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    FUßBALL: REGIONALLIGA

    Der FC 05 will seine Philosophie ändern

    Ein bisschen Laufen gehört dazu: Zum Trainingsauftakt des FC 05 Schweinfurt war der Kader nahezu komplett. Foto: Michael Bauer

    Volle Kapelle zum Jahresauftakt. Trainer Timo Wenzel durfte, abgesehen vom Langzeitverletzten Vincent Waigand, den kompletten Kader des FC 05 Schweinfurt zum ersten Training 2019 auf den Kunstrasenplatz bitten. Der neue Sportleiter Björn Schlicke wurde der Mannschaft vorgestellt und dann ging's auch schon los mit der Vorbereitung auf die Restrunde der Fußball-Regionalliga Bayern. Und für die legt Präsident Markus Wolf, der sich die vormittägliche Einheit selbst anschaute, noch einmal richtig hoch: „Wir wollen, ja müssen noch Platz zwei hinter den Bayern und damit die Qualifikation für den DFB-Pokal erreichen. Da geht es um fast 200 000 Euro und die sind fest eingeplant für den Etat.“

    Dass der Tabellendritte, um den mit neun Punkten Vorsprung zweitplatzierten VfB Eichstätt noch zu überholen, wohl mindestens 30 Punkte aus den verbleibenden zwölf Spielen holen muss, weiß Wolf – und ist felsenfest überzeugt, dass die Spieler das schaffen: „Wir werden eine andere Mannschaft auf dem Platz erleben. Mit dem 0:4 in München war ein Punkt erreicht, an dem mental nichts mehr ging. Jetzt haben wir die Pause. Wir werden danach zeigen, dass wir anfangs nicht umsonst neben den Bayern als Meisterschaftsfavorit gehandelt wurden.“

    Aus Wolf spricht dabei auch die Enttäuschung, dass der Zug nach vorn, wo der FC Bayern München II neun Punkte mehr und zwei Spiele weniger hat, abgefahren ist. „Es brodelt immer noch in mir, die Enttäuschung sitzt tief. Man kann ein Spiel verlieren und zwei Tage später ist die Enttäuschung ist weg. Aber der Frust über unser gesamtes Abschneiden ist wie der Schmerz nach einer Trennung, der kommt mit Verzögerung. Und irgendwie ist der FC 05 ja so was wie meine Frau.“

    Von der sich Wolf freilich nicht trennt. 2019/20 will er den Schweinfurter Aufstieg in die Dritte Liga endlich realisieren, zumal dann der Meister direkt aufsteigt. Dass es, um möglichst sicher zu gehen, einen noch größeren finanziellen Kraftakt braucht, räumt der Hauptsponsor zwar ein, sagt aber: „Mein persönliches Engagement werde ich deswegen nicht weiter ausweiten. Das bedarf des Zusammenhalts der ganzen Stadt Schweinfurt. Wir müssen aber auch andere mit ins Boot holen, die Gespräche in diese Richtung laufen gerade an.“ Dazu wurde eine zusätzliche Vollzeitkraft fürs Marketing eingestellt, zudem setzt der FC 05 auf Kontakte des Ex-Profis Schlicke.

    Die Philosophie bei den nötigen Neuverpflichtungen werde sich jedenfalls ändern, so Wolf: „Wir werden einiges im U-23-Bereich machen müssen und wenn wir erfahrene Spieler holen, dann sicher nicht aus einer Krise oder Verletzung heraus.“ Genau das war ja noch vor der aktuellen Saison Usus. Darin sieht Wolf zwar einen der Gründe für die Schweinfurter Herbst-Misere, aber auch Potenzial für die nächste Runde: Spieler wie Ronny Philp, Florian Pieper und auch der im Winter operierte Dominik Weiß seien jetzt endlich topfit.

    Philp, der in Augsburg und Heidenheim ja bereits Erst- und Zweitliga-Erfahrung gesammelt und in der Vorrunde noch unter seiner langen Verletzungspause gelitten hat, dürfte in der Restrunde auf seiner eigentlichen Stammposition als rechter Verteidiger zur festen Größe werden. Auch, weil möglicherweise Philip Messingschlager zu den Aussortierten zählen könnte. Die Gerüchte hatten sich länger verdichtet, dass die WG um den Mittelfranken sowie Alexander Piller und Christopher Kracun eine recht feierfreudige war. Gut denkbar, dass nach Kracun (nach Bayreuth) auch die beiden anderen Akteure im Winter den Verein verlassen werden.

    Wolf fordert vom ganzen Kader volle Konzentration auf den Job und die Ziele des Vereins: „Professionalität heißt nicht nur sechs oder sieben Trainingseinheiten die Woche zu absolvieren. Professionalität muss man leben. Das hat auch etwas mit Intelligenz zu tun. Als Fußballer hat man doch nur zehn Jahre.“ Wer nicht zu hundert Prozent mitzieht, droht am Saisonende aussortiert zu werden. Immerhin laufen 14 Verträge aus.

    „Jeder Spieler hat jetzt ein halbes Jahr Zeit, zu zeigen ob der Bock hat, mit dem Verein etwas zu erreichen. Wir werden sehr genau hinschauen“, sagt Wolf, der auch ein oder zwei sofortige Verpflichtungen nicht ausschließt: „Aber nur, wenn uns derjenige sofort weiterbringt. In der Winterpause ist so jemand freilich schwer zu finden.“ Mittelfristig plädiert er unter anderem für eine Verstärkung der linken Defensive, „denn wir sind insgesamt etwas rechtslastig besetzt“. Gute Prognosen attestiert er den drei Unterfranken Kevin Fery, Steffen Krautschneider und Adam Jabiri.

    Den ersten Test gibt's dann am Samstag, 26. Januar, 14 Uhr zu Hause gegen den Bayernligisten TSV Großbardorf. Weitere Vorbereitungstermine: Samstag, 2. Februar, 14 Uhr beim TSV Abtswind; Samstag 9. Februar, 14 Uhr beim SSV Ulm; Samstag, 16. Februar, 14 Uhr gegen den SV Elversberg (Ort noch offen); Samstag, 23. Februar, 14 Uhr gegen den ATSV Erlangen.

    Der FC 05 veranstaltet am Samstag, 26. Januar, 18 Uhr im Soccerdome seine traditionelle Schlachtschüssel für Mitglieder, Fans und Freunde des Vereins. Der Preis für die Schlachtschüssel sowie anschließendem Kaffee und Kuchen liegt bei 17 Euro. Anmeldungen bis 20. Januar unter soccerdome@ fcschweinfurt05.de oder bei Dominik Groß unter Tel. (01 72) 3 11 94 90.

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