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    HANDBALL: 3. LIGA

    HSC: Das Ziel heißt Klassenerhalt

    Mit dieser Mannschaft geht der HSC Bad Neustadt in die Saison 2019/20 in der 3. Liga Mitte (hinten von links): Max Bauer, Vilim Leskovec, Franziskus Gerr, Jure Fistonic, Maximilian Drude, Christopher Früh, Léon Rastner sowie (Mitte von links) Luisa Braun (Ergotherapeutin), Carsten Pusch (Fitnesstrainer), Chrischa Hannawald (Trainer), Gary Hines, Volker Thiel (Vorsitzender HSC Bad Neustadt), Dr. Tobias Fröhling (Mannschaftsarzt), Dieter Schulz (Geschäftsführer HSC Bad Neustadt GmbH & Co. KG) und (vorne von links) Krisztian Galli, Benedikt Kleinhenz, Nick Weber, Ioannis Fraggis, Felix Schmidl, Maximilian Kalliske und Martin Bieger. Es fehlt: Igor Mjanowski (Co-Trainer). Foto: Thomas Euring

    Wenn am Samstagabend (19.30 Uhr, Bürgermeister-Goebels-Halle) der Start in die 3. Liga Mitte, ehemals Ost, erfolgt, heißt es für die Handballer des HSC Bad Neustadt: Aufbruch zu neuen Ufern. Aber eigentlich sind es alte, denn die Bad Neustädter gehörten 26 Jahre lang der Regionalliga bzw. der 3. Liga an, ehe sie nach der Saison 2017/18 den Gang in die Bayernliga antreten mussten. Unter dem neu verpflichteten Trainer gelang sofort die Rückkehr in die Drittklassigkeit.

    Die Hoffnung bewahrheitet sich

    Mit Chrischa Hannawald, der in Brebersdorf bei Schweinfurt wohnt und mit seiner Handballschule deutschlandweit unterwegs ist, wurde ein ehemaliger Nationalspieler mit vielen internationalen Erfolgen an den Schulberg geholt. Die Verpflichtung erwies sich als Glücksfall, die Hoffnung von Dieter Schulz, „dass ein solcher Trainer eine absolute Autorität darstellt und großes Fachwissen mitbringt“, sollte sich bewahrheiten. Souverän sicherte sich Bad Neustadt die Meisterschaft in der Bayernliga. In der Aufstiegsrelegation brauchte der HSC freilich zwei Anläufe. In der ersten Runde war der TSV Blaustein zu stark für die Rotmilane, die sich aber in der zweiten Runde gegen den TV Kirchzell und den MTV Rheinwacht Dinslaken durchsetzten. „Das war die Krönung einer überragenden Saison“, frohlockte nicht nur Chrischa Hannawald, dessen Vertrag sich aufgrund des Aufstiegs automatisch verlängerte.

    Zum Abschied fließen Tränen

    Doch die Aufstiegsfeiern waren mit Wehmut verbunden, denn es hieß auch Abschied von Spielern zu nehmen. Neben Linus Dürr, der das HSC-Trikot für eine Halbserie trug, verließen auch zwei Leistungsträger vergangener Jahre den Schulberg: Der langjährige Kapitän Maximilian Schmitt, der sich im Winter schwer verletzt hatte, bekam vom Verein nach acht Jahren kein neues Vertragsangebot. Er wechselte als Spielertrainer zum Bayernligisten TSV Lohr, seinem Heimatverein. Bei ihm liefen genauso Tränen wie bei Konstantin Singwald, der sich für die SG Regensburg entschied.

    Ein Schlag ins Kontor

    „Diese Abgänge müssen wir natürlich kompensieren“, sagt Hannawald, „sonst wird es für uns in der sowieso schon schweren 3. Liga noch schwerer.“ Diese Aussage traf er, als er noch nichts vom „Schlag ins Kontor“ wusste. Anfang Juli und zu Beginn der Vorbereitungsphase teilte der aktuelle Spielführer Julian Bötsch der Vereinsführung mit, dass er aus gesundheitlichen Gründen seinen Vertrag auflösen möchte. Dieser Bitte kam die Vereinsführung schweren Herzens nach. „Julian ist aber so erfahren, dass er seine persönliche Situation am besten einschätzen kann“, sagt Hannawald, „es ist auch im Interesse des Vereins, wenn ein Spieler reinen Wein einschenkt. Die Absage, die Julian verdammt schwer gefallen ist, spricht aber auch für dessen professionelle Einstellung.“

    Spielermarkt recht leergefegt

    Die Lücke, die Bötsch, ein unermüdlicher Kämpfer am eigenen und gegnerischen Kreis, hinterließ, musste gefüllt werden. Was insofern nicht leicht war, „weil der Spielermarkt zu diesem Zeitpunkt recht leergefegt war und der Bötsch-Nachfolger natürlich eine gewisse Qualität mitbringen sollte“, sagt Hannawald. Doch Dieter Schulz wurde fündig. Der Geschäftsführer der HSC Bad Neustadt GmbH und Co. KG, die den Spielbetrieb der ersten Mannschaft organisiert, wird seit März in der Geschäftsführung von André Härder, Sebastian Kubik und Felix Schmidl unterstützt.

    Fuchs, Wolf, Rotmilan

    Mit dem 25-jährigen Jure Fistonic wurde ein ehemaliger kroatischer Junioren-Nationalspieler verpflichtet. Zuvor war der Kader schon mit dem Rimparer Max Bauer aufgepeppt worden. Der Linkshänder, der auf Rechtsaußen und im Rückraum eingesetzt werden kann, war 2015 von Füchse-Berlin-Boss Bob Hanning der DJK Rimpar Wölfe empfohlen worden. Nach vier Jahren beim Zweitligisten wurde sein Vertrag vor den Toren Würzburgs nicht verlängert.

    Franziskus Gerr neuer Kapitän

    Bereits im Laufe der Vorsaison waren Spielmacher Krisztian Galli und Rückraumspieler Léon Rastner zu den Rotmilanen gestoßen. Beide erwiesen sich als Leistungsträger. Noch nicht entschieden ist, ob der vom MHV Schweinfurt gekommene und für die zweite Mannschaft vorgesehene Christopher Früh, der in der Vorbereitung großen Einsatz zeigte, fest in den Drittligakader aufrückt. Die Wahl des neuen Kapitäns war ein Kinderspiel. Der 34-jährige Franziskus Gerr wurde zum Spielführer gewählt.

    Ergebnisse lassen aufhorchen

    Die Vorbereitung konnte so angegangen werden. Nach den ersten intensiven Konditionseinheiten, die in den bewährten Händen von Fitnesstrainer Carsten Pusch lagen, kam die Zeit der Vorbereitungsspiele. Die Ergebnisse trieben den Fans erst einmal den Angstschweiß auf die Stirn. Denn die Begegnungen gegen den Drittliga-Absteiger Erlangen-Bruck und den Viertliga-Aufsteiger aus Bad Blankenburg gingen in eigener Halle deutlich verloren. Lediglich der Coach und sein Co-Trainer Igor Mjanowski schienen weniger beunruhigt.

    Die Leistungskurve steigt an

    „Wir wollen in dieser Phase der Vorbereitung alle möglichen Varianten, gerade im Deckungsverhalten, ausprobieren, um die optimale für die anstehende Saison herauszufinden“, erklärt Hannawald, der sich dann eine Woche vor dem Saisonstart bestätigt fühlen durfte. Denn bei einem Turnier in Leipzig landeten die Rotmilane in einem Sechserfeld auf dem zweiten Platz. Lediglich dem Drittligisten SC Magdeburg II, den man in der Vorrunde noch besiegt hatte, musste man sich im Endspiel knapp geschlagen geben.

    Großwallstadt ist Top-Favorit

    Die Bad Neustädter sind jedenfalls gut gerüstet, zumindest für das Erreichen des Saisonzieles. Das laut Hannawald „Klassenerhalt“ heißen muss. Nach dessen Analyse der 15 Gegner ist die Liga sehr ausgeglichen besetzt. Bestätigt darf er sich beim Blick auf die letztjährige Tabelle der Oststaffel fühlen. Hinter dem souveränen Meister aus Eisenach war die Punktedifferenz zwischen dem Vizemeister SG Nußloch (40 Punkte) und dem ersten Nicht-Absteiger TV Germania Großsachsen (23 Punkte) gering. Top-Favorit ist Zweitliga-Absteiger TV Großwallstadt, der sofort ins Bundesliga-Unterhaus zurückkehren möchte.

    Gradmesser zum Start

    Ein Gradmesser für die Runde wird für den HSC Bad Neustadt schon die Heimpremiere sein. Mit der HSG Rodgau Nieder-Roden läuft an diesem Samstag der Vierte der Vorsaison in Bad Neustadt auf. „Meine Spieler gehen jedenfalls voll motiviert in die Saison, es ist zu hoffen, dass wir von verletzungsbedingten Rückschlägen verschont bleiben“, sagt Chrischa Hannawald.

    HSC Bad Neustadt

    Abgänge

    Maximilian Schmitt (Spielertrainer TSV Lohr), Konstantin Singwald (Regensburg Adler), Julian Bötsch (Laufbahn beendet), Linus Dürr

    Zugänge

    Max Bauer (DJK Rimpar Wölfe), Jure Fistonic (RK Ribola Kastela), Kristian Galli (HSG Suhl, Januar 2019), Léon Rastner (SC Magdeburg, März 2019), Linus Dürr (SG DJK Rimpar II, Januar 2019)

    Kader

    Tor: Felix Schmidl, Nick Weber; Rückraum: Gary Hines, Maximilian Drude, Léon Rastner, Jure Fistonic, Vilim Leskovec, Krisztian Galli; Außen: Benedikt Kleinhenz, Ioannis Fraggis, Martin Bieger, Max Bauer; Kreis: Franziskus Gerr, Maximilian Kalliske

    Trainer

    Chrischa Hannawald (Cheftrainer), Igor Mjanowski (Co-Trainer)

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