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    FUßBALL: TESTSPIEL

    FC 05 mit deutlichen Schwächen

    Der Siegtorschütze: Steffen Krautschneider (rechts) sorgte fürs Schweinfurter 2:1 und spielte hier den Abtswinder Yannick Zunder aus. Im Hintergrund setzt der 05er Gianluca Lo Scrudato zum Hinterlaufen an. Foto: Michael Bauer

    TSV Abtswind – FC 05 Schweinfurt 1:2 (0:1).

    Kein Wunder, dass der Abtswinder Trainer Mario Schindler mit dezentem Biss scherzte: „Der Schiedsrichter hat eine Minute zu spät abgepfiffen.“ Sonst hätte der Bayernligist dem Regionalliga-Dritten Schweinfurt doch tatsächlich ein Remis abgerungen. So aber traf noch Steffen Krautschneider per Kopf zum 2:1-Sieg des FC 05, dessen Coach Timo Wenzel dennoch höchst unzufrieden war: „Wir waren nicht zielstrebig, das Umschaltspiel von offensiv auf defensiv hat nicht funktioniert.“

    Was insofern mit Weitblick nicht so prickelnd war, da die Schweinfurter es in der Liga ja genau mit diesem Typus Gegner so oft zu tun bekommen: Nämlich einem, der extrem tief steht und dann überfallartig kontert. Klar war Abtswind nach der Pause bisweilen mit sechs-sieben Mann in der Kette gestanden. Doch „da müssen wir Lösungsmöglichkeiten finden“, sagte Wenzel. Stattdessen sah er endlosen Ballbesitz, bei Ballverlust unzureichende Rückwärtsorientierung und brandgefährliche TSV-Angreifer. Weswegen 05-Verteidiger Lukas Billick gen Ende plötzlich die Hutschnur geplatzt ist. Wenzel hatte Verständnis für den Wutanfall, hat aber ohnehin das Defensivverhalten für kommende Woche auf dem Trainingsplan stehen.

    Schon vor der Pause war's ein zähes Schweinfurter Ringen mit bissigen und flinken Abtswindern. Mehr als die Führung durch den im Nachsetzen erfolgreichen Adam Jabiri (11.) war nicht drin. Auf der anderen Seite sorgte Sturmsolist Cristian Fischer genau wie nach der Pause sein Nachfolger und 1:1-Schütze Pascal Jeni (60.) immer wieder für Nadelstiche. „Wir waren taktisch diszipliniert, haben die Räume eng gemacht und waren im eigenen Spiel gefällig und torgefährlich“, hörte sich darum Schindlers Analyse erheblich zufriedener an. „Dass wir in der zweiten Halbzeit zu tief standen, lag auch am Gegner. Aber: Im letzten Drittel der Hinrunde waren die defensiv nicht gut. Deswegen ist es unser Anspruch, genau in diesem Bereich unsere Hausaufgaben machen.“ Nun: Hätte der Lehrer abgefragt, es hätte ne Eins minus gegeben.

    Dass nach einer klasse Flanke von Rechtsaußen Dominik Weiß und einem – aufgepasst – Kopfball von Steffen Krautschneider in letzter Sekunde noch der Siegtreffer für den FC 05 fiel, war letztlich sekundär. Immerhin sah Wenzel seine taktische Vorgabe erfüllt, „mehrere Systeme in einem Spiel wechseln zu können“. 3-5-2, 4–4–2, 4–1–4–1 – in Abtswind variierten die Schweinfurter tüchtig. Für den letzten Zug nach vorn waren aber letztlich nach zehn Einheiten in dieser Woche die Beine zu schwer. Was für Wenzel kein Grund war, die Leistung des Gegners zu schmälern: „Abtswind ist eine starke Mannschaft mit einer sehr guten Mentalität. Ich weiß auch nicht, warum die in der Bayernliga nicht besser stehen.“

    Was noch nicht hundertprozentig steht, ist das für den 16. Februar vorgesehene Testspiel des FC 05 gegen Südwest-Regionalligist SV Elversberg. Beide Vereine wollten sich auf einen neutralen Platz auf halber Strecke einigen, doch im Raum Mainz/Frankfurt hat sich bisher kein geeigneter gefunden. Sollte die Partie flachfallen, haben die Schweinfurt offenbar schon Ersatz im Köcher: Sie würden dann voraussichtlich unter der Woche gegen Rot-Weiß Erfurt spielen.

    Abtswind: Warschecha (45. Wilms) – Herrmann, Brunsch (63. Zunder), Ruft, Riedel (45. Wolf) – Wirth (Lenhart) – Hummel (45. Hillenbrand), Graf, Hilgert (45. Endres), Lehmann – Fischer (45. Jeni). Schweinfurt: Paulus (45. Eiban) – Philp (35. Messingschlager), Strohmaier, Kleineheismann (45. Billick), Schorn – Andermatt (60. Jelisic) – Weiß, Pieper, Fery, Krautschneider – Jabiri (60. Görtler). Schiedsrichter: Christopher Schwarzmann (TSV Scheßlitz). Tore: 0:1 Adam Jabiri (11.), 1:1 Pascal Jeni (60.), 1:2 Steffen Krautschneider (90.). Zuschauer: 150.

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