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    FUSSBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Neues Selbstbewusstsein beim FC 05

    Akrobatisch: Der Rosenheimer Alexis Fambo (links) hat gegen den Nullfünfer Mohamad Awata das Nachsehen. Foto: Hans-Jürgen Ziegler

    Mohamad Awata schwebte auf Wolke sieben. Breit grinsend genoss der Syrer nach dem 4:0 (2:0) beim TSV 1860 Rosenheim das Gefühl des Sieges, um dann mit ein paar Fußballerweisheiten um die Ecke zu kommen. "Ich versuche natürlich immer, der Mannschaft mit 100 Prozent Einsatz zu helfen. Diese drei Punkte waren eine ganz wichtige Sache. Jeder hat heute gezeigt, dass er für das Team kämpft." So abgedroschen es auch klingen mag, so sehr umschrieb das Statement des 26-Jährigen diesen Freitagabend, an dem er bei seinem ersten Saison-Einsatz über die vollen 90 Minuten zu einer der Schlüsselfiguren avancierte.

    Awata, zuletzt dann doch eher Ergänzungsspieler, nahm sich die Worte seines Trainers, der gefordert hatte, dass die Kicker "da sein" sollen, wenn sie ihre Chance bekommen, zu Herzen. Unermüdlich rackerte, kämpfte und rannte er auf der rechten Außenbahn entlang - und wurde just von TSV-Torwart Marius Herzig im Sechzehner umgerissen, als der FC 05 nach 20 zähen Anfangsminuten Offensivdrang entwickelte (24.). Dass Adam Jabiri im Nachschuss dann doch noch einnetzte, war für die Situation der Nullfünfer nach der Pleite gegen Rain am Lech bezeichnend, Awata allerdings völlig egal. "Es war einfach nur wichtig, dass der reingegangen ist."   

    Der FC 05 nutzt die Rosenheimer Fehler aus

    Denn dieses Führungstor brachte den Gästen eine gehörige Portion Selbstvertrauen. So viel, dass die rot gekleideten Hausherren lange keinen Zugriff mehr bekamen und noch das zweite Gegentor - wiederum durch Jabiri - hinnehmen mussten, bevor es in die Kabinen ging. Individuelle Fehler - ein Torwart-Patzer und zwei Rosenheimer, die  gegen den Routinier auf Geleitschutz statt Gegenwehr setzten - sorgten dafür, dass all die Taktik von Trainer Thomas Kasparetti schon zur Pause in das Reich der Illusionen versandt worden war.

    "Das war ein wichtiges Zeichen für die Konkurrenz auf unserem Weg nach oben."
    Rechtsaußen Mohamad Awata über den deutlichen Erfolg gegen Rosenheim

    Der hatte nämlich mit der Ausnahme einer personellen Änderung auf die Elf vertraut, die die Schweinfurt-Schrecks aus Rain noch mit 1:0 geschlagen hatte. Etwas, das sein Gegenüber Timo Wenzel eben nicht gemacht hatte. Fünf Änderungen zu Beginn brachten auf Schweinfurter Seite eben auch den vom Ex-Stuttgarter gewünschten Effekt, dass diese Neuen sichtlich alles daran setzten, sich zu präsentieren. Dass dann noch Amar Suljic (64.) und der zu nächst auf die Bank verbannte Tim Danhof alles klar machten (68.), ließ Awata schon frohlocken: Das sei "ein wichtiges Zeichen für die Konkurrenz auf unserem Weg nach oben" gewesen. Dass eben diese die Konkurrenz aus München am Sonntag noch ein empfindliches 1:2 gegen Buchbach einstecken musste und so vorerst hinter den Schweinfurtern steht, wusste Awata freilich noch nicht. 

    Der TSV ergibt sich in der Schlussphase

    Ein Ergebnis, das wohl auch Coach Wenzel gefreut haben muss. Mit seinem Team war der Ex-Profi neue Wege gegangen: Die Nullfünfer reisten frühzeitig an und schoben noch ein gemeinsames Essen als Teambuilding-Maßnahme ein. Sie wirkte. "Rosenheim hat gegen Rain zu Hause wirklich brutal gut gespielt. Wir haben einfach konzentriert gespielt und fast nichts zugelassen", fasste Wenzel zusammen. Das war es, was die TSVler an den Rande der Verzweiflung brachte. Spätestens nach dem 0:4 ergab sich dieser sonst für Schweinfurter Mannschaften so unbequeme Gegner. Dass das letztendlich darin gipfelte, dass Danijel Majdancevic einen Freistoß aus aussichtsreicher Position einfach lustlos am FC-05-Gehäuse vorbeidrosch (90.+2), war irgendwie symptomatisch. 

    "Wenn du gegen Schweinfurt hinten liegst, anläufst und versuchst, dein Spiel doch noch irgendwie beizubehalten und dann eben einen Gegner hast, der dann die zu weiten Abstände ausnutzt und seine Qualität im Abschluss gut ausspielen kann, dann können wir doch noch froh sein, dass wir mit vier Toren weggekommen sind", erklärte Kasparetti im Rahmen der Pressekonferenz niedergeschlagen. Das, wofür der 35-Jährige satte 50 Worte brauchte, lässt sich aber auch einfacher umschreiben: als neues Schweinfurter Selbstbewusstsein.

    Die Statistik des Spiels
    Fußball, Regionalliga Bayern
    TSV 1860 Rosenheim - FC 05 Schweinfurt 0:4 (0:2)
    Rosenheim: Herzig - Lenz, Wallner, Fambo - Moser, Shabani - Linner (79. Neumeier), Mushkolaj (46. Hölzl), Mayerl - Demolli (83. Furch), Majdancevic.
    Schweinfurt: Zwick - Fritscher (70. Lo Scrudato), Billick, Yarbrough, Köppel - Korb, Krätschmer - Awata, Pieper (58. Danhof), Suljic (81. Fery) - Jabiri.
    Schiedsrichter: Marco Achmüller (SV Würding). Zuschauer: 550. Tore: 0:1, 0:2 Adam Jabiri (24., 45.+1), 0:3 Amar Suljic (64.), 0:4 Tim Danhof (68.).  Besonderes Vorkommnis: Marius Herzig (Rosenheim) pariert einen Foulelfmeter des Schweinfurters Adam Jabiri (24.). Gelb: Mushkolaj, Wallner - Fritscher, Suljic.

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