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    TISCHTENNIS: DTTB-POKAL

    Bastian Steger macht Appetit

    Die Tischtennis-Fans des Bundesligisten TSV Bad Königshofen drückten am Samstag dem SV Werder Bremen die Daumen. Im Internet-Livestream wurde das Final-Four-Turnier aus der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm, die zwei Halbfinals und das Finale um den DTTB-Pokal 2019 übertragen. Mitten drin war der Neuzugang der Bad Königshöfer für die nächste Saison, Bastian Steger, den man kurz vor Weihnachten unter Vertrag genommen hatte.

    Ungekrönter König des Turniers

    Wie sich im Verlauf des Events heraus kristallisieren sollte, haben sie mit dem Nationalspieler einen wahrlich tollen Fang gemacht. Steger, die Nummer 1 des Finalisten SV Werder Bremen, wurde zum ungekrönten König des Turniers, gewann drei seiner vier Matches in überzeugender Manier. Doch es war einmal mehr die Art und Weise, wie er einen verloren geglaubten Satz oder ein Spiel noch drehte.

    Beim Deutschen Tischtennis-Bund freute man sich darüber, wie dieses Turnier von den Fans angenommen wurde. Mit 4000 Zuschauern wurde ein neuer Zuschauer-Rekord aufgestellt. Und das ohne Timo Boll und ohne Borussia Düsseldorf. Die waren – mit Boll – im Viertelfinale vom ASV Grünwettersbach, dem Gegner der Bad Königshöfer an diesem Sonntag in der Liga, erstmals seit sieben Jahren aus dem Pokal vorzeitig eliminiert worden.

    Steger führt Regie

    Im Halbfinale zeigte die TTF Ochsenhausen dem TTC Grenzau (3:0) die Grenzen auf und Bremen dem ASV Grünwettersbach (3:1). Ihm war die Steger-Truppe noch kurz vor Weihnachten daheim 0:3 unterlegen – mit derselben Aufstellung. Doch diesmal führte der alles überragende Bastian Steger Regie und brachte sein Team trotz 1:2-Satz-Rückstand gegen Dang Qiu mit 12:10 im fünften Satz in Führung. Und beim Gesamtstand von 2:1 musste der Oberviechtacher ein zweites Mal an den Tisch, diesmal gegen seinen Nationalmannschaftskollegen Ricardo Walther und machte den Sack zu. Die Deutlichkeit des Ergebnisses (11:6, 11:9, 11:5) sagt alles über seine Präsentation.

    Ruhig und unverzagt

    Im Finale gegen Ochsenhausen bekam er zunächst den Koreaner Jang Woo Jin vorgesetzt, der seit August für die TTF spielberechtigt ist. Die Nummer 9 der Weltrangliste wurde aber zum ersten Mal eingeflogen und gegen Bastian Steger eigentlich nur im ersten Satz (11:7) eine Chance. In drei der vier folgenden Sätze (11:3, 11:5, 6:11, 11:9) demonstrierte Steger seine besonderen Stärken auf Weltklasseniveau: Seine Ruhe und Unverzagtheit, sein sicheres Auge und sein gutes Ballgefühl. Als der Bad Königshöfer Neuzugang zum finalen Höhepunkt auf die Nummer 6 der Weltrangliste, den Brasilianer Hugo Calderano, traf, hatte er aber seinen Meister gefunden. Im ersten Satz wehrte er noch ein 6:10 und 10:11 ab, verlor ihn aber mit 11:13, den zweiten nach 8:7 mit 8:11 und brach im dritten (3:11) völlig ein.

    „Stolz auf die Leistung“

    Im Interview mit dem Kommentator Alexander Mehl, der Steger mit Lobes-Prädikaten wie „Sahnetag“ und „Basti-Steger-Festspiele“ überhäufte, meinte der bescheidene Oberpfälzer: „Um Ochsenhausen schlagen zu können, muss alles passen. Wir haben aber lange ein offenes Finale erlebt und es war auch möglich, dass wir 2:1 in Führung gehen. Ochsenhausen ist aber ein verdienter Pokalsieger.“ Ob man auch auf den zweiten Platz einen trinken werde: „Jetzt direkt nach dem Spiel ist die Enttäuschung erst mal da. Wenn wir dann zurückfliegen, vielleicht schon. Dann können wir auch stolz auf die Leistung sein.“

    Nach Bad Königshofen postete er: „Es war alles eng und hart umkämpft. Aber ich glaube, mit dem zweiten Platz können wir zufrieden sein.“ Und Bad Königshofen kann sich freuen. Manager Andy Albert stellte beruhigt fest: „Man hat es gesehen, wir haben alles richtig und er hat Appetit gemacht. “

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