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    Fußball: Regionalliga Bayern

    Wie eine Idee Maximilian Bauer zum FC 05 brachte

    Nach dem erneuten Ausfall von Ronny Philp fehlte den Schweinfurtern ein Rechtsverteidiger. Welche Qualitäten der Ex-Unterhachinger außer Drittliga-Erfahrung mitbringt.
    Ist schnell, kann aber auch grätschen: FC-05-Zugang Maximilian Bauer, hier noch im Trikot der SpVgg Unterhaching. Foto: foto2press/Sven Leifer

    Manfred Schwabl war flinker Mittelfeldspieler beim FC Bayern München, 1. FC Nürnberg und TSV 1860 München. Seit 2012 ist er Präsident des Fußball-Drittligisten SpVgg Unterhaching. Und er hat einen Sohn: Markus Schwabl, Rechtsverteidiger, seit Sommer 2018 bei den Hachingern. "Ja, da war diese Idee des Trainers", sinniert Maximilian Bauer, ein anderer Rechtsverteidiger und bis zum Jahreswechsel noch bei der SpVgg unter Vertrag. "Und wenn der Trainer die Idee hat, den Sohn des Präsidenten in den Verein zu holen, dann spielt Leistung plötzlich nicht mehr eine so große Rolle", kartet Bauer nach. Plötzlich war sein Stammplatz weg, in der aktuellen Saison durfte er nur noch einmal im Pokal ran. Also auf zu neuen Ufern: Und die liegen inzwischen beim FC 05 Schweinfurt.

    Zum Jahreswechsel hoffte Maximilian Bauer auf einen neuen Verein. Und als bei den Schweinfurtern klar war, dass Außenverteidiger Ronny Philp abermals mit einer langwierigen Schulterverletzung ausfallen würde, meldeten sich die Verantwortlichen des FC 05. Obwohl auch der SV Meppen und einige andere Klubs interessiert waren, ging alles ganz schnell: eine gute Woche Training, Vertrag über eineinhalb Jahre, unabhängig von der Ligenzugehörigkeit der Nullfünfer. "Es war immer eklig, in Schweinfurt zu spielen als Gegner. Und man hat hier ein klares Konzept, will in die Dritte Liga", fand der 24-Jährige schnell Gefallen an der neuen Aufgabe - denn er will zurück in den Profifußball, mindestens wieder in die Dritte Liga. "Wer weiß, vielleicht meldet sich ja auch mal ein Zweitligist. Im Fußball ist viel möglich."

    Beim FC Bayern München ein Spätstarter

    Aber natürlich will der Neue, was soll er auch anderes sagen, "mit dem FC 05 hoch. Wenn nicht diese Saison, dann eben in der nächsten." Dabei war gar nicht einmal so früh klar, dass Bauer eine Profi-Karriere anstreben würde. Erst in der U15 wechselte der gebürtige Dachauer zum FC Bayern München, ein Spätstarter vergleichsweise. Und er verließ den Nachwuchs des Rekordmeisters schon im ersten U-19-Jahr wieder ohne Not. Er folgte lieber dem Ruf des damaligen Unterhachinger Trainers Manuel Baum, der auch sein Lehrer an der Schule war. Er spielte bei der SpVgg Junioren-Bundesliga und trainierte bereits mit den Profis.

    Der Durchbruch war's noch nicht, nachdem Baum Richtung Augsburg gewechselt war, liehen die Hachinger den damals 19-Jährigen im Januar 2015 an den Regionalligisten SV Heimstetten aus. Im Sommer ging's aber bereits zurück in  Münchens Süden - und fortan gehörte Bauer zum Stamm der Unterhachinger Mannschaft, mit der er 2017 in die Dritte Liga aufstieg. Dort kam er im ersten Jahr auf 27 Einsätze, im zweiten, nach der Schwabl-Verpflichtung, nur noch auf zehn.

    "Wenn der Trainer die Idee hat, den Sohn des Präsidenten in den Verein zu holen, dann spielt Leistung plötzlich nicht mehr eine so große Rolle."
    FC-05-Neuzugang Maximilian Bauer über seinen Abschied aus Unterhaching

    Jetzt also Schweinfurt, wo sich der 1,75 Meter messende Außenverteidiger sofort gut aufgehoben fühlte. "Trainer, Jungs, Mannschaft, alles super", sagt Bauer. Und Coach Tobias Strobl? "Maxi war in Unterhaching die gefühlte Nummer 23 und kam nicht mit dem allergrößten Selbstvertrauen zu uns. Aber sein Fitness-Zustand ist mehr als nur ordentlich", urteilte er nach den ersten Eindrücken. "Er wird uns weiter verstärken."

    Immerhin ist die Rechtsverteidiger-Position  beim FC 05 aktuell nicht unbedingt die mit der üppigsten Besetzung. Marco Fritscher, der beispielsweise schon hinten rechts gespielt hat, kann so wieder frei für den Flügel werden, insbesondere den linken, wo mit Stefan Maderer (Patellasehne), Amar Suljic (Adduktoren-OP) und Benedict Laverty (Pfeiffersches Drüsenfieber) gleich drei potenzielle Kandidaten länger ausfallen werden.

    Handshake mit Sportleiter Björn Schlicke: Maximilian Bauer (rechts) beim ersten Fototermin mit dem FC 05 Schweinfurt. Foto: Jessica Oldenburger

    Dass die 05er bei nur noch zwölf ausstehenden Partien und acht Punkten Rückstand auf Tabellenführer Türkgücü München nur noch Außenseiterchancen auf Titel und Aufstieg haben, ist Bauer zwar bewusst. Dennoch glaubt er an diese Chance: "Ich konzentriere mich zu hundert Prozent auf dieses Ziel. Wir müssen vermutlich jedes Spiel gewinnen, damit es überhaupt möglich sein kann. Aber warum nicht, wenn wir alles raushauen, was wir haben?" Dass es für ihn womöglich nicht sofort zu einem Stammplatz reichen könnte, dessen ist er sich bewusst: "Winter-Transfers sind eben immer etwas anderes als Sommer-Transfers."

    Bis dato scheint es aber, als könne der Dachauer mit seiner dynamischen Spielweise die Chance nutzen. "Ich bringe trotz meiner erst 24 Jahre immerhin schon reichlich Erfahrung in der Regional- und auch Dritten Liga mit." Er sei zwar auch ein Verteidiger mit Drang nach vorn, könne sich aber in jedes System rasch einordnen: "Es liegt mir mehr, in einer Fünferkette auf Außen zu laufen, aber ich habe auch schon Dreierkette gespielt und kann von hinten dirigieren." Nun, der FC 05 spielt beide Systeme.

    FC 05 verliert das Testspiel gegen den FC Düren

    Beim ersten Testspiel während des Trainingslagers im türkischen Belek war Bauer mit von der Partie. Der FC 05 unterlag dem Tabellen-Zweiten der Oberliga Mittelrhein, dem FC Düren, mit 1:2. Den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 erzielte Tim Danhof. Florian Pieper traf noch den Pfosten.

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