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    FUSSBALL: REGIONALLIGA

    Warum sich FC-05-Coach Wenzel vor seine Mannschaft stellt

    Hofft auf mehr Unterstützung am Freitagabend: Timo Wenzel, Trainer des FC 05 Schweinfurt. Foto: Marion Wetterich

    Manchmal sind Haken befreiend. Wenn man etwas geschafft hat, beispielsweise. Oder wenn man von einer Sache einfach nichts mehr hören will. Beim FC 05 Schweinfurt (4. Platz/7 Punkte) zählt da die 1:3-Niederlage gegen Rain am Lech dazu. Die hakte Trainer Timo Wenzel am Tag vor dem Freitagabendspiel (19 Uhr, Sportanlage Jahnstraße) beim TSV 1860 Rosenheim (10./6) einfach mal ab. "Es interessiert mich nicht, was letzte Woche war. Das haben wir analysiert. Von Rain will ich gar nichts mehr wissen." 

    War das wirklich befreiend? Eher demonstrativ. Denn so richtig unterscheiden sich die beiden Gegner nicht. "Ich erwarte, dass die Rosenheimer ähnlich wie Rain auftreten. Ich habe mir die zwei Heimspiele von ihnen angesehen. Gefährlich sind die Rosenheimer allemal." Es wartet wieder ein Gegner, der perfekt in die Schublade der "unangenehmen Kleinen" passt, die man beim FC 05 auf gar keinen Fall zu schnell abhaken sollte, wovor Wenzel warnt. "Wir müssen unheimlich aufpassen. Der TSV hat ein sehr gutes Vertikalspiel. Sie machen ihre Sache bis in die Spitze hinein gut und lassen den Ball dann einfach mal klatschen. Das ist gefährlich." 

    Wenzel nimmt sein Team in Schutz

    Dass ein Trainer allerdings nur appellieren kann, macht es für Wenzel nicht einfacher. Auf dem Platz sind die Spieler gefragt. Obwohl die sich nach dem Burghausen-Spiel nicht mehr wirklich mit Ruhm bekleckert haben, stellt sich der frühere Bundesliga-Verteidiger demonstrativ vor seine Mannen. "Es ist natürlich immer schwer, Fehler so anzusprechen, dass sie nicht wieder vorkommen. Die Spieler haben keinen Chip im Kopf, auf dem man einfach Dinge löschen kann. Der Fußball lebt von Fehlern, da muss man realistisch sein. Aber: Unsere Schwankungen waren zuletzt zu groß. Das darf nicht passieren." 

    Adam Jabiri, der bei der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag neben seinem Trainer sitzt, ist so ein Realist. "Wir können die Punkte jetzt nicht mehr zurückholen. Also versuchen wir, die in Rosenheim mitzunehmen. Ich will am Freitagabend drei Punkte im Gepäck haben, wenn wir nach Schweinfurt zurückfahren." Wer dafür sorgen soll, dass aus Jabiris Wille Wahrheit wird, ist indes noch nicht klar. Ronny Philp (Schulter) fällt weiter aus, Stefan Maderer, Benedict Laverty, Tim Danhof, Aaron Frimpong Manu und Stefan Kleineheismann sind angeschlagen.  

    "Die Spieler haben keinen Chip im Kopf, auf dem man einfach Dinge löschen kann."
    FC-05-Trainer Timo Wenzel über das Abstellen von Fehlern

    Der frühere Stuttgarter Wenzel hält sich hinsichtlich seiner Startelf noch bedeckt. "Natürlich habe ich schon eine Aufstellung im Kopf. Mir haben zuletzt die Spieler leid getan, die nicht gespielt haben. Auch sie haben ihre Chance verdient, um sich zeigen zu können. In solchen Situationen muss man einfach da sein." 

    Dass es mit einer nahezu unveränderten Aufstellung im Vergleich zum Burghausen-Spiel drei Tage später nur noch für einen Ehrentreffer reichte, stimmt auch Wenzel und Jabiri nachdenklich. "Wir dürfen uns jetzt nicht zerfleischen", hatte der Coach nach dem Spiel in Rain noch gesagt und hofft auf mehr Unterstützung seitens der Fans, die zuletzt - teilweise auch aggressiv - in den sozialen Netzwerken ihren Unmut kundgetan hatten. Oder wie Jabiri es formuliert: "Wir müssen alle wieder mehr an einem Strang ziehen." Ein oft bemühtes Mantra, das derzeit rund um den FC 05 aber durchaus seine Berechtigung hat.

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