorndran (RWV Haselbach) T-Note 206,5; 2. Maximilian Ehrenreich (Haselbach) 204,9; 3. Carla Vesper (WSV Isny) 201,2.

    Schüler S8 w, K16

    1. Amelie von Rosen (Haselbach) 186,0; 2. Ronja Schröder (SFV Rothenburg) 183,2; 3. Anni Strümpfel (TSG/WSC 07 Ruhla) 174,3.

    Schüler S10 m, K16

    1. Hannes Klee (WSV Kleinschmalkalden) 211,7; 2. Luke Duda (SC Buntenbock) 221,5; 3. Janis Kansog (WSV Oberweißenbrunn) 211,3.

    Schüler S10 w, K16

    1. Chiarea-Kaori Greiner-Hiero (WSV Lauscha) 197,1; 2. Anna Chlebowy (Oberweißenbrunn) 179,6.

    Offene Klasse, K16

    1. Melinda Friedel (Ruhla) 193,1; 2. Louis von Rosen (Haselbach) 192,4; 3. Lucy Herrmann (Steinbach-Hallenberg) 185,9.

    Schüler S12 w, K30

    1. Lea-Helen Weigelt (Lauscha) 185,3; 2. Marlene Günther (Oberweißenbrunn) 146,5.

    Junioren J19 bis H29, K50

    1. Christopher Kane (WSV Braunlage) 237,3; 2. Maximilian Lange (Haselbach) 220,6; 3. Marco Hoffmann (Rothenburg) 190,6.

    bara

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