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    FUSSBALL: LANDESLIGA

    Dominik Popp setzt auf die Turner-Familie

    Fussball, BFV Verbandspokal, 1. Runde, TG Schweinfurt - TSV 1860 München
    Auch im Pokalspiel gegen 1860 München ein Aktivposten der FTS: Dominik Popp (rot). Foto: foto2press/F. scheuring

     „Ich habe gelernt, den Mund aufzumachen und die Dinge so anzusprechen, dass die anderen mir folgen oder mich zumindest anhören.“ Selbstbewusst klingt der junge Mann, dabei ist Dominik Popp am Mittwoch gerade mal 22 Jahre alt geworden. Trotzdem ist der Stürmer beim Bezirksliga-Meister und Landesliga-Aufsteiger FT Schweinfurt (8. Platz/15 Punkte) einer, der den Ton angibt – und sich das aufgrund seiner Leistungen auch erlauben kann. 

     

    Denn Popp überzeugt nicht nur durch Präsenz auf dem Feld, er weiß auch, wo das Tor steht. 13 Treffer hat Popp in dieser Saison in der Landesliga Nordwest bereits erzielt. „Eigentlich hatte ich mal auf 20 Saisontore gehofft, jetzt sind es nach zehn Spielen schon 13. Mal sehen wo ich lande.“ Sollte der Schweinfurter noch weitere 15 mal einnetzten, dann hätte er für die FTS laut offizieller Statistik 100 Tore erzielt. Bisher sind es demnach seit der Saison 2015/16 85  – in 89 Partien. „Das wäre natürlich ein Traum, die 100 zu knacken.“

    Am liebsten wäre es Popp, schon am Samstag (16 Uhr) im Heimspiel gegen den TSV Unterpleichfeld (2./22) die Quote zu erhöhen. „Allerdings sind wir da alles andere als Favoriten. Das wird eine Herausforderung, auf die wir uns freuen. Mit Co-Trainer Benny Freund und Ulrich Scheidel sind ja auch zwei Ex-Turner in Unterpleichfelder Diensten. Schließlich gilt für (fast) alle Ex-FTSler: „Einmal Turner, immer Turner.“ 

    Für Popp sowieso. Der 22-Jährige kickt seit frühester Jugend an der Maibacher Höhe. „Ich glaube, ich war fünf, als mich mein Vater mit zu den Turnern genommen hat. Der war damals Nachwuchstrainer bei der FTS.“ So durchlief Popp alle Jugendmannschaften der Schweinfurter. „FTS, das war für mich vom ersten Moment an Familie – und ist es heute noch.“

    Bis 2013. Damals war seine Rolle eher der offensive „Sechser“, dann wechselte er zur U 17 von Eintracht Bamberg. „Dort habe ich gesagt, ich bin Stürmer, weil mir das mehr Spaß gemacht hat.“ Freilich nur ein halbes Jahr. „Ich habe da schon einiges gelernt, meine Eltern haben mich auch unterstützt. Aber es war mir dann zu umständlich, ständig die Zugfahrerei nach Bamberg.“ Also war das Experiment nach der Winterpause beendet und Popp zurück „daheim“. Bis heute.

    Wie lange noch, das steht für den Speditionskaufmann, der in Gochsheim arbeitet, aber momentan ein wenig in den Sternen. Seine Erfolge bleiben auch höherklassigen Klubs nicht verborgen. „Ich bin ja auch recht schnell und mit meinen 1,88 nicht gerade klein.“ Den Riecher, richtig zu stehen und ein gewisses Spielverständnis, das müsse man in sich haben. „Natürlich haben schon andere Vereine angeklopft und sicher wäre es eine Herausforderung, es mal eine oder zwei Ligen höher zu versuchen.“ Doch nicht gleich. „Ich kann definitiv sagen, dass ich bis Ende der Saison bei den Turnern bleibe. Weiter plane ich noch nicht.“

    Auf den Tiefpunkt folgt die Serie

    So können die Schweinfurter erst mal weiter auf ihre „Lebensversicherung“ bauen. Zumal es bei der FTS nach dem holprigen Start richtig läuft. Drei Spiele, drei Siege – bei 16:4 Toren. Und das, obwohl in der Woche vor dem 6:2 in Lichtenfels, dem Startpunkt der kleinen Serie, das Heim-1:5 gegen Geesdorf der Tiefpunkt zu sein schien. „Wir haben viel danach geredet.“ Auch Popp fand wohl die richtigen Ansagen. „Dadurch, dass fast alle Spieler langjährige oder zurück gekehrte Turner sind, ticken wir alle gleich. Dadurch, dass wir unsere Kabine selbst renoviert haben, haben wir eine besondere Beziehung zu den Dingen hier und zum Verein. Wie schon gesagt: Das ist Familie hier.“ Und wenn die zusammenhält, ist nichts unmöglich. Der Klassenerhalt nicht und auch eine Überraschung gegen Unterpleichfeld nicht.

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