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    TISCHTENNIS: BUNDESLIGA

    Ein Traumstart

    Der TSV Bad Königshofen hat bei Werder Bremen 3:0 gewonnen. Neuzugang Bence Majoros (im Bild) besiegte in einem spannend... Foto: Andreas Albert

    Tischtennis (dr)

    Bundesliga Männer TTBL SV Werder Bremen – TSV Bad Königshofen 0:3

    „Das geht heute ganz schnell, haben sie gesagt“, berichtete Bad Königshofens Manager Andreas Albert von einem Gespräch zweier Bremer Zuschauer, das er vor dem Beginn des Saisonauftaktspiels seines TSV in der Tischtennis-Bundesliga TTBL beim SV Werder hörte, „und gibt ein klares 3:0.“ In gewisser Weise sollten sie richtig liegen, die beiden Werder-Fans, und doch komplett falsch. Nach nicht einmal zwei Stunden war das Match vorüber und endete tatsächlich mit einem deutlichen 3:0-Sieg. Allerdings für den TSV Bad Königshofen. „Unglaublich“, jubelte Andreas Albert mit den knapp 20 TSV-Fans unter den 239 Zuschauern.

    Ort macht es wie in Berlin

    Bad Königshofens Trainer Koji Itagaki hatte TSV-Aushängeschild Kilian Ort an Position 2 aufgestellt. Damit traf der 22-Jährige im Eröffnungseinzel auf den Bremer Spitzenspieler, Bastian Steger. Das Duell zweier deutscher Nationalspieler hatte es zuletzt im März in Berlin im Halbfinale der deutschen Meisterschaft gegeben. Damals hatte sich Ort mit 4:2 Sätzen gegen den aus dem oberpfälzischen Oberviechtach stammenden Steger durchgesetzt und war ins Finale gegen Timo Boll eingezogen. Die Erinnerung an diesen Erfolg verlieh Ort, dem Anfang vergangener Woche zwei Weisheitszähne gezogen worden waren, tüchtig Selbstbewusstsein. Ort – aktuell die Nummer 212 der Weltrangliste – dominierte die Ballwechsel, „durch sein ganz hervorragendes Kurz-Kurz-Spiel“, sagte fand Andreas Albert. Die ersten zwei Sätze gingen klar an Kilian Ort, im dritten Satz war Steger, die Nummer 35 der Weltrangliste, 9:8 vorne. Dann punktete nur noch Ort und der Gast führte 1:0.

    Oikawa bringt Aufschläge durch

    Noch ein Bad Königshöfer ging mit dem guten Gefühl, seinen Gegner schon mal bezwungen zu haben, in sein Duell: Mizuki Oikawa. Der Japaner traf als Nummer 1 des TSV auf Werder-Neuzugang und Linkshänder Gustavo Tsuboi (Weltrangliste: 47), der sein Land bei den letzten drei Olympischen Spielen vertreten hat. Gegen Oikawa (Weltrangliste: 76) sah er zwei Sätze lang kein Land, verlor sie mit 2:11 und 5:11. „Oikawa hat seine Aufschläge gut durchgebracht und die des Gegners stark retourniert“, sagte Albert. Vom verlorenen dritten Satz – „da ist etwas der Schlendrian einkehrt“, so der TSV-Manager – ließ sich Oikawa nicht aus der Ruhe bringen. Der vierte Durchgang verlief ausgeglichen, in den entscheidenden Momenten hatte aber Oikawa die besseren Lösungen: 11:8 und damit 2:0 für Bad Königshofen.

    Ein ganzes Land schaut zu

    Im dritten Einzel kam es zur Bewährungsprobe für TSV-Neuzugang Bence Majoros. Der vom Zweitligisten Borussia Dortmund gekommene 21-Jährige (Weltrangliste: 103) musste gegen den erfahrenen Rumänen Hunor Szöcs (Weltrangliste: 101) ran. „Seit neun Jahren hat kein Ungar mehr in der Bundesliga gespielt. Heute haben alle Tischtennisfans in Ungarn den Livestream eingeschaltet“, wusste Albert großen Druck auf seinem Debütanten lasten. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem sich Majoros auch von Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen ließ.

    Zum Beispiel, als er im zweiten Satz zwei Satzbälle nicht nutzen konnte und den Durchgang abgeben musste. Oder als er bei 10:6-Führung im dritten Satz drei Zähler in Folge dem Gegner überlassen musste. „Er ist locker geblieben“, staunte Albert, wie Majoros mit der Gesamtsituation umging und lobte ihn nach dem siegbringenden 3:1-Erfolg: „Seine Rückhand ist fast auf dem Niveau von Jorgic.“ Der hatte den TSV nach einer starken letzten Saison in Richtung Saarbrücken verlassen. Auch ohne ihn muss der TSV Bad Königshofen keinen Gegner in der TTBL fürchten, das hat der Traumstart in Bremen bewiesen. „Wir haben uns verbessert“, sagte Andreas Albert, „und wir haben vor allem eine junge Mannschaft, die noch wachsen kann.“

    Ergebnisse

    Bastian Steger – Kilian Ort 0:3 (8:11, 7:11, 9:11)

    Gustavo Tsuboi – Mizuki Oikawa 1:3 (2:11, 5:11, 11:4, 8:11)

    Hunor Szöcs – Bence Majoros 1:3 (10:12, 13:11, 9:11, 10:12)

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