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    EISHOCKEY: BAYERNLIGA

    Zdenek Vanc wird wieder Trainer beim ERV

    Gegen Waldkraiburg bleibt Schweinfurt Dogs chancenlos. Warum Steffen Reiser trotzdem Gutes erkennt und beruhigt an den nicht ganz so neuen Trainer übergeben kann.
    Ab Freitag als Cheftrainer verantwortlich für die Mighty Dogs: Zdenek Vanc. Gegen Waldkraiburg war er bereits an der Bande in Kontakt mit den Schweinfurter Spielern. Foto: Marion Wetterich

    Eishockey

    Bayernliga

    TSV Peißenberg – EHC Königsbrunn 3:7
    TEV Miesbach – ERV Schweinfurt 3:2
    EHC Waldkraiburg – EC Pfaffenhofen n.P. 3:4
    EHF Passau – EHC Klostersee n.V. 3:2
    EA Schongau – Erding Gladiators 3:1
    ESC Geretsried – HC Landsberg 6:4
    ESC Dorfen – EHF Passau 6:3
    EC Pfaffenhofen – TSV Peißenberg 3:2
    EHC Klostersee – EA Schongau 6:0
    ERV Schweinfurt – EHC Waldkraiburg 2:6
    Erding Gladiators – ESC Geretsried 7:3
    HC Landsberg – TEV Miesbach 4:1

    1. (1.) TEV Miesbach 22 101 : 59 50
    2. (3.) EHC Waldkraiburg 21 92 : 69 45
    3. (2.) EHF Passau 22 105 : 76 42
    4. (4.) EHC Klostersee 21 81 : 59 39
    5. (5.) TSV Peißenberg 21 77 : 74 35
    6. (6.) HC Landsberg 21 76 : 68 34
    7. (7.) Erding Gladiators 21 92 : 75 32
    8. (8.) EHC Königsbrunn 20 78 : 91 27
    9. (9.) ESC Geretsried 21 79 : 87 25
    10. (10.) EC Pfaffenhofen 21 60 : 85 24
    11. (11.) EA Schongau 22 51 : 84 20
    12. (13.) ESC Dorfen 20 60 : 94 20
    13. (12.) ERV Schweinfurt 21 69 : 100 18
    14. (14.) EC Bad Kissingen z.g. 0 0 : 0 0

    ERV Schweinfurt – EHC Waldkraiburg 2:6 (0:5, 1:1, 0:1)

    Es ging ein Raunen durch die ERV-Gäststätte als zum Auftakt der Pressekonferenz die Ergebnisse aus den anderen Hallen vorgelesen wurde. Der ESC Dorfen hat durch seinen 6:3-Heimsieg gegen die EHF Passau die Rote Laterne an die Mighty Dogs, die ihr Spiel gegen den EHC Waldkraiburg mit 2:6 verloren hatten, weitergegeben.

    Dabei war eigentlich alles angerichtet für einen tollen Eishockey-Abend im Icedome. Die Halle war voll wie selten in dieser Saison, der neue Trainer konnte vorgestellt werden, das Team hatte zwei Tage zuvor Spitzenreiter Miesbach (2:3) beinahe zu Fall gebracht und konnte auf eine ansteigende Formkurve aus den letzten Heimpartien aufbauen. „Ja, aber heute war wieder Primaballerina angesagt“, ärgerte sich Steffen Reiser, der letztmals als Cheftrainer an der Bande fungierte, bevor künftig Rückkehrer Zdenek Vanc den Posten übernimmt.

    701 Zuschauer, die mit allerhand Weihnachtsaktionen bespaßt wurden, fanden den Weg in die Halle. Nur: Auf dem Eis verpassten die Mighty Dogs die Gelegenheit, nach einer bis dato enttäuschenden Runde, Eigenwerbung zu betreiben. Wie tief der Stachel beim Anhang derzeit sitzt, war hinterher am Rande der Pressekonferenz zu sehen, auf der verärgerte Fans anstelle von Medienvertretern die Fragen stellten. Den selbstredend emotionsgeladenen und eher als Vorwurf formulierten Fragen, stellte sich Steffen Reiser wacker. Auf alles hatte aber auch er nach der deutlichen Niederlage, die schon nach dem ersten Drittel besiegelt war, keine Antwort. Nach zwölf Minuten hatte der Ex-Schweinfurter Josef Straka zwei Treffer vorgelegt. Binnen vier Minuten erhöhten Trox und zwei Mal Rousek auf 0:5. In den folgenden 40 Minuten erlebten die Zuschauer ein Eishockey-Spiel mit Freundschaftsspiel-Charakter. Bezeichnend dafür war auch, dass über 60 Minuten kein Schweinfurter der Strafbank einen Besuch abstattete. Von einem „es soll krachen an der Bande“, dem Credo vor der Saison, war in keiner Weise etwas zu sehen.

    Schönspielerei statt Kampf

    „Die Niederlage war absolut hochverdient“, gab sich Reiser kritisch. „Wenn du einen Gegner so einlädst, wie wir das heute vor allem im ersten Drittel getan haben, wird das gnadenlos bestraft.“ Einen Tiefpunkt der Saison wollte er trotzdem nicht erkennen, dafür findet Reiser die Entwicklung der letzten Wochen zu gut. Viel mehr hat er ein anderes Problem ausgemacht: „Wir haben heute einfach nicht mehr das getan, was uns die letzten Wochen ausgezeichnet hat. Wenn so ein starker Gegner kommt, meint die Mannschaft scheinbar, schön spielen zu wollen.“

    Davor hat Reiser vorab gewarnt. Gefruchtet hat es nicht. „Für uns gibt es nur Eishockey am Limit. Wenn wir weniger geben, kommt so etwas bei raus.“ Rechtzeitig zum Trainerwechsel fand Reiser aber auch Positives im Rückschlag: „Es hätte gar nicht besser laufen können für uns an diesem Wochenende. In Miesbach am Freitag haben wir gesehen, wie wir es machen müssen, um erfolgreich zu sein. Danke an den Gegner für das erste Drittel heute. Das war genau das, was wir jetzt gebraucht haben. Ich bin sehr, sehr happy, weil gleich gehe ich runter in die Kabine und werde dem ein oder anderen den Kopf waschen.“

    Die 701 Zuschauer waren weniger glücklich. „Ich fahre hier mehrere Kilometer her und muss mir dann so eine Frechheit ansehen“, beschwerte sich ein Fan: „Das war von der Mannschaft heute ein Schlag in unser Gesicht.“ Es brodelt. Auf Rückkehrer Zdenek Vanc wartet eine alles andere als einfache Aufgabe. Vor einem Jahr musste der heute 40-Jährige seinen Platz an der Bande räumen. Grund waren seinerzeit atmosphärische Störungen mit der Mannschaft. Nun soll er es sein, der nicht nur den Abstieg verhindert, sondern auch wieder dafür sorgt, dass die Zuschauer den Icedome nach den Spielen zufrieden verlassen.

    Schweinfurt: Keßler, Pöhlmann – L. Kleider, A. Kleider, Köder, Pfister, Cypas, Schneider, Babinsky, Faust, Adam, Schlick, Manger, Murray, Grüner, Bär, Nold, Kouba, Fröhlich, Marquardt.

    Tore: 0:1 (6.) Josef Straka (Christof Hradek, Daniel Schmidt), 0:2 (12.) Josef Straka (Christof Hradek, Fabian Kanzelsberger), 0:3 (15.) Michael Trox (Lukas Wagner), 0:4 (17.) Tomas Rousek (Philipp Seifert, Fabian Kanzelsberger), 0:5 (19.) Tomas Rousek (Josef Straka, Christof Hradek), 1:5 (24.) Lukas Kleider (Domantas Cypas, Jan Kouba), 1:6 (25.) Josef Straka (Tomas Rousek), 2:6 (58.) Jeff Murray (Jan Kouba, Lukas Kleider). Strafminuten: 0/8. Schiedsrichter: Philipp Sintenis (P. Fiala, J. Kaderabek). Zuschauer: 701.

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