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    Fußball: Regionalliga

    FC 05 Schweinfurt trifft mit dem TSV Aubstadt auf alte Bekannte

    Da geht's lang: Kapitän Stefan Kleineheismann gibt beim FC 05 Schweinfurt die Richtung vor - nach vorn und vor allem oben. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Schweinfurt gegen Aubstadt. Dass es zuletzt zwischen den beiden Mannschaften um Punkte ging, ist schon ein Weilchen her. In der Saison 2012/13 gab's zunächst ein 1:1 im Willy-Sachs-Stadion, ehe am 11. Mai der FC 05 mit einem 2:1-Sieg im Grabfeld den Regionalliga-Aufstieg perfekt gemacht hat. Seitdem blieben die Nullfünfer in der Relegation 2014 und dreimal in Folge im Toto-Pokal erfolgreich. Alles Schnee von gestern. Denn: Aubstadt ist erstmals in der Vereinsgeschichte Regionalligist und die beiden Mannschaften starten am Montagabend (20.15 Uhr, live bei Sport1 ab 19.55 Uhr) mit dem Derby in die Saison.

    "Der Aufsteiger kommt mit viel Euphorie, aber wir sind gewarnt", sagt 05-Kapitän Stefan Kleineheismann. "Wir wollen unbedingt positiv in die Runde starten, das ist das erste Ziel, das wir als Mannschaft in dieser Saison haben. Wir wissen, wie groß die allgemeine Erwartungshaltung ist und müssen der gerecht werden." Müssen statt wollen - der Kapitän nimmt durch seine Wortwahl ganz bewusst sich und die Mannschaft in die Pflicht. Präsident Markus Wolf hatte es ja unmissverständlich vorgegeben: "Die Zeit der Alibis ist vorbei."

    Neues Selbstverständnis in Schweinfurt

    Klar: Es gibt bessere Zeitpunkte als den Saisonauftakt, um auf einen Aufsteiger zu treffen. Der noch dazu gespickt ist mit ehemaligen Nullfünfern. Aber das Selbstverständnis in Schweinfurt ist ein anderes geworden, der Titel wird als Ziel formuliert. Weshalb Kleineheismann auch sagt: "Wir wollen von Woche zu Woche besser werden, darauf liegt der Fokus." Wir. Man wolle bei allem Respekt vor der Konkurrenz nicht allzu sehr auf die Gegner schauen.

    Beim Blick auf die eigenen Reihen gibt sich der 31-Jährige ziemlich beruhigt: "Wir sind als Mannschaft schnell zusammengewachsen, die Neuen sind gut integriert, wir sind eine Einheit. Der Kader ist jünger geworden, aber mit Jabiri, Billick und mir gibt es ja auch drei Erfahrene." Dass alle drei Oldies zum Stammpersonal gehören, macht es leichter, "dass wir die Mannschaft führen". Und die sei heiß auf das Derby, als wäre es das vermeintliche Spitzenspiel gegen Türkgücü München.

    Unbequemer Neuling aus dem Grabfeld

    Für Trainer Timo Wenzel ist der TSV ein gern gesehener Gast: "Wir sind natürlich happy, dass Aubstadt den Aufstieg geschafft hat und wir somit wieder ein Derby in der Liga haben." Er weiß aber auch, wie unbequem der Neuling in seiner Spielweise sein kann: "Aubstadt ist eine Mannschaft, die kompakt stehen wird, gut organisiert verteidigt im Verbund. Sie wird versuchen, unsere Fehler auszunutzen, daher müssen wir gut gewappnet sein."

    "Eines ist klar: Wir werden die nicht einfach so aus dem Stadion schießen."
    FC-05-Trainer Timo Wenzel über den TSV Aubstadt

    Deswegen hat Wenzel die Grabfelder beim Testspiel-0:1 gegen die Würzburger Kickers beobachtet. Um ein kräftezehrendes Mittel werden die 05er seiner Meinung nach nicht herum kommen: "Wir müssen mutig sein und gleichzeitig Geduld haben. Auf die richtige Gewichtung kommt es an. Denn eines ist klar: Wir werden die nicht einfach so aus dem Stadion schießen." Wenzel zitiert da Trainerkollege Jürgen Klopp vom FC Liverpool, der jüngst ebenfalls Geduld als einzig probates Mittel gegen Mannschaften, die mit elf Mann verteidigen, propagiert und auch Geduld von den Fans eingefordert hat.

    Ein zu Null ist gerade gegen defensive Mannschaften wichtig: Deswegen will der neue FC-05-Keeper Luis Zwick gegen Aubstadt sein Tor möglichst sauber halten. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    "Wir kommen mit der Favoritenrolle sehr gut klar", sucht Wenzel nicht nach Ausflüchten. Alles andere als ein Sieg sei enttäuschend. Aber: "Wir sind auf gar keinen Fall arrogant. Vielmehr demütig vor der Qualität Aubstadts. Und genau deshalb werden wir den Aufsteiger nicht unterschätzen.  Die drei Pokalsiege mit jeweils selbst erzielten fünf Treffern seien kein Maßstab: "Pokal ist Pokal, Liga ist Liga." Und in der Liga müsse eine Mannschaft wie Aubstadt nach einem Rückstand nicht so schnell aufmachen wie in einem Alles-oder-Nichts-Wettbewerb. Das mache das Toreschießen für den FC 05 nicht einfacher.

    Ein Fragezeichen hinter Adam Jabiri

    Zumal noch ein kleines Fragezeichen hinter dem Einsatz von Torjäger Adam Jabiri steht. Beschwerden in Sprunggelenk und Wade zwangen den 35-Jährigen, das Training zu dosieren. Gianluca Lo Scrudato hatte Probleme an der Ferse, Sascha Korb und Tim Danhof waren etwas krank, bei Aaron Frimpong Manu bestätigte sich der Verdacht auf gebrochenen Zeh zwar nicht, eine Prellung aber ist's. Sicher ausfallen werden nur der langzeitverletzte Ronny Philp (Schulter) sowie Lukas Ramser (Sprunggelenk).

    Letzten Aufschluss über die Personalsituation sollte das Training am Montagvormittag geben. Wenzel rechnet jedoch mit dem Einsatz der Achse Luis Zwick (Tor), Stefan Kleineheismann, Lukas Billick (beide Innenverteidigung), Sascha Korb, Kevin Fery (Doppelsechs), Pius Krätschmer (zentral) und Adam Jabiri (Angriff). Ob's letztlich eine, zwei oder gar drei Spitzen werden, wollte sich der Trainer ("das hat auch mit dem Bauchgefühl zu tun") offen halten. Die noch schwerere Entscheidung: Es werden auch einige Spieler auf die Tribüne müssen. Ein Luxus-Problem, das es in Schweinfurt lange nicht mehr gegeben hat.

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