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    TRIATHLON:

    Hawaiianische Gefühle

    Lisa Nöth (SV Herschfeld) absolvierte einen starken Wettkampf über die Langdistanz und gewann bei den Frauen. Foto: Michael Jupe

    Dort, wo einst August der Starke sein Jagdrevier hatte und der Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gedreht wurde, fand der 18. Schlosstriathlon Moritzburg statt. Vor der idyllischen Kulisse des Barockschlosses bei Dresden wurde am Samstag die Langdistanz ausgetragen, bei der die Ausdauerspezialisten erst 3,8 Kilometer im Schlossteich schwimmen mussten, danach auf die 173 km lange Radstrecke gingen und am Ende noch einen Marathon absolvierten.

    Die Bedingungen können mit einem Wort zusammengefasst werden: Es war heiß. Hawaiianisch heiß. Bereits um 6 Uhr morgens betrug die Wassertemperatur 26°C, so dass auf die Neoprenanzüge verzichtet werden musste. Für Lisa Nöth (32) vom SV Herschfeld war das kein Problem, Schwimmen ist für die vielseitige Athletin die Lieblingsdisziplin. Nach zwei Runden, bei denen auch ein enger Durchlass unter dem Weg, der zum Schloss führt, durchschwommen werden musste, stieg sie nach 1:16:15 Stunden aus dem Wasser.

    In der Wechselzone brauchte sie keine zwei Minuten, bevor sie auf die Radstrecke ging. Ein welliger Rundkurs von 28,75 Kilometern wurde sechs Mal gefahren, hier blieb sie deutlich unter sechs Stunden (5:49:15). Was jetzt folgte, war eine Glanzleistung par excellence: Auf der Marathonstrecke konnte Lisa Nöth, die nach dem zweiten Wechsel noch auf Platz vier lag, eine Sportlerin nach der anderen überholen und holte sich den Sieg in der BarockMan-Wertung der Frauen gesamt. Besonders bemerkenswert: Sie lief den Marathon unter vier Stunden in 3:53:51. Die Gesamtzeit für ihr Langdistanzdebüt ist mit 11:04:25 Stunden überragend.

    Doch diese Zeit erfuhr sie erst nach dem Zieleinlauf. Lisa war ohne Uhr unterwegs, auch ansonsten ist die Sportlerin, die schon seit ihrem 16. Lebensjahr den Triathlonsport betreibt, eine eher unkonventionelle. Sie staune immer wieder, wie oft sie gefragt werde, wie sie sich auf der langen Distanz ernährt habe. „Ich habe einfach das zu mir genommen, was der Veranstalter angeboten hat.“ Ihre ausgezeichnete Kondition verdanke sie ausgedehnten Skitouren und Bergwanderungen. Mit dem Fahrrad sei die Lehrerin, die inzwischen beruflich nach Ingolstadt gezogen ist, sowieso immer unterwegs. Ihre Urlaube verbringe sie mit Berg- und Abenteuertouren rund um die Welt. Dass sie ihren Wunsch, eine Langdistanz zu absolvieren, so gut in die Tat umsetzen konnte, das brauche jetzt ein paar Tage, um es zu begreifen.

    Ihr Partner, Harald Dahinten vom Triathlonverein Mellrichstadt, habe sie immer wieder ermutigt, es doch zu versuchen. Auch er war am Start und hat die Distanz in 12:02:49 Stunden bewältigt. Die Langdistanz gilt als Königsdisziplin unter den Triathleten. (abl)

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