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    Fußball: Regionalliga Bayern

    05-Stürmer Stefan Maderer hat eine offene Rechnung mit Rosenheim

    Na, wo steht das Tor? FC-05-Stürmer Stefan Maderer schaut schon mal, wo am Samstagnachmittag gegen Rosenheim der Ball hin soll. Foto: Michael Bauer

    Der FC 05 und der TSV 1860 Rosenheim - das hat für die Schweinfurter schon länger nicht mehr nach Gusto zusammengepasst. Auswärts eh nicht und selbst daheim gab's in den beiden letzten Spielzeiten nur rumpelige Unentschieden. Und doch lässt Stürmer Stefan Maderer  keinen Zweifel daran, dass das diesmal (Samstag, 14 Uhr, Willy-Sachs-Stadion) ganz anders laufen wird: "Wir haben gesagt, dass wir in der restlichen Runde jedes Spielgewinnen wollen. Und zwar egal, ob jemand zündelt." Ein so bedauerlicher wie nötiger Zusatz, denn: Nach dem Pyro-Vorfall von Buchbach (wir berichteten) steht immer noch ein Punktabzug für den FC 05 im Raum.

    Keine Auskunft zum möglichen Punktabzug

    Ob der Täter inzwischen ermittelt ist - und dann, nur dann, haben die Schweinfurter Hoffnung auf nicht mehr als eine Geldstrafe -, wollten die Verantwortlichen Ende der Woche noch nicht preisgeben. Benni Liebald, verantwortlich für Fanbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit, verwies auf das schwebende Verfahren beim Verbandssportgericht: "Es gibt eine Frist für die Stellungnahme am Montag. Wir geben eine Stellungnahme rechtzeitig ab und warten dann das Urteil ab. Erst dann werden wir eine Mitteilung herausgeben." Zu rechnen sei damit bis Mitte nächster Woche, da das Verbandssportgericht normalerweise am Montagabend tagt.

    Szene aus dem 2:2 im Hinspiel mit Stefan Maderer (weiß). Foto: Wolfgang Fehrmann

    Überraschend zugeknöpft  zeigen sich die Nullfünfer also nach dem mehrfachen Zünden von Pyrotechnik beim Freitagspiel in Buchbach, das eine mehrminütige Unterbrechung nach sich zog und die Ankündigung von BFV-Präsident Rainer Koch, man werde den Verein gemäß Paragraph 73 (Verletzung der Platzdisziplin) neben einer hohen Geldstrafe auch mit einem Punktabzug belegen, sollte der Täter nicht preisgegeben werden können.

    FC 05 zuletzt zweimal ohne Gegentor

    "Mit so etwas wollen wir als Mannschaft nichts zu tun haben", sagte nun Maderer noch einmal vor dem Rosenheim-Spiel. Das ihm persönlich "in schlechter Erinnerung" ist.  Er hatte seinerzeit vor dem späten 2:2-Ausgleich der Oberbayern einen Pass auf Florian Trinks allzu leichtfertig gespielt. "Aber wir sind seitdem alle gereift, das wird uns nicht mehr passieren. Wir haben jetzt zwei Mal zu Null gespielt, unsere Abwehr steht inzwischen sehr stabil." Dass es für ihn selbst, seit er auf den linken Flügel ausweichen musste, in Sachen Torschießen wieder besser läuft, er zuletzt ja in Buchbach auch den Siegtreffer beisteuern durfte, ist Balsam auf die Wunden des Angreifers, der vor dem Wechsel nach Schweinfurt nicht unbedingt ein Goalgetter war. "Zweistellig", soll seine Trefferbilanz am Ende der Saison ausfallen. Aktuell steht er bei fünf Toren.

    "Wir sind seitdem alle gereift, das wird uns nicht mehr passieren."
    05-Stürmer Stefan Maderer zu den Fehlern im Hinspiel

    Auf links gerückt ist Maderer durch den verletzungsbedingten Ausfall von Steffen Krautschneider. Der hat sich an der Leiste operieren lassen und wechselt, weil seine Partnerin  im Münchner Raum eine Stelle gefunden hat, im Sommer ohnehin zum FC Pipinsried. Die interne Kommunikation dieses Wechsels hat wiederum Trainer Timo Wenzel nicht gefallen: "Es ist nachvollziehbar und verständlich, nicht aber, dass ich das letztlich aus den Medien erfahre. Eigentlich wollten wir mit dem Spieler verlängern. Das ist natürlich ein Verlust für uns, doch wir müssen es akzeptieren."

    Stefan Maderer (FC 05 Schweinfurt) Foto: Michael Bauer

    Reichlich Quertöne also vor dem zweiten Heimspiel nach der Winterpause. Für das sich auch die Verletztenliste nicht wirklich verkürzt hat: Neben dem Rekonvaleszenten Vincent Waigand fehlen weiter Marco Fritscher (Bluterguss), Florian Trinks (Sprunggelenk) und eben Krautschneider. Fraglich ist zudem der Einsatz von Torjäger Adam Jabiri, der in Buchbach gesperrt war und nun unter der Woche erkrankt nicht Trainieren konnte. "Er wäre sicher wieder in die Mannschaft gerutscht, so aber müssen wir froh sein, wen es für die Bank reicht", so Wenzel. Der nun wohl komplett die Buchbach-Formation aufs Feld schicken wird.

    Rosenheim muss auf seine Top-Stürmer verzichten

    Wie unbequem der Tabellenvorletzte Rosenheim auch in der Fremde sein kann, erlebte vor zwei Wochen der FC Memmingen. Nach einer 2:0-Führung der Allgäuer erkämpften sich die Sechziger in den letzten sieben Minuten noch ein 2:2. Torschützen waren mit Markus Einsiedler und Danijel Majdancevic seit alte Bekante, die auch den Nullfünfern schon in die Suppe gespuckt haben. Beide Topstürmer werden jedoch im Sachs-Stadion gelb-gesperrt fehlen. Dennoch: "Das ist eine Mannschaft, die nie aufgibt", sagt Wenzel. "Und die immer mit Fußball spielen will." Frech mit Dreierkette aufbauend probieren es die Oberbayern für gewöhnlich, ihre drei Offensivkräfte einzusetzen.

    Es könnte am Samstagnachmittag also erneut einen offenen Schlagabtausch geben, wie so oft zwischen beiden Klubs. "Wir werden große Räume bekommen, die müssen wir nutzen", orakelt der Trainer. "Und wir müssen mit unseren Ochsen, das meine ich natürlich positiv, bei Standards gefährlich sein." Einzig der nach dem vielen Regen tiefe Boden könnte einer flotten Kickerei einen Strich durch die Rechnung machen. Wenzel: "Wir werden uns anpassen." In Buchbach hat das bei ähnlichen Bedingungen über weite Strecken gut geklappt.

    Drei der vier Toiletten-Vandalen aus Würzburg

    Gut geklappt hat auch die Ermittlungsarbeit der Polizei im Falle der zerstörten Toiletten am Rande des Spiels zwischen dem FC 05 und dem FC Augsburg II (wir berichteten). Die Befragung der vier vorübergehend festgenommenen Tatverdächtigen ergab, dass es sich dabei um einen Augsburger "Fan" und drei Anhänger der Würzburger Kickers gehandelt habe; beide Fan-Lager sind miteinander befreundet. Liebald: "Sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, werden wir als veranstaltender Verein oder die Stadt Schweinfurt als Stadion-Eigentümer, je nachdem, wer den Schaden bezahlen soll, Anzeige gegen die Täter stellen."

    Gruppenbild mit der Bronzestatue von Adi Dassler: der Schweinfurter Sportleiter Björn Schlicke (links) und FC-05-Boss Markus Wolf. Foto: FC 05

    Bei all den wenig erfreulichen Nebenschauplätzen freut man sich in Schweinfurt darüber, mit Adidas einen neuen Ausrüster gefunden zu haben, da der Vertrag mit Jako zum Saisonende ausläuft. FC-05-Geschäftsführer Markus Wolf: „Wir sind sehr glücklich, dass wir einen Global Player wie Adidas für uns gewinnen konnten. Das bestätigt die gute Arbeit, die wir hier in Schweinfurt seit Jahren leisten." Eingefädelt hat den Deal Sportleiter Björn Schlicke. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn ein Weltunternehmen wie Adidas, aus unserer fränkischen Region, das Potential des FC Schweinfurt erkennt und in Zukunft unseren Weg mitgehen möchte“, sagte der Ex-Fürther.

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