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    HANDBALL: BAYERNLIGA

    Frechheit siegt nicht immer

    Gary Hines (am Ball) zeigte sich mit zehn Treffern beim klaren 36:26-Sieg des HSC Bad Neustadt gegen die TG Landshut in bester Wurf- und Torlaune. Foto: Anand Anders

    Die Meisterschaft ist für den HSC Bad Neustadt zum Greifen nah und nur noch eine Frage der Zeit. Während der Spitzenreiter sich seiner Aufgabe in der Handball-Bayernliga mit 36:26 (19:14) gegen die TG Landshut souverän entledigt, bekam er zusätzlich noch Schützenhilfe der SG DJK Rimpar II. Sie zwang den Tabellenzweiten DJK Waldbüttelbrunn in die Knie, wodurch sich der Vorsprung des HSC auf acht Punkte vergrößerte.

    „Da kann man Bad Neustadt wohl schon gratulieren. Die Mannschaft, die auch in dieser Begegnung 60 Minuten absolut seriös aufgetreten ist, ist die stärkste der Liga und hat dies auch heute gezeigt“, sagte Landhuts Markus Böhner nach dem Spiel. Allerdings ging dessen Plan – „wir wollten frech spielen und den HSC ärgern“ – zunächst auf, „was mich wegen unseres Defensivverhaltens in den ersten 20 Minuten stinkig gemacht hat“, meinte HSC-Coach Chrischa Hannawald vor den Fans.

    Sorgloser Beginn

    Tatsächlich agierten die Hausherren anfangs ungewohnt sorglos, kassierten dabei drei Kempa-Gegentreffer. „Da waren wir wirklich frech“ (Böhner), um nach dem 5:5 einen Zwischenspurt einzulegen, der zur deutlichen 11:5-Führung nach einer Viertelstunde führte. Aber in den nächsten Minuten schlugen die Niederbayern, auch während einer Überzahlsituation (Zeitstrafe für Maximilian Drude) zurück und setzten vier Treffer in Serie. Drude, der von den Fans zum Spieler des Monats Februar gewählt wurde, hielt sich diesmal mit Würfen zurück, die Mehrzahl seiner Treffer erzielte er von der Siebenmeterlinie. Dafür war aber Gary Hines in Wurflaune, erzielte zehn Treffer, davon allerdings mehr als die Hälfte als Kontertore.

    Hines stört den Spielaufbau

    Dabei profitierte er von seiner taktischen Ausrichtung, als vorgezogene Spitze in einer 5:1-Deckung störte er nicht nur den Spielaufbau der Landshuter, sondern fing auch einige Pässe ab, die ihn schon vor dem Seitenwechsel frei vor Keeper Adrian Müller auftauchen ließen. Nach dem Zwischenstand von 15:13 (23.) äußerte sich Hannawalds Ärger in einer Auszeit, seine Worte zeigten sofort Wirkung. Die Rot-Weißen agierten jetzt in der Deckung wesentlich aggressiver, „wobei mir schon vor dem Anpfiff klar war, dass wir gegen die körperlich stärkeren Innenverteidiger Bötsch und Singwald unterlegen sind“, erklärte Böhner, der seinen Spielern rückblickend auf die erste Halbzeit eine ordentliche Leistung attestierte.

    Nach Wiederbeginn hellwach

    Der Fünf-Tore-Rückstand war allerdings wenig verheißungsvoll, aus Sicht der Gastgeber sprach allerdings viel für einen Heimsieg, „wobei Landshut, das im Gegensatz zum ersten Aufeinandertreffen diesmal mit voller Kapelle auflief, eine respektable Leistung gezeigt hat“, meinte Hannawald. Seine Mannen waren nach Wiederanpfiff sofort hellwach, bauten die Führung binnen fünf Minuten auf den Zwischenstand von 24:15 aus und sorgten so schon zu diesem Zeitpunkt für die Entscheidung. Die meisten Treffer in dieser Phase resultierten dabei aus Tempogegenstößen, die zum einen Martin Bieger abschloss und zum anderen Gary Hines, der weiter ungenaue Pässe abfing und die ihm Treffer ins verwaiste Tor erlaubten. Denn der Gast versuchte immer wieder mit einem siebtem Feldspieler die Offensive zu stärken. Eine Taktik, die überhaupt nicht aufging.

    Schonzeit für die erste Sieben

    Der Vorsprung der Gastgeber war nach 40 Minuten komfortabel (26:17), der Anfangsformation wurde nun Schonzeit eingeräumt. Gleich hellwach war dabei Felix Schmidl, der einige gute Paraden zeigte, sich aber ärgern musste, weil zurückprallende Bälle meist in den Händen des Gegners landeten. Der Zehn-Tore-Vorsprung des Tabellenführers wurde in der letzten Viertelstunde erfolgreich verteidigt, wobei Vilim Leskovec auf der Spielmacherposition agierte, Linus Dürr und Benedikt Kleinhenz die Außenpositionen besetzten und Maximilian Kalliske den Bötsch-Vertreter am Kreis gab.

    Die Statistik des Spiels

    Handball: Bayernliga HSC Bad Neustadt – TG Landshut 36:26 (19:14)

    Bad Neustadt: Weber (bis 44.), Schmidl – Kleinhenz 1, Dürr, Fraggis 1, Bötsch 4, Hines 10, Bieger 3, Singwald 5, Drude 6/4, Kalliske, Leskovec 3, Galli 3.

    Landshut: Müller (bis 37.), Sigl – Schindlbeck 4, Christ 4, Scheibengraber 1, Müller 5, Moritz 3, Freund 1, Kabashi 3, Obermayr 1, Eichinger 4/3.

    Siebenmeter: 5/4 – 4/3.

    Zeitstrafen: 6 – 6 Minuten.

    Schiedsrichter: Behrens/Dechert (Nürnberg).

    Zuschauer: 545.

    Spielfilm: 3:2 (5.), 6:5 (10.), 11:5 (15.), 12:9 (20.), 15:11 (25.), 19:14 (30.) – 24:18 (35.), 26:17 (40.), 29:19 (45.), 32:22 (50.), 33:23 (55.), 36:26.

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