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    Fußball: Regionalliga

    FC 05 hat mit dem Schlusslicht viel Arbeit

    Machte das 2:0 und ein gutes Spiel: der Schweinfurter Amar Suljic (grün), der hier den Heimstettener Fabian Cavadias (rechts) stehen lässt. Foto: Marion Wetterich

    Das war so etwas wie eine Wellness-Woche für den FC 05. Dem niederschmetternden 1:3 in Rain folgten binnen acht Tagen, BFV-Pokal inklusive, drei Siege. Dass das 3:2 (2:2) gegen den SV Heimstetten alles andere als ein Husarenstreich war, dürfte den Schweinfurtern ziemlich egal sein. "Dass die Mannschaft das noch hingebogen hat, war psychisch gut", musste sich Trainer Timo Wenzel sprachlich ganz schön verrenken auf der Suche nach dem Positiven neben den drei Punkten. "Mir sind heute einige graue Haare mehr gewachsen", sagte da ein bisschen mehr aus über das, was Fußballer dann halt einen Arbeitssieg nennen.

    Dabei hätte es bei etwas mehr Konzentration der Schufterei gar nicht bedurft in diesem etwas seltsamen Spiel. Seltsam im Hinblick auf den Vergleich eines Titelfavoriten mit dem Tabellenletzten, der freilich nicht wie ein solcher auftrat. Tolle Auftakt-Viertelstunde Schweinfurt, 2:0-Führung. Gäste aus Heimstetten, die das überhaupt nicht juckt, die munter die Offensive suchen und mit dem 2:2-Ausgleich belohnt werden. Und wiederum Nullfünfer, die sich die Aufholjagd der Oberbayern merkwürdig passiv anschauen - fast schon ohne Gegenwehr.

    Heimstetten nutzt seine erste Chance

    Da musste auch der Schweinfurter Linksaußen Amar Suljic den Kopf schütteln. "Wir haben anfangs so gut gespielt und uns dann das Leben selbst schwer gemacht. Das war nicht das, was wir spielen wollten, das war schlecht." Es hatte eigentlich alles so fein ausgesehen. Freistoß Sascha Korb, Kopfball Lamar Yarbrough, 1:0 (7.). Zu kurz herausgeköpfter Ball von Heimstetten, Amar Suljic nimmt ihn aus der Luft, trifft in den Winkel, 2:0 (15.). Dann aber nutzte Heimstetten seine erste Chance: Fabian Cavadias schickt Fabio Sabbagh, der eiskalt, 2:1 (17.). Und nach etlichen weiteren Gäste-Möglichkeiten tatsächlich der Ausgleich, als Stefan Reuter eine Cavadias-Vorlage nutzt (40.).

    Engagierte Gäste machten dem FC 05 das Leben schwer: Hier klärt der Heimstettener Tim Schels (links) vor dem Schweinfurter Tim Danhof (grün), im Hintergrund schauen Adam Jabiri (FC 05) und Alexander Spitzner (SVH) zu. Foto: Marion Wetterich

    Dass es so leicht sein würde, gegen den FC 05 Tore zu schießen überraschte zwar Viele der 1140 Zuschauer, nicht aber SVH-Coach Christoph Schmitt: "Wir haben das in dieser Phase sensationell gespielt. Wir haben technisch hochbegabte Spieler in unseren Reihen, wenn die erst einmal mit dem Ball in Bewegung kommen, sind wir schwer zu verteidigen. Das war keine Schweinfurter Schwäche, das war unsere Stärke." Hoppla, ganz schön selbstbewusst für den Trainer einer Mannschaft, die unlängst noch mit einem 0:2 in Aubstadt gut bedient gewesen war. Aber der Mann hatte recht. Das musste auch sein 05-Kollegen Timo Wenzel abnicken: "Heimstetten hat es uns vorgemacht, hat einfach und schnell gespielt, gut die Halbräume genutzt. Das war einmal mehr eine Lehrstunde für meine Mannschaft."

    "Das waren letzte Saison die Spiele, die uns den Kopf gekostet haben."
    FC-05-Trainer Timo Wenzel zum möglichen späten Ausgleich

    Die nicht zum ersten Mal in dieser Saison eine schärfere Pausen-Ansprache von Wenzel bedurfte. Die schnell fruchtete: Nach einem Korb-Freistoß war Marco Fritscher plötzlich frei und traf aus spitzem Winkel (48.). Und diesmal setzte der FC 05 nachhaltig aktiv nach. Blieb aber in seinem Mühen unbelohnt - weil Tim Danhof nach Suljic-Flanke das Abspiel statt es Abschlusses suchte (66.),  der eingewechselte Benedict Laverty sich zwar erst den Ball energisch erkämpfte, aber aus fünf Metern Torwart Maximilian Riedmüller in die Arme spielte (79.) und später noch Riedmüller zu einem unglaublichen Reflex zwang (87.; an die Latte), und weil Suljic aus fünf Metern ebenfalls in diesem starken Schlussmann seinen Meister fand (90.+2).

    Was alles umso ärgerlicher gewesen wäre, wäre Tim Schels beim einzigen Gästekonter der zweiten Halbzeit nicht an 05-Keeper Luis Zwick gescheitert wäre (89.). "Das waren letzte Saison die Spiele, die uns den Kopf gekostet haben", erinnerte Wenzel daran, dass Abschlussschwäche und Leichtsinn keine neuen Weggefährten sind, nur eben aktuell keinen gröberen Unfug anrichten.

    Fritscher, Suljic und die Mentalität als Lichtblicke

    Lamar Yarbrough und Lukas Billick wirkten in der Innenverteidigung nicht sattelfest, über Christian Köppels links Abwehrseite passierten beide Treffer. Davor räumten Sascha Korb und Pius Krätschmer schon mal besser ab. Und Mohamad Awata war zwar zentral bemüht, aber keineswegs so durchschlagskräftig wie in Rosenheim. Ganz vorn war Adam Jabiri 90 Minuten lang abgemeldet, zog mit seiner intensiven Spielweise aber wenigstens meist zwei Gegner auf sich. Lichtblicke waren rechts hinten Fritscher und links vorne Suljic sowie die Mentalität der gesamten Mannschaft nach Wiederbeginn. Etwas schmutzigere Siege wollen schließlich erkämpft werden. 

    Die Statistik des Spiels
    Fußball, Regionalliga Bayern
    FC 05 Schweinfurt - SV Heimstetten 3:2 (2:2)
    Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Billick, Yarbrough, Köppel - Korb, Krätschmer - Danhof (87. Ramser), Awata (71. Laverty), Suljic - Jabiri.
    Heimstetten: Riedmüller - Spitzer, Günzel, Hintermaier - Cavadias, Reuter (72. Gartmann), Sabbagh, Schels, Hannemann - Müller (76. Michalz), Riglewski (81. Rojek).
    Schiedsrichter: Stefan Treiner (Neuburg a. d. Donau). Zuschauer: 1140. Tore: 1:0 Lamar Yarbrough (7.), 2:0 Amar Suljic (15.), 2:1 Fabio Sabbagh (17.), 2:2 Stefan Reuter (40.), 3:2 Marco Fritscher (48.). Gelb: Korb, Billick, Jabiri - Hintermaier, Schels, Günzel.

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