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    EISHOCKEY: BAYERNLIGA

    Der ERV feiert den ersten Auswärtssieg

    Nun hat es auch in der Ferne geklappt: Warum die Mighty Dogs ihren Coach Steffen Reiser auch beim 5:2-Erfolg in Schongau nicht vollends glücklich machten.
    Es gab erneut Redebedarf: Ganz zufrieden war ERV-Interimstrainer Steffen Reiser (links) trotz des ersten Auswärtssiegs nicht. Foto: Marion Wetterich

    Eishockey

    Bayernliga

     

    EHC Waldkraiburg – EHC Königsbrunn 3:5  
    EA Schongau – ERV Schweinfurt 2:5  
    ESC Geretsried – EC Pfaffenhofen 7:1  
    TEV Miesbach – TSV Peißenberg n.P. 3:2  
    ESC Dorfen – EHC Klostersee 2:5  
    EHF Passau – HC Landsberg 4:2  

     

    EA Schongau – ERV Schweinfurt 2:5 (0:3, 1:2, 1:0)

    Im achten Anlauf hat es endlich geklappt: Der ERV Schweinfurt holte mit dem 5:2 bei Tabellenschlusslicht Schongau den ersten Auswärtssieg der Saison und damit auch die ersten Zähler in der Fremde überhaupt. Dennoch war Steffen Reiser, der das Team erneut vertretungsweise auf der Bank betreute, nur bedingt zufrieden: „Die erste halbe Stunde haben wir sehr gutes Eishockey gespielt. Jeder, wirklich jeder Spieler, hat sich zu 100 Prozent an den Matchplan gehalten“, lobte er.

    Dass dieser Matchplan offenbar nicht der schlechteste war, lässt sich am zwischenzeitlichen Spielstand von 4:0 für den ERV ablesen. Die Tore durch Oleg Seibel (6.), Stürmer-Neuzugang Semjon Bär (14.), Verteidiger Domantas Cypas und den spielerischen Kopf der Mannschaft, Jan Kouba (23.), waren nicht unbedingt schön herausgespielt, aber durch geradliniges und aggressives Eishockey erzwungen worden.

    Nold mit ordentlichem Auftritt

    „Für den Zuschauer waren die Tore eher nichts Besonderes. Für mich als Trainer waren sie wunderschön, weil wir überwiegend den Abschluss gesucht und dann konsequent nachgesetzt haben. Wir hatten viel Zug zum Tor und haben dreckige Treffer erzielt. Das will ich sehen“, geriet Reiser für seine Verhältnisse beinahe ins Schwärmen.

    Nicht aber, ohne den Finger auch gleich wieder in die Wunde zu legen, die sich nach der klaren Führung auftat. „Viele Spieler haben dann wieder ein paar Prozent nachgelassen. Nicht dramatisch, aber doch so sehr, dass wir uns völlig unnötig in Probleme gebracht haben. Einige haben da überflüssige Risiken in Kauf genommen.“

    Ausnehmen wollte er dabei ausdrücklich Leon Pöhlmann, der sein erstes Spiel im Tor der Mighty Dogs absolvierte. Der Nachwuchs-Goalie sprang für Philipp Schnierstein (verletzt) und Kevin Kessler (krank) in die Bresche und machte seine Sache sehr gut, auch wenn er beim ersten Gegentor zum 1:5 (38.) sehr unglücklich aussah.

    In dieser Phase hatten die Schweinfurter bereits einen Gang zurückgeschaltet. „Wir haben den jungen Torwart da völlig unnötig ins Feuer geworfen“, war Reiser dahingehend sauer auf sein Team. Zumal dies im Schlussabschnitt nicht besser, sondern eher schlechter wurde: „Die letzten zehn Minuten haben mir überhaupt nicht geschmeckt – und das habe ich der Mannschaft auch klar gesagt.“ Reiser sah sich nach dem 2:5 (54.) gar genötigt, auf fünf Verteidiger umzustellen, um das Spiel seiner Mannschaft zu stabilisieren. „Wenn wir da das 3:5 bekommen hätten, hätten wir gewackelt“, war sich der Interimstrainer sicher.

    Mit dabei ist nun auch wieder Eugen Nold, dem Reiser ein ordentliches erstes Spiel in der dritten Reihe bescheinigte. „Er ist ein Schweinfurter Junge und ein sehr, sehr guter Mittelstürmer, der auch den Spielern an seiner Seite helfen wird, besser zu werden“, so Reiser über den kurzfristig geholten fünften Neuzugang aus Bad Kissingen. Vor Wochenfrist hatte es noch geheißen, dass im Falle weiterer Neuverpflichtungen auch noch mehr Spieler den ERV verlassen müssten.

    Gut möglich also, dass mancher Akteur am Wochenende nochmal um seine Zukunft bei den Mighty Dogs gespielt hat.

    Denn klar ist, dass es jetzt nur noch ein Ziel geben kann: Einen der ersten zwei Plätze in der Abstiegsrunde, um sich für die Pre-Play-Offs zu qualifizieren. Und klar ist auch: Spieler, die sich diesem Ziel nicht unterordnen wollen oder können, sind beim ERV überflüssig.

    Schweinfurt: L. Pöhlmann – Cypas, L. Kleider, Schneider, Babinsky, A. Kleider, Pfister – Kouba, Manger, Grüner, Bär, Murray, Marquardt, Fröhlich, Nold, Seibel.

    Tore: 0:1 (6.) Oleg Seibel (Lukas Fröhlich), 0:2 (14.) Semjon Bär (Kevin Marquardt, Jeffrey Murray), 0:3 (18.) Domantas Cypas (Jan Kouba, Markus Babinsky 5-4), 0:4 (23.) Jan Kouba (Jonas Manger, Marcel Grüner), 0:5 (36.) Jonas Manger (Marcel Grüner, Jan Kouba), 1:5 (38.) Daniel Holzmann (Steven Wagner, Tobias Turner), 2:5 (54.) Daniel Holzmann (Tobias Turner, Steven Wagner). Zeitstrafen: 4/4. Schiedsrichter: Tobias Wurm. Zuschauer: 140.

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