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    Fußball: Regionalliga

    Der FC 05 steht in Rosenheim schon unter Druck

    Typisch: Ein Rainer wirft alles rein, zwei Schweinfurter schauen zu. Hier narrt der zweifache Torschütze Maximilian Käser (rot) die Nullfünfer Kevin Fery (15) und Sascha Korb. Foto: Michael Bauer

    Jetzt liegt es am FC 05 selbst. In Rosenheim haben die Schweinfurter am Freitag die Gelegenheit, zu zeigen, dass die ersten vier Spiele keine billige Kopie der Vorsaison sind. Eine Kopie, bei der am Ende sicher nicht der Meisterbrief ausgedruckt werden würde. Tief im Süden wartet nämlich eine Mannschaft, die mit dem TSV Rain verglichen werden darf, bei dem sich die Nullfünfer mit ihrem 1:3 (0:2) tüchtig blamiert haben.

    Rosenheim war ja die letzten Jahre nie ein gutes Pflaster. Und Mannschaften der Kategorie Fürth oder Rain auch nicht. Ob noch unter Gerd Klaus, aber vor allem letzte Spielzeit unter Timo Wenzel: Zum vermeintlichen Liga-Ausschuss ist der FC 05 oft im Gefühl des sicheren Sieges gefahren, um sich mit einer halbgaren Vorstellung eine blutige Nase zu holen. So am Freitag: Die spielerische Qualität reichte eine halbe Stunde zu formidablen Torgelegenheiten, die Nachlässigkeiten wurden durch zwei leicht zu verteidigende Treffer von Maximilian Käser (13., 39.) nach Standardsituationen bestraft. 

    In Trainer Timo Wenzel brodelt es

    So dass Wenzel zürnte: "Es ist unglaublich schwer, Dinge so anzusprechen, dass sie in den Köpfen der Spieler bleiben." Oha, da brodelte es im Trainer, der offenbar gerne die verbale Keule ausgepackt hätte. Aber innerlich um einen Kompromiss rang, wohl wissend, dass er eine junge und mental noch nicht hundertprozentig stabile Truppe beieinander hat. "Und fehlt der Killerinstinkt" - ja, das war auf dem Platz erkennbar. Wie in Fürth auch, hätte der FC 05 nämlich in Rain zur Pause führen müssen. Hat er aber nicht. 

    Enttäuschter FC 05: Die Schweinfurter Lukas Billick und Adam Jabiri (grün) sinken nach dem Schlusspfiff zu Boden. Foto: Michael Bauer

    Da bis auf den Wechsel Stefan Maderer für Benedict Laverty (Knöchel) die gleiche Mannschaft wie beim glanzvollen 3:1 über Burghausen aufs Feld gegangen war, konnte Wenzel den Einbruch nicht fassen: "Man fragt sich, wie so etwas passieren kann." Dabei ist es so, dass der Coach das Übel ja längst ausgemacht hat, nur kein Rezept findet, es den Spielern einzutrichtern - auch den vielen Neuen, die das Auswärts-Dilemma bei den "kleinen" Klubs ja gar nicht belastend im Hinterkopf haben.

    "Wir dürfen uns jetzt nicht zerfleischen."
    FC-05-Trainer Timo Wenzel ringt um die richtige Tonlage

    Möglicherweise muss sich die Tonlage in Schweinfurt doch verschärfen, auch wenn Wenzel warnte: "Wir dürfen uns jetzt nicht zerfleischen." O.k., Rosenheim ist erst das fünfte Spiel - aber es geht um den Trend. Sollte der frühzeitig in die falsche Richtung gehen, München am kommenden Wochenende vielleicht schon um fünf Zähler enteilt sein, dann stünde diese junge Mannschaft bereits unter dem Druck, bloß nicht den Anschluss zu verlieren. Fußball ist ein Tagesgeschäft, aber zumindest kurzfristig hat der FC 05 nicht erkennen lassen, sich gegen die widrigen Umstände stemmen zu können: Zu einer Trotzreaktion nach Wiederbeginn war die Mannschaft, die in der Vorbereitung und gegen Aubstadt charakterlich solide gewirkt hatte, nicht in der Lage.

    Wie bring ich's der Mannschaft bei? FC-05-Trainer Timo Wenzel verzweifelt daran, dass seine Spieler gegen vermeintlich Kleine nicht hundert Prozent geben. Foto: Marion Wetterich

    Rechtsverteidiger Marco Fritscher monierte am Freitagabend "Körpersprache und Mentalität". Fatal: Bei den allen drei Gegentoren, also auch dem abgefälschten Schuss des gänzlich unbewachten Tjark Dannemann (77.), waren es gerade die vier Arrivierten (Kleineheismann, Billick, Korb und Fery) im Abwehrzentrum, die zu leichtfertig wirkten. Dass Adam Jabiri noch das 3:1 markierte, ist eher einfach so passiert, als dass es eine Reaktion gewesen wäre.

    Verein reagiert dünnhäutig auf harsche Fan-Kritik

    Dass die Nerven angekratzt sind beim FC 05, demonstrierte der Verein im Laufe des Samstags, als er etliche besonders aggressive Kommentare enttäuschter Fans in den sozialen Medien löschte, statt in Demut zu ertragen.

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