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    Fußball: Regionalliga

    FC 05: Tim Danhofs starkes Startelf-Debüt

    Der Dosenöffner: Tim Danhof (grün) traf zum 1:0 für den FC 05 Schweinfurt, bereitete das 2:0 vor - scheitert in dieser Szene aber an Burghausens Torhüter Ludwig Zech. Foto: Marion Wetterich

    Es war der Abend von Tim Danhof. Erstmals von Beginn an dabei, das so wichtige frühe 1:0 selbst erzielt, das 2:0 herrlich vorbereitet und im zentralen Mittelfeld gewiefter Strippenzieher. Der 22-Jährige Ex-Fürther hatte großen Anteil am 3:1-(2:0)-Sieg des FC 05 Schweinfurt gegen Wacker Burghausen. "Es war wichtig, dass man gesehen hat, wie wir den Ball laufen lassen können", wollte er hernach gar nicht viel über sich reden, sondern lieber den deutlich erkennbaren Fortschritt der ganzen Mannschaft in den Vordergrund stellen.

    Das macht diesen ruhigen, fast schon introvertierten Spieler aus. "Wir haben ganz bewusst genau solche Spielertypen geholt", sagte sein Trainer Timo Wenzel später. Spieler, die sich, wenn nötig ins zweite Glied einreihen, dann nicht meckern, sondern ihre nächste Chance suchen. "Das macht ein echtes Team aus." So traf es diesmal nicht nur Linksverteidiger Christian Köppel, sondern auch Zehner Pius Krätschmer, der in Fürth schwach gespielt hatte ("wir kommunizieren das auch ganz offen"). Also durfte auf seiner Position Danhof ran, der sich nach seiner langen Verletzungspause etwas gedulden musste mit Einsatzzeit.

    Raffinesse und Gefühl statt Gewalt beim frühen Führungstor

    "Er ist ein sehr intelligenter Spieler", lobte Wenzel. Und Danhof ging zumindest etwas aus sich heraus, als er sein 1:0 (8.) schildern durfte. Wie er auf dem Weg durch den Strafraum mit einer geschickten Täuschung seine Gegner ins leere Laufen ließ: "Antäuschen, da bin ich ein Freund von." Beim Abschluss ins linke untere Eck zog er auch Gefühl der rohen Gewalt vor - ein Tor mit Kopf und "auch für den Kopf", sagte Danhof im Hinblick auf den geglückten Wiedereinstieg, nachdem er ja in Fürth schon ein paar Minuten rangedurft hatte.

    Torschützen unter sich: Tim Danhof, Adam Jabiri und Benedict Laverty feiern den Treffer zum 3:0. Foto: Marion Wetterich

    Die präzise Flanke zu Adam Jabiris 2:0 (34.) war quasi das i-Tüpfelchen auf die Leistung des Neuzugangs. Und auf eine Schweinfurter Aufführung von höchster Gute und mehreren Momenten stehender Ovationen von der Tribüne. Wie Benedict Laverty aus vollem Lauf den Ball über Wacker-Keeper Ludwig Zech zum 3:0 (71.) schnippte, war großes Kino.  Der Anschlusstreffer durch Muhamed Subasics Freistoß in der Nachspielzeit nicht mehr als ein klitzekleiner Schönheitsfleck.

    "Wir haben ganz bewusst genau solche Spielertypen geholt."
    FC-05-Trainer Timo Wenzel über Neuzugänge wie Tim Danhof

    Warum war diese Darbietung so bemerkenswert? Weil Burghausen überhaupt nicht schlecht war, mit seinen drei Niederlagen nun unter Wert dasteht. Und trotz der mutigen, auf Mitspielen ausgerichteten Spielweise der Oberbayern musste deren Trainer Wolfgang Schellenberg einräumen: "Schweinfurt war uns heute in allen Belangen überlegen." Das adelt den FC 05, der gezeigt hat, wie man zumindest spielfreudige Mannschaften aushebeln kann: Viel Bewegung, Ballstafetten mit nur ein, zwei Kontakten, überraschende Flankenwechsel, steile Anspiele auf die Flügel in die Spitze - und vor allem in der Abwehr eine klasse Mischung aus vollem Einsatz und geduldiger Ballkontrolle.

    Beste Stimmung bei den FC-05-Fans. Foto: Marion Wetterich

    Was das zentrale Defensiv-Quartett aus den Sechsern Sascha Korb (der Abräumer) und Kevin Fery (der Stratege) sowie den Innenverteidigern Stefan Kleineheismann und Lukas Billick da abriss, war allererste Güte. Den Burghausenern blieb da nur das Ausweichen auf die Flügel - und von da war der Weg zum Tor an diesem Abend zu weit. Torhüter Luis Zwick musste nur einmal da sein, und war das gegen Julien Richter (42.) auch.

    Jetzt zweimal auswärts bei deutlich defensiveren Gegnern

    Nur dürfte das alles in den beiden kommenden Auswärtsaufgaben am Freitag in Rain und am darauffolgenden Freitag in Rosenheim wieder etwas anders aussehen. Dann werden die Schweinfurter auf Fünferketten und tief stehende Mittelfelder treffen. "Das wird eine eklige Aufgabe", sagte Danhof im Hinblick auf Rain. "Aber auch da müssen wir versuchen den Ball laufen zu lassen und uns viel bewegen." Wenzel ist überzeugt, dass seine Mannschaft den nächsten Schritt gemacht hat und jetzt auch solche Partien anders angehen wird als noch in Fürth. "Wir werden von Spiel zu Spiel besser, nur geht das nicht von heute auf morgen."

    Seine Mannschaft habe schließlich gegen Burghausen nicht nur die spielerischen Elemente geliefert, sondern war auch "griffig, präsent, mit der passenden Körpersprache" - was auch gegen Defensivkünstler probate Mittel seien. "Heute war Mentalität auf dem Platz. Wenn wir die immer so präsentieren können, dann ist es sehr schwer, uns zu schlagen." Das Selbstbewusstsein ist unverkennbar zurück beim FC 05.

    Die Statistik des Spiels
    Fußball, Regionalliga Bayern
    FC 05 Schweinfurt - SV Wacker Burghausen 3:1 (2:0)
    Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Kleineheismann, Billick, Lo Scrudato - Korb (82. Yarbrough), Fery - Laverty, Danhof (77. Awata), Suljic (79. Pieper) - Jabiri.
    Burghausen: Zech - Schulz, Aigner, Mankowski, Nicklas - Maier (46. Ade), Scheidl (43. Mazagg), Subasic, Bachschmid (58. Bosnjak) - Ammari, Richter.
    Schiedsrichter: Patrick Hanslbauer (TSV Altenberg). Zuschauer: 1491. Tore: 1:0 Tim Danhof (8.), 2:0 Adam Jabiri (34.), 3:0 Benedict Laverty (71.), 3:1 Muhamed Subasic (90.+1). Gelb: Korb - Bachschmid, Mazagg.

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