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    FUSSBALL: KREISKLASSE

    David Schad will in Hambach nicht aufgeben

    Kämpferisch: Der Hambacher Spielertrainer David Schad (rechts), der sich hier im Relegationsspiel gegen den Bücholder Ferdinand Müller durchsetzt, möchte sein Team aus der Krise hieven. Foto: Dominik Großpietsch

    Das Spiel seines Lebens hat David Schad im August 2017 verpasst. Damals, noch als Spieler des TSV Rannungen, musste er das Toto-Pokal-Spiel gegen den Drittligisten FC Würzburger Kickers aus beruflichen Gründen sausen lassen. Seine Aufgabe heute, als Spielertrainer des Kreisklassisten SpVgg Hambach, klingt aber bei genauerem Hinhören nicht viel weniger kompliziert. Zwar muss er sich keine Gedanken machen, wie man eine Profimannschaft ärgert. Dafür beschäftigt sich Schad täglich mit der Frage, wie er die Hambacher trotz aller Widrigkeiten, denen man aktuell ausgesetzt ist, auf Kurs bringen kann.

    Diese Widrigkeiten sind – wie in der Spielklasse oft üblich – hauptsächlich der personellen Situation geschuldet. Neben vielen langzeitverletzten Spielern muss die SpVgg vor allem unter der Woche im Trainingsbetrieb auf einige Akteure verzichten, die wegen des Studiums oder der Arbeit nur noch am Wochenende heim nach Hambach kommen. „Das macht sich natürlich auch bei den Leistungen am Spieltag bemerkbar“, sagt Schad.

    Spätes Gegentor als Sinnbild

    Mit zwölf Punkten aus zehn Spielen steht das Team in der Kreisklasse Schweinfurt 4 – aktuell auf Rang zehn – nur einen Platz und einen Punkt über dem „Strich“. „Normal gehören wir viel weiter nach oben“, befindet der Coach. Alles steht und fällt aber mit dem Training und dem vorhandenen Personal.

    Da ist sich der Realschullehrer sicher: „Momentan stellt sich die erste Elf von alleine auf. Da fehlt mir einfach der Konkurrenzkampf um die Plätze. So ist es für mich auch schwierig, diejenigen im Training zu erreichen, die ich gerne erreichen würde.“ Am bislang letzten Spieltag kassierte die Schad-Elf gegen den VfB Humprechtshausen erst in der dritten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich. Der war sinnbildlich für die bis jetzt etwas glücklose Saison der Hambacher.

    Der Coach als Motivator

    „Mit den bisherigen Ergebnissen können wir nicht zufrieden sein“, sagt der 30-Jährige: „Ganz viele Spiele haben wir dumm hergegeben.“ Dabei begann seine Amtszeit in Hambach eigentlich furios, als er zur Winterpause 2018/19 Sinan Tezel beerbte, der aus beruflichen Gründen kürzertreten musste. Dank einer starken Rückrunde mit zehn Siegen, einem Unentschieden, keiner Niederlage und nur zwei Gegentreffern gelang als A-Klassen-Zweiter der Einzug in die Relegation. Dort wurde der Aufstieg gleich im ersten Relegationsspiel unter Dach und Fach gebracht – mit einem 2:0 gegen die DJK Büchold.

    Freilich ist die Aufstiegseuphorie mittlerweile etwas verflogen. Aber dafür hat die SpVgg einen jungen und engagierten Spielertrainer, der gar nicht daran denkt, sich mit den unliebsamen Umständen abzufinden. Viele Einzelgespräche seien neben Motivationskünsten nötig – und außerdem gezielte und durchdachte Trainingsformen mit den paar Spielern, die zur Verfügung stehen.

    „Man könnte es sich einfach machen, ein Eckchen Fünf-gegen-Zwei spielen und danach den Torschuss üben“, sagt Schad, der aber einen anderen Anspruch hat und sich viel mithilfe von Literatur und Tipps aus dem Internet weiterbildet, was speziell das Training in der kleinen Gruppe angeht. „Wichtig ist es, dass die Spieler es nicht auf sich beziehen, wenn es auf dem Platz nicht so läuft. Niemand kann gut spielen, wenn er vier Wochen nicht trainiert“, ist sich der frühere Landesliga-Spieler des TSV Abtswind sicher: „Wenn wir wieder mehr Leute an Bord haben, werden wir bestimmt auch wieder mehr Punkte holen. Mich spornt die derzeitige Lage sogar noch mehr an.“

    Vielleicht klappt es schon am Sonntag beim Auswärtsspiel gegen die SG Ermershausen/Schweinshaupten (15 Uhr in Ermershausen) mit einem Erfolgserlebnis. „Da rechne ich mir mindestens einen Punkt aus“, sagt Schad kämpferisch.

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