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    ESC wächst – nur nicht bei den Fans

    Die treuen ESC-Fans stehen trotz der sportlichen Situation fest hinter ihren „Hawks“. Dennoch hätten sich die Vereinsverantwortlichen gerade bei den Heimspielen mehr Zuschauer erwartet.
    Die treuen ESC-Fans stehen trotz der sportlichen Situation fest hinter ihren „Hawks“. Dennoch hätten sich die Vereinsverantwortlichen gerade bei den Heimspielen mehr Zuschauer erwartet. Foto: Naumann

    25 Niederlagen und sieben Punkte nach 28 Partien, 63:191 Tore, 16. und letzter Tabellenplatz: Die blanken Zahlen der Haßfurter „Hawks“ sind mehr als ernüchternd. Hinzu kommen Verletztungen und Spieler, die den Verein im Laufe der Saison verlassen haben soie einige Neuzugänge. Insgesamt waren 31 (!) Spieler im Einsatz. Zu guter Letzt musste Trainer Doug Kacharvich im Dezember seinen Hut nehmen. Das unbefriedigende Zuschauerinteresse ist das negative i-Tüpfelchen. Wir fragten die 1. Vorsitzende Kerstin Skaberna-Gollbach nach ihrer Einschätzung der aktuellen Situation.

    HT: Haben Sie damit gerechnet, dass sich die „Hawks" so schwer tun in der Bayernliga? Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptgründe für das schlechte Abschneiden?

    Skaberna-Gollbach: „Unser Ziel war von Anfang an der Klassenerhalt. Die Bayernliga ist eine starke Liga mit gewachsenen, starken Teams, und der Schritt von der Landesliga dahin ist sehr groß. Zudem kam das Verletzungspech mit den verbundenen großen personellen Sorgen hinzu.“

    Offiziell kamen zu den bisherigen 14 Heimpartien der Hauptrunde exakt 2198 Zuschauer. Das macht gerade einmal 157 Zuschauer pro Spiel. Die Verantwortlichen hatten sich 300 pro Spiel erhofft. Liegen die Gründe am mangelnden Interesse oder nur am sportlichen Misserfolg?

    „Die Gründe eines Einzelnen, warum er oder sie nicht zum Eishockey geht, können wir nicht beurteilen. Wir haben durch die ganze bisherige Saison versucht, Eishockey als attraktives Event zu gestalten. Es gab Aktionen wie etwa ,Tag der Blaulichter’ oder ,Ladies Night’. Außerdem hat sich der Fanclub Zuschauerspiele für die Drittelpause einfallen lassen. Seit der Saison gibt es zudem einen neuen Stand für Fanartikel, der sehr gut angenommen wird. Wir hoffen, dass die Fans und Zuschauer zur Abstiegsrunde die Mannschaft zahlreich unterstützen.“

    Wie schaut die Lage finanziell beim Verein aus? Können die Einnahmeverluste noch überbrückt werden?

    „Die Zuschauereinnahmen sind nur ein Teil des Finanzkonzepts. Natürlich spüren wir schon die Mindereinnahmen, aber wir hoffen, dass in der Abstiegsrunde ein Aufwärtstrend in den Zuschauerzahlen greift. Die Mannschaft hat in den letzten Wochen gezeigt, dass eine Steigerung möglich ist. Darauf bauen wir auf.“

    Wenige Tage nach dem letzten Auswärtsspiel in Memmingen beginnt die Abstiegsrunde. Welche Chancen auf den Klassenerhalt sehen die Verantwortlichen?

    „Wenn die Mannschaft komplett ist, und keine Spieler wegen Verletzungen oder Sonstigem ausfallen, sehen wir gute Chancen auf den Klassenerhalt.“

    War die Trainerentlassung von Doug Kacharvich im Nachhinein die richtige Entscheidung?

    „Der Verein hat sich von Herrn Kacharvich nicht nur wegen dem sportlichen Misserfolg getrennt. Es gab noch weitere, gravierende Gründe die diese Entscheidung unumgänglich werden ließen.“

    Ist es aus finanzieller Sicht sinnvoll, die Bayernliga zu erhalten?

    „In erster Linie müssen wir es aus sportlicher Sicht angehen. Eine umfassende Bilanz, auch in finanzieller Hinsicht, kann deshalb erst nach dem Ende der Abstiegsrunde gezogen werden.“

    Welche Lehren will der Verein für die kommende Saison ziehen?

    „Wir haben in der bisherigen Saison viel gelernt. Die Vereinsstruktur ist gewachsen und hat sich positiv entwickelt. Auch die Entwicklung der Nachwuchsarbeit in den Bereichen Eishockey und Eiskunstlauf verläuft sehr positiv, die Kooperation mit dem ERV Schweinfurt trägt ebenfalls langsam Früchte. Alles in Allem ist der ESC Haßfurt ein junger, wachsender Verein mit einer großen Bedeutung für die Stadt Haßfurt und den Landkreis Haßberge. Daran wollen wir weiter erfolgreich arbeiten und wachsen. Denn: Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“

    ESC wächst – nur nicht bei den Fans

    Von unserem Mitarbeiter Ralf Naumann

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