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    Fußball:

    Tobias Dippert ist zurück beim 1. FC Nürnberg

    Nach zwei Jahren in München arbeitet der Saaler wieder als Athletik-Trainer für den Club. Warum er sich für Nürnberg und gegen den FC Bayern und Hoffenheim entschieden hat.
    Der Saaler Tobias Dippert (links, im Gespräch mit Virgil Misidjan) ist wieder Athletik-Trainer des Zweitligisten 1. FC Nürnberg.
    Der Saaler Tobias Dippert (links, im Gespräch mit Virgil Misidjan) ist wieder Athletik-Trainer des Zweitligisten 1. FC Nürnberg. Foto: Sportfoto Zink / Thomas Hahn

    Am Donnerstag vor einer Woche war Trainingsauftakt beim 1. FC Nürnberg. Kurz bevor die Profis am Valznerweiher auf den Rasen trabten, meldete der Fußball-Zweitligist: Das Trainerteam um den neuen Chef Robert Klauß ist komplett. Als Assistenztrainer gewann der Club Tobias Schweinsteiger, als Torwarttrainer Dennis Neudahm und als Athletik-Trainer einen Rückkehrer: Tobias Dippert. Der 38-Jährige stammt aus Saal/Saale, hat fünf Bayernligaspiele für den TSV Großbardorf in seiner sportlichen Vita stehen und früher schon einmal in gleicher Funktion für den Club gearbeitet.

    Genauer gesagt sechs Jahre lang: drei für Juniorenmannschaften, drei für die Profi-Mannschaft. Zuletzt war er für zwei Jahre für den FC Bayern München tätig, feierte an der Seite von Sebastian Hoeneß die Drittliga-Meisterschaft mit der zweiten Mannschaft. Vergangenheit. Doch wie sollte die Zukunft aussehen? Soll er Hoeneß zur TSG Hoffenheim in die Bundesliga folgen oder in München verlängern? "Die Gespräche mit den Bayern waren weit", sagt Dippert.

    Hecking und Klauß lassen Dippert ihr Vertrauen spüren

    Dann kam ein Anruf aus Nürnberg. Und die Frage, ob er sich eine Rückkehr nach Franken vorstellen könne. Ein Gespräch mit Sportvorstand Dieter Hecking und Trainer Robert Klauß entschied die Sache. Dippert spürte das Vertrauen, das beide ihm und seiner Arbeit entgegen brachten und merkte, "dass ich mich in diesem neuen Trainerteam gut einbringen kann. Letztlich war es eine Entscheidung für Nürnberg und die Rückkehr in die Heimat".

    Mit dem TSV Großbardorf gelingt der Aufstieg in die Bayernliga 

    Als Fußballer feierte Dippert mit seinen Saaler Kumpels einige schöne Erfolge als Jugendlicher. Später wechselte er zum TSV Großbardorf, in jenen Tagen die erste Fußball-Adresse im Grabfeld. Gleich in seinem ersten Jahr an der Unterhofer Straße gelang dem Klub 2003 der Aufstieg in die Bayernliga, Dippert steuerte einige wichtige Tore zum Erfolg bei.

    "Das war eine tolle Zeit", erinnert er sich gerne an sie zurück. Das Abschneiden der früheren Vereine hat Dippert auch heute noch im Blick. Wenngleich der Austausch mit den ehemaligen Mitspielern eher unregelmäßig geworden ist. "Ich bin dem Ganzen aber natürlich noch verbunden." 

    Drei Kreuzbandrisse beenden die eigene Laufbahn 

    Mit dieser Mannschaft um Tobias Dippert ging der TSV Großbardorf 2003 in seine erste Saison in der Fußball-Bayernliga: Abteilungsleiter Bernhard Leicht (vorne von links), Manager Gerhard Schüler, Thorsten Seufert, Christian Laus, Mario Wirth, Andree Hain, Otto Dietz, Tobias Schunder, Florian Büttner, Stefan Mühlfeld, Matthias Gerhardt, Benjamin Holzheimer sowie Dr. Waldemar Komorek (mittlere Reihe von links), Dr. Peter Trus, Trainer Erwin Albert, Michael Hammer, Georgios Gougoulias, Thomas Gerhardt, Jürgen Hein, Tobias Dippert, Dominik Baumüller, Benedikt Heim, Masseur Hugo Seufert, Vorsitzender Lothar Behr sowie Masseur Holger Rothaug (hinten von links), Thomas König, Udo Eckert, Sebastian Knüttel, Erwin Gergely, Johannes Martin, Markus Herbert und Oliver Wölfling.
    Mit dieser Mannschaft um Tobias Dippert ging der TSV Großbardorf 2003 in seine erste Saison in der Fußball-Bayernliga: Abteilungsleiter Bernhard Leicht (vorne von links), Manager Gerhard Schüler, Thorsten Seufert, Christian Laus, Mario Wirth, Andree Hain, Otto Dietz, Tobias Schunder, Florian Büttner, Stefan Mühlfeld, Matthias Gerhardt, Benjamin Holzheimer sowie Dr. Waldemar Komorek (mittlere Reihe von links), Dr. Peter Trus, Trainer Erwin Albert, Michael Hammer, Georgios Gougoulias, Thomas Gerhardt, Jürgen Hein, Tobias Dippert, Dominik Baumüller, Benedikt Heim, Masseur Hugo Seufert, Vorsitzender Lothar Behr sowie Masseur Holger Rothaug (hinten von links), Thomas König, Udo Eckert, Sebastian Knüttel, Erwin Gergely, Johannes Martin, Markus Herbert und Oliver Wölfling. Foto: Anand Anders

    Im ersten Großbardorfer Heimspiel in der Bayernliga, damals die Eliteklasse im Freistaat, traf der eingewechselte Dippert vor 1200 Zuschauern gegen die SpVgg Landshut innerhalb weniger Minuten zum 4:2 und zum 5:3-Endstand. Das Hochgefühl hielt einige Wochen, dann riss sein Kreuzband das erste Mal. Später während des Studiums der Sportwissenschaft in Erlangen noch zwei Mal.

    Heute besteht seine Aufgabe als Athletik-Trainer auch darin, die Spieler fit zu halten. Und "spielfit" zu bekommen. Dipperts Arbeit legt die physischen Grundlagen dafür, dass die Spieler die Spielphilosophie von Robert Klauß über die gesamten 90 Minuten umsetzen können. Trainingssteuerung, Prävention, Regeneration sind weitere "kleine Bausteine", die Dippert setzt. "Ganz wichtig ist der enge Austauch und die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen im Trainerteam und mit den Medizinern."

    Dippert: "Wichtig, dass man seine Erfahrungen reflektiert" 

    Die Konstellation im Nürnberger Trainerteam empfindet Dippert als "spannend". Jeder bringe von seinen früheren Stationen verschiedene Erfahrungen mit und ein. Die Herausforderung bestehe nun darin, die unterschiedlichen Herangehensweisen zu einem erfolgversprechenden Strang zu bündeln. "Es ist wichtig, dass man seine Erfahrungen reflektiert und seine Arbeit anpasst. Sonst macht man immer wieder nur die gleichen Erfahrungen", sagt Dippert.

    Für Klauß (35) ist es in Nürnberg die erste Stelle als Cheftrainer im Profifußball. Er war zuletzt Assistent von Julian Nagelsmann beim Bundesligisten RB Leipzig. Schweinsteiger (38) arbeitete vergangene Saison als Co-Trainer beim Hamburger SV, Neudahm (33) leitete die Torhüter der U19 der TSG Hoffenheim an. "Alle drei passen neben ihren menschlichen und charakterlichen Fähigkeiten auch aufgrund ihrer Fußballidee perfekt" zum Club und in das Trainerteam, sagte Klauß letzte Woche anlässlich der Vorstellung seiner Assistenten. Hecking sprach von einem "jungen, dynamischen Trainerteam", dessen Mitglieder alle schon nachgewiesen hätten, "dass sie auf einem hohen Niveau arbeiten können".

    Nürnberg gewinnt Testspiel gegen Regensburg

    Zum Abschluss einer "intensiven" ersten Trainingswoche gewannen die Nürnberger am Dienstagabend 1:0 gegen den Zweitliga-Konkurrenten Jahn Regensburg. "Für uns stellt ein Spiel immer eine Überprüfung der Trainingswoche dar", sagt Dippert. Insofern sei ein Wettkampf immer auch ein Spiegelbild des Trainings. In den nächsten Wochen gehe es nun darum, die richtigen Erkenntnisse aus den Trainingseinheiten und -spielen zu ziehen und "die Spieler weiterzuentwicklen". Am 18. September beginnt für den FCN die neue Saison in der 2. Bundesliga: auswärts bei Jahn Regensburg. Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers gastiert am 13. Dezember in Nürnberg.

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