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    FUßBALL: KREISKLASSE 1

    A-Klasse ist noch keine Option

    Bittersüßes Lächeln: Matthias Fiedler, Trainer des FV Niederwerrn/Oberwerrn, hofft trotz eines erschreckenden Abwärtstrends auf den Verbleib in der Kreisklasse. Foto: Alexander Rausch

    Alles andere als rund läuft es aktuell bei der FV Niederwerrn/Oberwerrn. Nachdem die Kicker aus den Schweinfurter Vororten bereits im Vorjahr am Abgrund zur A-Klasse standen und nur aufgrund eines glücklichen Umstandes sowie der gewonnenen Relegation die Liga hielten, ist die Situation in dieser Saison noch prekärer. Die Elf von Matthias Fiedler ist auf den letzten Platz der Kreisklasse Schweinfurt 1 gerutscht – durch den jüngsten Aufwärtstrend der SG Wasserlosen/Greßthal, bei der die Niederwerrner am Sonntag zum Schicksalsspiel gastieren.

    Denn mit einer weiteren Niederlage wäre der Abstieg wohl besiegelt. „Wir müssen unbedingt in Greßthal gewinnen“, weiß Übungsleiter Matthias Fiedler um die Bedeutung des Spiels, aber auch um die Gefährlichkeit des wiedererstarkten Kontrahenten. Der hat mit Sebastian Manger, der seit der Winterpause neunmal getroffen hat, seinen Kapitän und Antreiber zurück. Und dieser hat wesentlichen Anteil am Aufschwung des zum Jahreswechsel noch abgeschlagenen Schlusslichts.

    Mangelhafte Einstellung

    Von einem solchen Trend kann Matthias Fiedler nur träumen. Auf den hatte der Trainer, der seit Sommer 2017 die Niederwerrner coacht, bereits vor der Saison gehofft. Glücklich hielten die FV-Kicker die Kreisklasse nach gewonnener Relegation, in die sie erst gerutscht waren, nachdem Geldersheim aufgrund der Fusion mit Sömmersdorf/Obbach seine Mannschaften zum Rundenende zurückgezogen hatte. „Eigentlich wollten wir ein ähnliches Szenario vermeiden. Aber es mangelt an der richtigen Einstellung. Vielen fehlt der nötige Ehrgeiz“, ist Fiedler schwer enttäuscht. Der Fußball sei nicht mehr die schönste Nebensache der Welt, sondern nur noch Nebensache.

    Der Personalschwund tue sein Übriges. Als er nach Niederwerrn gewechselt war, gab es noch drei Mannschaften im Spielbetrieb. Heute kickt die Erste in der Kreisklasse, die Zweite zusammen mit Poppenhausen/Kronungen in der B-Klasse. „Das ist unser großes Problem. Einige sind gegangen, andere haben die Fußballschuhe an den Nagel gehängt“, stellt der Übungsleiter resignierend fest. Dazu kämen Verletzungen oder berufs- oder studienbedingte Ausfälle.

    So steckte der FV bereits zur Winterpause tief im Tabellenkeller. Nur elf Punkte wies das eigene Punktekonto auf. Der direkte Klassenerhalt war noch immer in Reichweite. Durch die Fusion der Waigolshäuser und Theilheimer steigt, wie in der Vorsaison, nur ein Team ab, sollten die Verantwortlichen der Vereine den Zusammenschluss noch vor Rundenende an den Verband melden.

    Aber anstatt besser wurde es nach der Winterpause noch schlimmer. Nicht einen Punkt holte die Fiedler-Elf in sieben Spielen und steht als Letzter nun mit dem Rücken zur Wand.

    Massive Personalsorgen

    Julian Heinisch und Savon Troupe verließen die Schwarz-Weiß-Grünen, Kapitän Edmont Hofmann verletzte sich. Daniel Hümmer und Daniel Kraus haben nach schweren Verletzungen noch Trainingsrückstand. „Uns fehlt die Breite des Kaders. Zudem musste ich in diesem Jahr bereits 23 Spieler einsetzen. Ein Einspielen ist schlicht nicht möglich“, bringt es der Übungsleiter, genervt auch von der mangelnden Trainingsbeteiligung, auf den Punkt.

    Dabei habe sein Team durchaus die Qualität, mitzuhalten. Die Duelle gegen Waigolshausen oder Egenhausen belegten diese Einschätzung, als es zur Pause jeweils unentschieden stand. Doch fehlt es an der Kondition, um bis zum Schlusspfiff Paroli zu bieten, so dass die Niederwerrner und Oberwerrner zurecht am Tabellenende stehen. „Wir haben den letzten Platz verdient“, ist Fiedler realistisch, glaubt aber, dass dieser nicht in Stein gemeißelt ist. Noch bestehe die Möglichkeit, das Ruder herumzureißen und die Klasse zu halten. Und dafür werde sein Team alles geben. Aufgeben sei keine Option, ebenso der Gedanke an die A-Klasse.

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