• aktualisiert:

    Karate:

    Ein EM-Titel bleibt in Schweinfurt

    Fertig, aber glücklich: Helena Seel (links) wurde neue Europameisterin, Andrea Schmidt EM-Zweite im Vollkontakt-Karate. Foto: Guido Chuleck

    Mit ihren 14 Jahren ist die Schweinfurterin Helena Seel nun schon Europameisterin im Vollkontakt-Karate. Bei der EM in der Georg-Wichtermann-Halle setzte sich die Karateka vom Verein Schweinfurt Kyokushin (SWK) in einem eindrucksvollen Finale gegen ihre Gegnerin durch. Besser gesagt, sie trieb ihre Gegnerin mit einem wahren Stakkato an gefühlten zehn Faustschlägen pro Sekunde gegen Bauch und Oberkörper vor sich her und wurde zu Recht von den fünf Kampfrichtern zur Europameisterin erklärt.

    Ihre sieben Jahre ältere Vereinskameradin Andrea Schmidt ist Vize-Europameisterin ihrer Altersklasse. Im Finale biss sie sich an ihrer körperlich größeren Gegnerin die Zähne aus. Europameister in der Königsklasse ab 90 Kilogramm wurde erwartungsgemäß der zweifache Europameister und Vize-Weltmeister Jonathan Tineo aus Spanien.

    So wirklich konnten die beiden Schweinfurter Karateka auch eine Stunde nach der Siegerehrung noch nicht begreifen, was sie geschafft hatten. „Das wird schon noch ein paar Tage dauern“, sagt Helena Seel. Gut eine Stunde nach ihrer Niederlage konnte sich auch Andrea Schmidt darüber freuen, die zweitbeste Karatekämpferin Europas zu sein. Dmitri Videnin, der Trainer der beiden Karateka, platzte schier vor Stolz über dieses Ergebnis. „Sie haben hart trainiert, und es hat sich wirklich gelohnt“, sagt er.

    Einen Tag lang kämpften 130 Karateka aus 18 Ländern um die EM-Titel. Beim Vollkontakt-Karate dürfen die Jugendlichen bis 18 Jahre nur mit Kopf-, Bein- und Handschutz kämpfen, die Älteren treten ohne Körperschutz auf. Entsprechend sind auch die Verletzungen der Sportler. Die beiden Sanitäter, die nur wenige Meter von den drei Matten entfernt ihr Basislager aufgeschlagen hatten, mussten zu 55 Einsätzen anrücken. Das Spektrum reichte von ausgerenkten Fingern über Kopfplatzwunden bis hin zum Schlüsselbeinbruch. Während Faustschläge ins Gesicht des Gegners verboten sind, sind Tritte erlaubt.

    -> Mehr in der Dienstag-Ausgabe

    gch

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!