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    TISCHTENNIS:

    Die Spitze muss in die Fläche gehen

    Hat inzwischen längst Routine vor laufender TV-Kamera: Kilian Ort nach der Kadervorstellung in Maroldsweisach. Foto: Rudi Dümpert

    Maroldsweisach war für einen Tag der in Sachen Spitzentischtennis interessanteste Ort in Deutschland. Und der Bundesligist TSV Bad Königshofen dürfte mit seiner Aktion der Kadervorstellung in der Tischtennis-Diaspora wieder einmal eine Vorreiterrolle in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) wahrgenommen haben. Wie er doch überhaupt seit seinem Auftauchen in Deutschlands Eliteliga etliche Projekte angepackt hat, die vom Deutschen Tischtennisbund (DTTB) gewürdigt und von einigen arrivierten Vereinen kopiert wurden. Daran knüpfen sich auch die Einschätzungen der Konkurrenten, dass mit den Bad Königshöfern nicht nur frisches Blut, sondern auch frischer Wind in die Liga gekommen sei. Wenn die Sportart Tischtennis den Zusatz „Rand-“ eines Tages ablegen will, wenn der gemeine Sportinteressierte nicht mehr Tennis und Tischtennis gleichsetzen soll, dann muss die Spitze in die Fläche gehen.

    Niedliches Event

    Natürlich war das mit der Kadervorstellung, dem Show-Training und dem niedlichen Event in Maroldsweisach überhaupt erst einmal ein erster Schritt, eine Gelegenheit, die der TSV-Manager Andy Albert in seiner kreativen und offensiven Art einfach mal beim Schopf gepackt hat. So wie sie verlief und ankam, wird sie aber bestimmt Nachfolger, zumindest beim TSV, finden. Albert erzählte, dass er bei einem Gasthausbesuch in Maroldsweisach ein Plakat der Tischtennis-Abteilung des SV Gemeinfeld gesehen habe, mit dem der kleine Klub Tischtennisnachwuchs sucht. „Da dachte ich mir, vielleicht können wir da mit einem kleinen Showkampf helfen. Der SV Gemeinfeld trägt mangels eigener Halle nämlich sein Training und seine Spiele im Saal der Brauerei-Gaststätte Hartleb aus.“

    Gemeinsames Foto-Shooting

    Noch sind es fast drei Monate hin bis zum ersten Bundesliga-Heimspiel im September. Ist die Vorfreude schon da bei Andy Albert? „Wenn ich ehrlich bin, nein. Die letzte Saison wurde vor gerade mal drei Wochen mit dem Endspielsieg von Borussia Düsseldorf beendet. Wir stecken gerade voll in den Vorbereitungen und wenn wir nicht dran bleiben, läuft uns die Zeit davon. Die Mannschaft hat sich aus aller Herren Länder kommend erstmals wieder getroffen, zum Foto-Shooting für Bilder, die die TTBL und der DTTB für ihre Internet-Auftritte, aber auch wir unter anderem für die Gestaltung unseres Saisonhefts benötigen. Ebenso standen Foto-Termine bei den Hauptsponsoren auf dem Programm. Klar freuen wir uns auf die nächste Saison. Aber im Moment ist jeder Tag voll mit Arbeit an der Vorbereitung.“

    Junge, dynamische Mannschaft

    Worum es dabei gehe: „Es sind viele Marketingsachen. Wer nicht wirbt, der stirbt. Sicher haben wir eine erste Bundesliga-Saison abgeliefert, die die Türen zu potenziellen Sponsoren einen Spalt weiter öffnet. Wenn der Saison-Spielplan der TTBL fertig ist, muss der Vorverkauf unbedingt gestartet werden. Die Werbung in der Halle soll neu aufgestellt werden. Wir haben schon noch einige wichtige Sachen vor der Brust.“ Diese erste Saison hat überwältigende Eindrücke hinterlassen. Mit dem Abgang von Darko Jorgic ist aber ein wichtiger Eckpfeiler aus der Mannschaft herausgebrochen. Was kann Andy Albert den Fans für die neue Saison versprechen? „Nach dem, was ich heute wieder gesehen habe, kann ich unseren Fans eine junge, dynamische Mannschaft versprechen, auf die ich mich selber freue. Alle sind noch sehr jung und verbessern sich ständig. Unser Neuzugang Bence Majoros hat hier schon mal kurz gezeigt, was er für ein Händchen hat. Ich kann mir vorstellen, dass er uns mit seiner Spielweise bereichert. Die Mannschaft wird wieder mit aller Leidenschaft kämpfen und dann schauen wir mal, was raus kommt. Ich traue ihr wieder die eine oder andere Überraschung zu, wenn uns auch keiner mehr auf die leichte Schulter nehmen wird. Es wird also noch schwerer werden. Ziel ist natürlich der Klassenerhalt.“

    Ort auf Deutschland-Rundreise

    Für den Lokalmatador Kilian Ort ging es nach Beendigung der Saison darum, auf Reisen zu gehen, Weltcup-Turniere zu besuchen, Wettkampfhärte gegen internationale Spitzenspieler zu entwickeln und Punkte für die neu sortierte Weltrangliste zu holen. „Ich war in den letzten Wochen bei den Thailand Open, den Hongkong Open und den China Open“, erklärt Ort. In Thailand gelang ihm zusammen mit Tobias Hippler, einem noch jüngeren Nachwuchsspieler des DTTB, der erste Weltcupsieg im Doppel. In China traf er auf den ehemaligen Olympiasieger und Weltmeister Zhang Jike und machte einen sehr guten Eindruck bei der 1:4-Niederlage. „Dann habe ich mehr oder weniger eine Deutschland-Rundreise gemacht und ein paar Turniere gespielt. Ich denke, jetzt habe ich mir den Urlaub verdient, werde Kräfte auftanken um frisch zu sein für die neue Saison.“

    Die neue TSV-Mannschaft scheint wieder eine harmonische Truppe zu werden: „Bestimmt. Es hat sofort viel Spaß gemacht mit den Jungs und es passt wieder. Das ist ja auch die Aufgabe des Managers, zu schauen, dass wir zusammenpassen. In der neuen Saison werden ja auch wieder Doppel gespielt. Dafür muss man gut aufgestellt sein und sich gut verstehen, um erfolgreich gemeinsam an der Platte stehen zu können. Genau so, wie im Vorjahr der Darko Jorgic gut rein gepasst hat, bin ich überzeugt, dass der Bence Majoros ebenfalls keine Probleme haben wird. Natürlich wird es Tage geben, an denen wir keinen Ball treffen. Ich denke aber schon, dass wir uns stetig verbessern werden. Ob wir Düsseldorf wieder werden ärgern können, das ist die andere Frage. Aber den einen oder anderen werden wir wieder zu engen Spielen zwingen und unseren Fans Freude machen.“

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