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    Für die WM 2023: In Oberhof wird alles anders

    Noch im Sommerkleid ist die DKB-Arena im thüringischen Oberhof. Für die Biathlon-WM 2023 wird sie umgebaut und die Tribü... Foto: OLiVER SCHIKOrA

    Manchmal muss man ja glauben, Petrus und Oberhof, die mögen sich nicht so recht. Kaum ist die Biathlon-Weltmeisterschaft 2023 durch die Internationale Biathlon-Union nach Oberhof vergeben und lädt der Deutsche Ski-Verband im Rahmen der deutschen Meisterschaften am Wochenende zur Pressekonferenz, schlägt das Wetter zurück: Dicke Nebelschwaden wabern über den Thüringer Wald, das Schießen der trainierenden Biathleten ist nur dumpf zu vernehmen, zu sehen sind sie verschwommen. Während der Rest Deutschlands Spätsommertage erlebt, zeigt sich der Rennsteig, wie man ihn kennt: garstig.

    Dabei hatten sich die Oberhofer bei ihrer mit 28:21 Stimmen gegen Nove Mesto siegreichen WM-Bewerbung selbstironisch dem berüchtigten Wetter gegenüber gezeigt. Das sei nämlich nur im Januar so schlecht, wenn der Weltcup stattfindet, im März zu WM-Zeiten klare es auf. Das Team um den ehemaligen Olympiasieger und Weltmeister Sven Fischer setzte sich sogar Sonnenbrillen auf.

    Die im Gegensatz zum Bewerbungsdesaster für 2020 sehr professionelle Oberhofer Bewerbung war auch deswegen siegreich, weil man monatelang hinter den Kulissen geworben hat, auch bei den kleinen Biathlon-Nationen, die in der IBU bei WM-Vergaben wichtig sind.

    Was passiert wäre, wenn es wieder nicht mit der WM geklappt hätte? Darüber hatte man sich beim Deutschen Skiverband durchaus Sorgen gemacht, wie Sportdirektorin Karin Orgeldinger zugab. Der WM-Zuschlag – die letzte Biathlon-WM hierzulande war 2012 in Ruhpolding, die letzte in Oberhof 2004 – ist für die Zukunft des Standorts extrem wichtig, da es auch um die Verlängerung der sogenannten A-Lizenz ging und den Erhalt von zwei deutschen Biathlon-Weltcups.

    „Wir haben es als Team Deutschland geschafft“, betont Sven Fischer, der nicht abgeneigt ist, nach der WM-Bewerbung als „Oberhofer Jung“ auch das Gesicht der WM zu werden, sprich das noch zu bildende WM-Organisationskomitee zu leiten. „Dafür müssen aber noch Gespräche geführt werden, mit Oberhof, mit dem ZDF und natürlich der Familie“, so der 47-Jährige, der seit einigen Jahre als TV-Experte im Winter die Weltcups begleitet.

    Messlatte für Weltcup 2019 hoch

    Der WM-Zuschlag ist nun Ansporn und erhöhte Messlatte zugleich, in allererster Linie für den Weltcup vom 10. bis 13. Januar 2019, wie OK-Chef Silvio Eschrich weiß. „Wir müssen jetzt schon beweisen, dass wir den Zuschlag zu Recht bekommen haben.“ Deswegen wird schon 2019 vor allem für die Zuschauer mehr getan: mehr Shuttle-Busse, mehr und bessere Videowände, eine verbesserte Zuschauerlenkung – in Ruhpolding sind eine Stunde vor den Rennen nur noch 1000 Zuschauer unterwegs, in Oberhof fast 10 000 – und natürlich das große Thema Schneesicherheit, das jeden Veranstalter in einem Mittelgebirge umtreibt. Die Übersommerung der Schneedepots mit entsprechenden Folien war trotz der Hitzewelle von Erfolg gekrönt und stellt sicher, dass die Strecken ausreichend präpariert werden können.

    Die Bagger rollen für den Umbau der Arena, der Strecken, der Funktionsgebäude und Tribünen zum ersten Mal im Frühjahr 2019. Fertig sein soll alles zum Weltcup 2022, um ein Jahr vor der WM testen zu können. In Oberhof ist aufgrund der klimatischen Verhältnisse das Zeitfenster zum Bauen relativ eng, eine gute Planung essenziell. Das vom Land Thüringen beauftragte Büro präsentiert Ende September seine Pläne, die nötigen 20 Millionen Euro hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) mehrfach zugesagt.

    Neben wichtiger Funktionsgebäude für Athleten und Trainer sowie einer neu gestalteten Strafrunde gibt es eine neue Sitzplatztribüne für 2000 Besucher und weitere Stehplätze im Steilhang, so dass sich die Gesamtkapazität in der DKB-Arena, auf den mobilen Tribünen und entlang der Strecken um 3000 Plätze auf 28 000 erhöht. Für die WM-Zeit ist das Ziel, mindestens 200 000 Zuschauer an der Strecke zu haben.

    Biathlon-Weltcup in Oberhof vom 10. bis 13. Januar 2019 Donnerstag, 10. Januar, 14.30 Uhr: Sprint Frauen Freitag, 11. Januar, 14.30 Uhr: Sprint Männer Samstag, 12. Januar, 12.45 Uhr: Verfolgung Frauen, 15 Uhr: Verfolgung Männer Sonntag, 13. Januar, 11.45 Uhr: Staffel Frauen, 14.30 Uhr: Staffel Männer Tickets unter www.weltcup-oberhof.de

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