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    TISCHTENNIS: TTBL

    Bad Königshofen spekuliert auf Auswärtsspiel mit Heimvorteil

    Andreas Dinauer (Mitte) hat das Bundesligaspiel in die Oberpfalz geholt. Borussia Düsseldorf (links Pressesprecher Alexander Schilling) verkaufte sein Heimspiel in Bastian Stegers Heimat. Bad Königshofens Manager Andy Albert und seine Mannschaft stimmten gerne zu. Foto: FOTO Kristin Clements-Albert

    Das nächste Auswärtsspiel in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) bestreitet der TSV Bad Königshofen gegen den 29-fachen deutschen Meister Borussia Düsseldorf am 16. Februar. Warum jetzt schon dieser Hinweis? Wer da zufällig in oder in der Nähe von Düsseldorf und Tischtennis- oder gar TSV-Fan ist, der sollte nicht die dortige Halle ansteuern. Für dieses Spiel fand die Borussia in Übereinstimmung mit der TTBL einen anderen Austragungsort.

    In der vorletzten Saison gab es eine TTBL-Partie in den USA

    Bereits in den letzten zwei Spielzeiten wurde je ein Ligaspiel an einen anderen Ort verlagert als den der Heimmannschaft. Vor zwei Jahren trugen Post SV Mühlhausen und der ASV Grünwettersbach ihre Partie in den USA in der Nähe von New York aus. In der vergangenen Saison spielten Borussia Düsseldorf und die TTF Ochsenhausen in München vor 5500 Zuschauern auf. Zweck dieser Verlegungen innerhalb Deutschlands sei es, die Sportart Tischtennis populärer zu machen und sie deshalb in Regionen vorzustellen, in denen es keinen größeren Verein und keinen Bundesligisten gibt.

    FC Maxhütte Haidhof feiert seinen 50. Geburtstag

    Den Zuschlag bekam diesmal der FC Maxhütte Haidhof aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums seiner Tischtennisabteilung, in Ausrichtergemeinschaft mit dem TB/ASV Regenstauf. Borussia Düsseldorf? Okay. Aber warum TSV Bad Königshofen? Bad Königshofens Manager Andy Albert wusste den Grund schon, bevor er diesen Montag zu einer Pressekonferenz Richtung Oberpfalz aufbrach. Mit „Weltklasse in der Oberpfalz, Tischtennis Bundesliga LIVE“ wird die Veranstaltung am 16. Februar 2020 um 15 Uhr in der Stadthalle von Maxhütte-Haidhof überschrieben.

    Und auf dem Veranstaltungsplakat wird auf Düsseldorfer Seite mit „Weltstar Timo Boll“ und „Nationalspieler Ricardo Walther“ sowie beim TSV Bad Königshofen mit „Lokalmatador Bastian Steger“ und „Nationalspieler Kilian Ort“ geworben. Natürlich war Boll das überragende Thema vor diesem „Sportereignis, das es so im Landkreis Schwandorf noch nie gegeben hat.“ Andreas Dinauer, der Organisator und Tischtennis-Abteilungsleiter des TB/ASV Regenstauf und den Deal eingefädelt hat, hofft, „dass sich diese Veranstaltung als Strahlkraft auf die Bevölkerung, besonders die Jugend, auswirkt.“

    Das Spiel ist längst ausverkauft

    Ein Werbe-Video mit Timo Boll wurde auch eingeblendet: „Ich komme mit meiner Mannschaft und freue mich auf das Spiel mit meinem Kumpel Bastian Steger.“ Beide haben zusammen in Düsseldorf deutsche Meisterschaften und bei Olympia in London und Rio de Janeiro olympische Team-Bronzemedaillen gewonnen. Doch die Tischtennis-Fans aus der Oberpfalz müssen stark sein: Bereits seit Monaten ist die Halle ausverkauft. Binnen zwei Tagen waren die 1000 Karten weg. Alexander Schilling, Pressesprecher von Borussia Düsseldorf, weiß, warum: „Bei uns geht es um sehr viel. Nämlich um die letzten Punkte für die Play-offs, die wir unbedingt erreichen wollen. Bad Königshofen hat wegen der Verletzung von Kilian Ort längere Zeit nicht in Bestbesetzung spielen können. Die sind komplette Sportsleute und werden den Zuschauern bestimmt zeigen wollen, dass sie besser sind als ihr Tabellenplatz.“

    Bastian Steger ist 60 Kilometer entfernt aufgewachsen

    Für Erheiterung sorgte Andy Albert. Als Schilling auf die Frage, wie viele Zuschauer aus Düsseldorf wohl mitkommen würden, „ich schätze zehn bis 20“ antwortete, klinkte sich der TSV-Manager ein: „Dann habt ihr 980 gegen euch. Wir kommen mit einem Bus voll mit 50. Und die anderen 930 zieht der Basti rüber.“ Stegers Heimatort Winklarn liegt nur knapp 60 Kilometer entfernt. „Ich freue mich unheimlich auf dieses Spiel in meiner Heimat“, verrät Steger etwas gerührt. „Es ist ja schon sehr lange her, seit ich dort mal gespielt habe. Endlich müssen mal Freunde, Verwandte und Fans nicht so weit zu einem Bundesligaspiel fahren und können sich auf einen Leckerbissen im Spiel gegen Timo freuen. Andi Dinauer, der das alles ja organisiert hat, ist ja mein ehemaliger Doppelpartner.“

    Kilian Ort ergänzte: „In Düsseldorf wäre das Spiel fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt. Ich nehme das aber für Basti gerne in Kauf, für den es etwas ganz Besonderes ist. Ich hatte ganz in der Nähe in Burglengenfeld früher viele Turniere und Lehrgänge. Gegen den Andi Dinauer habe ich schon zwei Mal mit dem TSV gespielt, ein Mal gewonnen. Ich hoffe, dass das für Düsseldorf ein Auswärtsspiel wird.“ (rd)

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