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    Fußball: Regionalliga Bayern

    Auch der FC 05 passt ins Buchbacher Beuteschema

    Abputzen, weitermachen: FC-05-Trainer Timo Wenzel war vom Ergebnis der Schweinfurter in Buchbach enttäuscht, nicht aber von der Spielweise. Foto: Frank Scheuring

    Freut man sich, wenn man als Spitzenreiter verliert und die Konkurrenz es nicht ausnutzen kann? Oder beißt man sich dann erst Recht wo hin? Kevin Fery entschloss sich für Variante zwei: "Aber so was von", setzte der Mittelfeldspieler nach dem 2:3 (0:2) des FC 05 in Buchbach gleich noch zwei Ausrufezeichen dahinter. Denn natürlich verpassten die Schweinfurter es, sich abzusetzen, und sie hätten es angesichts einer spielerisch wie kämpferisch fast tadellosen Leistung wahrlich nicht müssen.

    • Hier gibt's zum Nachlesen den Live-Ticker vom Spiel in Buchbach

    Ferys Trainer Timo Wenzel nahm's dagegen mit der Gelassenheit eines Mannes, der "im Fußball schon alles erlebt hat, was es zu erleben gibt. Das Ergebnis ist bitter, aber es ist tabellarisch nix passiert. Und der Mannschaft kann ich überhaupt keinen Vorwurf machen." Der TSV Buchbach hat eben einfach ein Händchen für Spitzenmannschaften. Hier hat der TSV 1860 München in seiner Meister-Saison verloren, in dieser Saison mussten sich mit Türkgücü, Aubstadt, Fürth und Schweinfurt vier der Top Fünf beugen. Weil diese Mannschaft neben Leidenschaft, Kampf- und Laufbereitschaft vor allem bedingungsloses Abwehrverhalten zeigt.

    Buchbach macht aus einer Chance zwei Tore

    Und so staunten die vor der Pause drückend überlegenen Schweinfurter nicht schlecht, dass sie nur durch den von Maximilian Drum von der Linie gekratzten Suljic-Schuss eine Chance hatten (8.), die extrem tief stehenden Gastgeber aber zwei Tore aus ebenfalls einer machten. Bei Drums langem Ball über die rechte 05-Seite rutschte Stefan Kleineheismann etwas übereifrig nach vorn und machte Marco Fritscher auch noch die Seite auf. Resultat: Christian Brucia war auf und davon, schob überlegt an FC-Keeper Luis Maria Zwick vorbei zum 1:0 (26.). Gar keine Tormöglichkeit wäre entstanden, als der Ball Fritscher unglücklich an den Arm sprang - Handelfmeter, Maximilian Hain brachial in die Mitte, 2:0 (40.).

    "Ich habe den Jungs in der Kabine aber gesagt, dass ich zufrieden bin", waren Wenzel die Patzer ("das 1:0 war zu billig") zwar nicht entgangen, doch hatte er das Gefühl, dass seine Mannschaft noch zu einer Reaktion fähig sein würde. Sie war es. Gleich nach Wiederbeginn foulte Thomas Leberfinger den Schweinfurter Amar Suljic, den fälligen Elfmeter verwandelte Pius Krätschmer ins rechte Eck (47.). Doch eine eher verunglückte Kopfball-Bogenlampe von Lukas "The Tower" Winterling stellte die alten Verhältnisse her (57.).

    "Wir haben uns nichts vorzuwerfen, so wie wir heute gekämpft haben."
    Mittelfeldspieler Kevin Fery zur unglücklichen Schweinfurter Niederlage

    Und wie schon die Szene aus der achten Minute dem Spiel eine andere Wendung hätte geben können, rettete erneut ein Buchbacher seine Elf auf der Linie: Marco Rosenzweig gegen Adam Jabiri (58.). Auch Jabiris Kopfball nach Danhof-Flanke hätte aus sieben Metern drin sein müssen (72.). Drin war aber nach einer mächtigen Schweinfurter Drangphase nur noch Aaron Frimpong Manus Kopfball-Abstauber (90.+6).

    Bei aller spielerischen Reife und auch Wucht in den Zweikämpfen, durften sich die Schweinfurter am Ende nicht über eine völlig unverdiente Niederlage beklagen. Buchbach machte das mit seinen Mitteln beachtlich. Das stellte auch Wenzel klar, obwohl dieses glanzlose Konterspiel "nicht meiner Philosophie entspricht. Die Buchbacher spielen hinten keinen Fußball, bringen nur lange Bälle. Aber sie haben eine große Mentalität und die Geduld für den rechten Moment." Diese Geduld - wenngleich nach ausgiebigem Ball halten für die entscheidende Lücke - ging den Nullfünfern diesmal ab. Sie wurden stets dann bestraft, wenn sie es zu sehr mit Gewalt probierten.

    Münchner Niederlage spielt FC 05 in die Karten

    So ein bisschen wollte sich Fery, der wieder Mal auf der Doppelsechs ran durfte und auch Akzente im Aufbauspiel setzte, dann doch noch mit den Ergebnissen der Konkurrenz anfreunden, sie als Ausgleich werten dafür, "dass wir uns überhaupt nichts vorzuwerfen haben. So wie wir heute gekämpft haben." München 0:1 gegen Eichstätt, Bayreuth gegen Aubstadt 2:2 - so blieb der FC 05 auf Platz eins, auch wenn ihm der zehnte Pflichtspiel-Sieg in Serie nicht geglückt ist. "Man darf da aber nicht drauf herumreiten", so Wenzel. "Man muss die neun Erfolge davor sehen. Und darauf sind wir stolz."

    Abputzen, weitermachen - das sei, so Wenzel, die einzig probate Verhaltensweise. "Das Wort Meisterschaft ist vor der Runde gesagt worden. Wenn wir den daraus entstandenen Druck nicht aushalten könnten, hätten wir den falschen Job. Etwaige Häme einiger Kritik gehen hier rein, da raus." Dazu deutete der Coach aufs links und rechte Ohr und holte sich dafür mächtig Applaus des Buchbacher Pressekonferenz-Publikums ab. Das hatte es nämlich trotz der Siegerlaune auf dem Schirm, dass sich der FC 05 "bärenstark" präsentiert hatte, wie es TSV-Coach Markus Raupach formulierte.

    Die Statistik des Spiels
    Fußball, Regionalliga Bayern
    TSV Buchbach - FC 05 Schweinfurt 3:2 (2:0)
    Buchbach: Maus - Grübl, Leberfinger, Winterling, Rosenzweig, Drum - Hain (87. Denk), Walleth , Brucia (90.+3 Sztaf) - Petrovic, Culjak (83. Breu).
    Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Kleineheismann, Billick, Köppel (76. Manu) - Fery, Korb - Danhof, Krätschmer (74. Maderer), Suljic (63. Laverty) - Jabiri.
    Schiedsrichter: Tobias Schultes (TSV Betzigau). Zuschauer: 757. Tore: 1:0 Christian Brucia (26.), 2:0 Maximilian Hain (40., Handelfmeter), 2:1 Pius Krätschmer (47., Foulelfmeter), 3:1 Lukas Winterling (57.), 3:2 Aaron Frimpong Manu (90.+6). Gelb: Leberfinger (Buchbach).

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