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    Berlin

    Sabally: Auch Rassismus ist eine „globale Pandemie”

    WNBA-Profi       -  Die deutsche Basketballerin Satou Sabally hat Rassismus als Jugendliche hautnah erlebt.
    Die deutsche Basketballerin Satou Sabally hat Rassismus als Jugendliche hautnah erlebt. Foto: Eric Evans/Wasserman Media Group/dpa

    „Da gibt es immer noch dieses Stigma: Schwarze Menschen sind nicht schlau. In der Schule musste ich immer besonders hart arbeiten und mich stets rechtfertigen, wenn ich gute Noten hatte. Nach dem Motto: Oh, du hast eine Eins?”, erzählte die 22-Jährige vom WNBA-Club Dallas Wings in einem Gespräch auf dem Twitterkanal der NBA.

    Sabally hat eine deutsche Mutter, sie wurde in New York geboren, kam aber im Alter von drei Jahren nach Berlin und begann dort ihre Karriere. Ende Juli 2017 bestritt sie ihr erstes Länderspiel für Deutschland. Wenn sie mit ihren Brüdern früher den Zoo besuchte, gab es immer rassistische Kommentare von der Art: „Geh dahin zurück, wo du herkommst!” Oder: „Zurück ins Affengehege mit dir!”, schilderte Sabally ihre Erfahrungen. Es sei für sie „unfassbar, dass mein Vater immer anders behandelt wurde als ich, mit hellerer Hautfarbe, oder meine Mutter, die weiß ist.”

    Sie sei in Gambia und Deutschland aufgewachsen, aber in den USA geboren und habe hier die vergangenen drei Jahre gelebt. „Woher stamme ich also?”, fragte Sabally. Dies sei ein Konflikt, der nicht auf ein Land begrenzt ist. „So wie Covid-19 eine globale Pandemie ist, ist Rassismus ebenfalls eine”, sagte die Basketballerin, die am 26. Juli mit den Dallas Wings in ihre erste WNBA-Saison startet.

    Seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd im Mai gibt es landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen schwarze Menschen. Auch Sportler wie Sabally, Clubs und Ligen haben sich seither eindeutig gegen Rassismus positioniert.

    Sabally wurde von den Wings an zweiter Stelle im Draft ausgewählt. Früher als für sie hatte sich noch nie ein US-Team für eine deutsche Sportlerin oder einen Sportler bei der Talentverteilung entschieden.

    © dpa-infocom, dpa:200723-99-903128/2

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