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    FUSSBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Wie FC-05-Keeper Luis Zwick zum Matchwinner wurde

    Sicherer Rückhalt: FC-05-Keeper Luis Zwick (blaues Trikot) ließ die Schaldinger um Michael Pillmeier so manches Mal verzweifeln. Foto: Andreas Lakota

    Kaum hatte Schiedsrichter Eduard Beitinger den Schlusspfiff ertönen lassen, stürmten die Nullfünfer nach dem hart erkämpften 2:1-(2:0)-Erfolg gegen den SV Schalding-Heining auf Luis Zwick zu, der sich irgendwie auf den Beinen halten musste - so energiegeladen waren die Umarmungen seiner Kameraden, die sich mal kurz all die Anspannung aus dem Leib brüllten. Doch Zwick blieb cool. So cool wie ein paar Minuten zuvor, als er die letzte SVS-Chance irgendwie noch vereitelte. Sein Reflex, als er blitzschnell in die Ecke tauchte und den Schuss von Fabian Schnabel doch noch ins Toraus lenkte - wurde zur Heldentat (90.+2). 

    Der 25-Jährige selbst, den in der Folge auch viele andere Anwesende noch - völlig zurecht - aufs imaginäre Podest heben sollten, lächelte kurz, um dann ganz demütig zu sagen, was Fußballer in solchen Situationen öfter mal sagen: "Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Das ist einfach das, was einen Torwart ausmacht. Auch wenn man nur eine, zwei oder drei Aktionen hat, muss man hellwach sein. Bei dem Elfmeter, der zum 1:2 geführt hat, dürfen wir uns nicht so ungeschickt anstellen." Dass die Hilfe des Schlussmanns noch bitter nötig sein würde, hätten die wenigsten der 939 Zuschauer am Reuthinger Weg in den ersten 45 Minuten für möglich gehalten. Das Team von Trainer Timo Wenzel ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Geduldig wurde kombiniert, bis genügend Platz war, um die mutigen Niederbayern doch mal in Bedrängnis zu bringen. 

    Schalding verkürzt vom Punkt

    Dass die Schaldinger zunächst mit einer ihrer eigenen Waffen geschlagen wurden - Adam Jabiri verwertete einen langen Ball von Sascha Korb (25.), war Teil von Wenzels Plan. Der ging auch deshalb auf, weil die Mannschaft stark reagierte, als ersichtlich wurde, dass die Hausherren keinesfalls Mauern um den eigenen Sechzehner ziehen würden. "Da mussten wir blitzschnell switchen. Unser Ziel war natürlich, dass wir Bälle hinter die Kette spielen", erklärte der Ex-Profi, als die drei Punkte schon auf das Konto der Nullfünfer gewandert waren. 

    Dass dieser Auswärtssieg den Schweinfurtern, für die Spielgestalter Pius Krätschmer nach einem unnötigen Foul von Christian Piermayr an Adam Jabiri vom Punkt aus nachgelegt hatte (37.), nochmal fast entglitt, war den Spielern hernach egal. Sie feierten mit den Fans am Zaun, während ihr Coach - erleichtert, aber wahrlich weniger glücklich - schonungslos ansprach, was nicht passte. Es war das Defensiv-Verhalten. Die Franken ließen die wackeren Gastgeber nach der Pause gewähren. Die nahmen diese feierlich überreichte Einladung an und drückten. Der Anschlusstreffer fiel, als Referee Beitinger nach einem recht harmlos wirkenden Zweikampf zwischen Benedict Laverty und SVS-Akteur Schnabel zum zweiten Mal auf den Punkt gedeutet hatte. Aller Protest half nicht, Stefan Rockinger verwandelte sicher (84.). 

    "Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Das ist einfach das, was einen Torwart ausmacht."
    FC-05-Schlussmann Luis Zwick über seine Parade in der Nachspielzeit

    "Ich hätte auch gedacht, dass er das für uns pfeift", meinte Wenzel, während sein Gegenüber Stefan Köck von einem berechtigten Elfmeter sprach: "Wie beim ersten Elfer läuft der abwehrende Spieler seinem Gegner ohne Bedrängnis in die Beine." Nun wurde es ein Schlagabtausch mit offenem Visier. Beide Kontrahenten wollten unbedingt nachlegen. Dass - trotz bester Chancen auf beiden Seiten - niemand mehr einen Ball aus dem Netz fischen musste, war der Verdienst der Torhüter. Mit einem kleinen Unterschied: SV-Keeper Markus Schöller ging mit hängendem Kopf vom Rasen, während sich Zwick vor lauter Glückwünschen kaum retten konnte. Schließlich hatte er dafür gesorgt, dass aus einem Sieg mit fadem Beigeschmack nicht noch ein irgendwie ungenießbares Unentschieden wurde.

    Die Statistik des Spiels
    Fußball, Regionalliga Bayern
    SV Schalding-Heining - FC 05 Schweinfurt 1:2 (0:2)
    Schalding-Heining: Schöller - Tiefenbrunner, Dantscher, Piermayr (61. Jünger), Kurz - Knochner, Huber - Schnabel, Rockinger, Stockinger (73. Brückl) - Pillmeier.
    Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Yarbrough, Billick, Köppel - Korb, Ramser - Danhof (75. Laverty), Krätschmer, Suljic (81. Lo Scrudato) - Jabiri (61. Maderer).
    Schiedsrichter: Eduard Beitinger (DJK Regensburg 06). Zuschauer: 939. Tore: 0:1 Adam Jabiri (25.), 0:2 Pius Krätschmer (37., Foulelfmeter), 1:2 Stefan Rockinger (84., Foulelfmeter). Gelb: Huber, Tiefenbrunner - Laverty.

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