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    HANDBALL: 3. LIGA MITTE

    HSC-Chef Eduard Mardian: „Man darf niemals abschenken“

    Handball: Seit zehn Tagen verantwortet Eduard Mardian als Geschäftsführer die Geschicke der Drittliga-Mannschaft des HSC Bad Neustadt. Warum er den Zeitpunkt für die Übernahme des Postens als optimal erachtet und welches Ziel er ausgibt.
    Eduard Mardian (im Bild) gibt bei den Drittliga-Handballern des HSC Bad Neustadt künftig die Richtung vor
    Eduard Mardian (im Bild) gibt bei den Drittliga-Handballern des HSC Bad Neustadt künftig die Richtung vor Foto: Anand Anders

    Über zehn Jahre lang stand Dieter Schulz (64) als Geschäftsführer an der Spitze der HSC Bad Neustadt GmbH & Co. KG. Unter dem Dach dieser Gesellschaft ist der Spielbetrieb der Rotmilane genannten ersten Mannschaft des HSC Bad Neustadt organisiert. Weil Schulz darauf drängte, den Posten zeitnah aufzugeben, musste ein neuer Chef für die Drittliga-Handballer gefunden werden. Die Wahl fiel auf den 34-jährigen Eduard Mardian. Im Gespräch kündigt der in Handballkreisen eher unbekannte Hohenröther an, verstärkt nach regionalen Talenten Ausschau halten und auch vor unpopulären Entscheidungen nicht zurückschrecken zu wollen.

    Frage: Sie sind seit letzter Woche Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft und prompt gab es am vergangenen Wochenende den ersten Sieg unter Ihrer Ägide. Begreifen Sie das als gutes Omen für Ihre Arbeit?

    Eduard Mardian: Für mich persönlich zum Einstand: ja. In unserer Gesamtsituation war der Sieg ein Schritt nach vorne. In der zweiten Halbzeit war es eine willensstarke Leistung der Mannschaft. Sie hat gezeigt, dass sie aktiv ist, lebt und sich noch nicht abgeschrieben hat.

    Was hat Sie bewogen, diesen Posten zu übernehmen?

    Mardian: Ich komme zwar nicht aus dem Handball. Ich bin dem HSC aber, seitdem ich zwölf oder 13 Jahre alt war, als Fan sehr verbunden. Nachdem ich erfahren hatte, dass Dieter Schulz sein Amt niederlegt, habe ich mich sukzessive mit dem Thema beschäftigt. Durch Gespräche mit verantwortlichen Personen konnte ich mir ein Bild von der zu leistenden Arbeit machen. Nach und nach ist der Entschluss in mir gereift, den Posten als Geschäftsführer zu übernehmen. Natürlich war die Zustimmung der Familie auch ein wichtiger und ausschlaggebender Punkt für die Entscheidung.

    Warum steigen Sie jetzt ein, da über die Hälfte der Saison gespielt ist?

    Mardian: Dieser Zeitpunkt hat sich nach Rücksprache mit einigen Verantwortlichen ergeben. Er hängt auch damit zusammen, dass Dieter Schulz jüngst klar geäußert hat, dass er das Amt jetzt niederlegen möchte. Ich finde den Moment jetzt zum Jahreswechsel optimal. Neues Jahr, neues Glück.

    André Härder, Sebastian Kubik und Felix Schmidl haben seit letztem Frühjahr Ihren Vorgänger Dieter Schulz in den Bereichen Finanzen, Lizenzspieler und Marketing unterstützt. Werden auch Sie mit ihnen zusammenarbeiten?

    Mardian: Natürlich. Die drei sind für mich wichtig. Im Team werden wir Entscheidungen besprechen, abstimmen und verabschieden.

    Welchen Führungsstil wollen Sie pflegen?

    Mardian: Jedenfalls keinen Laissez-faire-Stil. Die Spieler müssen wissen, wofür sie beim HSC Handball spielen. Es werden eindeutige Richtlinien vorgegeben. Das Ziel ist ganz klar gesteckt und wir wollen versuchen, es zu erreichen. Niemand wird vor den Kopf gestoßen. Wie immer im Leben müssen aber ab und an schwere Entscheidungen getroffen werden, die nicht jedem gefallen werden. Schlussendlich steht der Klub im Vordergrund und seine sportliche Attraktivität. Die Stadt und die Region sollen sich mit dem HSC identifizieren können.

    Wie lautet das Ziel?

    Mardian: Ganz klar Klassenerhalt.

    Die Mannschaft hat bislang fünf Punkte geholt und hat elf Partien vor Saisonende neun Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. . .

    Mardian: Im Sport darf man niemals abschenken, solange theoretisch noch eine Chance vorhanden ist. Das hat sich in verschiedenen Sportarten schon oft gezeigt. In der Rückrunde haben wir bisher 4:4 Punkte geholt. Bei dieser Ausbeute gibt es keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern wir müssen das nächste Spiel an diesem Samstag mit breiter Brust angehen.

    Sie planen also nach wie vor zweigleisig?

    Mardian: Dazu möchte ich mich vorerst nicht äußern. Wir sind in Gesprächen und Verhandlungen. Die laufen simultan, ja. Was schlussendlich herauskommt, das ist die Gretchenfrage.

    Dass es nach der Saison zu einem Umbruch kommen soll und wird, hat Ihr Vorgänger längst angekündigt. Welche Personalien stehen fest?

    Mardian: Derzeit sind noch keine Fakten für die nächste Spielzeit geschaffen worden. Nach Fasching oder Anfang März wird das ein oder andere spruchreif sein.

    Sie haben also noch keinem Spieler kommuniziert, dass in der kommenden Saison nicht mehr mit ihm geplant wird? Und umgekehrt hat noch kein Spieler seinen Abschied Ihnen gegenüber angekündigt?

    Mardian: Nein.

    Nach welchem Profil Spieler wird der HSC Ausschau halten?

    Mardian: Wir werden versuchen, auf junge Leute zurückzugreifen, auch aus der Region. Denen wollen wir die Möglichkeit geben, sich beim HSC Bad Neustadt zu zeigen. Ich denke auch an einen Pool junger Spieler, die sich bei uns etablieren können. Und die, wenn sie bereit sind für den nächsten Schritt, den HSC als Sprungbrett nutzen können.

    Eduard Mardian

    Eduard Mardian ist 34 Jahre alt. Er und seine Frau Julia haben einen fünfjährigen Sohn und leben in Hohenroth. Der Elektrotechnikmeister ist Abteilungsleiter bei einer Haustechnikfirma in Burkardroth (Landkreis Bad Kissingen). Beim Rad- und Heimatverein Hohenroth ist er aktuell Beisitzer im Vorstand. Bei der nächsten Wahl im März wird er allerdings nicht mehr für diesen Posten kandidieren. Beim FSV Hohenroth trainiert Mardian die Fußball-Bambini-Mannschaft. „Das werde ich auch weiterhin tun“, sagt er. Seine Frau Julia ist Schriftführerin des HSC Bad Neustadt, sein Schwager André Härder Schatzmeister. (dr)

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