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    Fußball: Regionalliga Bayern

    Coronavirus: FC Memmingen sperrt zu, FC 05 hält noch durch

    Der Vorsitzende des Regionalligisten sieht die Existenz des Gesamtvereins gefährdet und zieht die Reißleine. Warum das den Abstieg in die unterste Klasse bedeuten könnte.
    Ein Rückspiel wird es nicht geben: Der FC Memmingen hat den Spielbetrieb von sich aus für diese Saison eingestellt. Unser Bild zeigt eine Szene mit 05-Stürmer Adam Jabiri (Mitte) aus dem Hinspiel. Foto: Marion Wetterich

    Das ist die bis dato wohl radikalste Reaktion auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise durch einen Verein im Leistungssportbereich. Fußball-Regionalligist FC Memmingen, der letzte Woche bereits einen infizierten Spieler aus der ersten Mannschaft gemeldet hatte, hat sich entschlossen, den Trainings- und Spielbetrieb in allen Mannschaften mit sofortiger Wirkung für diese Saison einzustellen. Das verkündete Vorsitzender Armin Buchmann auf der Homepage des Vereins. 

    Hintergrund ist die nahezu unmögliche Planbarkeit des Spielbetriebs. "Unabhängig von derzeitigen FIFA-, UEFA-, DFB-, oder DFL-Erklärungen, die im Moment nur Verschiebungen von Wettbewerben und Geisterspielen vorsehen, versuchen wir die Dinge beim FC Memmingen mit gesundem Menschenverstand zu bewerten", so Buchmann. "Wir sehen mit großer Gewissheit, dass es auf absehbare Zeit keinen Spielbetrieb der Regionalliga Bayern und auch keine Fortführung des bayerischen Landespokals geben wird." Es würden auf unbestimmte Zeit Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen fehlen. 

    Abstiege aller Mannschaften, vor allem aber der  des Regionalliga-Teams, möglicherweise bis in die untereste Spielklasse, würden, so der Vorsitzende, notfalls in Kauf genommen: "Es geht jetzt nur noch um das wirtschaftliche Überleben des FC Memmingen." Deswegen wurden beim ohnehin abstiegsbedrohten Tabellen-17. alle veränderbaren Zahlungsverpflichtungen eingestellt. Der Abstieg bis in die B-Klasse droht dann, wenn der Bayerische Fußball-Verband die Saison doch noch fortsetzen würde.

    Ab Juni könnte es auch für den FC 05 wirtschaftlich eng werden

    Beim Liga-Konkurrenten FC 05 Schweinfurt hat man hat man diese Entwicklung natürlich registriert. Präsident und Hauptsponsor Markus Wolf will zwar die Entscheidung nicht beurteilen, sagt aber zur Situation der Nullfünfer: "Bei uns hängt es davon ab, was wir an Kurzarbeitgeld bekommen. Da wir ja eine Kapitalgesellschaft sind, sollte das greifen. Und dann natürlich, wie lange dieser Zustand andauert. Wir sind aktuell noch gesichert, aber auch nur bis maximal Ende Mai."


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