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    FUßBALL: LANDESLIGA

    Der Dino FTS kehrt nach vier Jahren zurück

    Gewohntes Bild in der letzten Saison: FTS-Trainer Adrian Gahn (schwarzes Shirt) inmitten seiner feiernden Mannschaft. Foto: Michael Bauer

    Die Turner sind wieder zurück in der Landesliga. Nach vier Jahren in der Bezirksliga Ost und der Kreisliga spielen die rot-weißen Schweinfurter wieder in der Liga, in die sie nach ihrem eigenen Selbstverständnis und der Historie auch hingehören. Dass der Sprung allerdings binnen zwei Jahren – sprich mit zwei Meisterschaften in Folge – gelingt, nachdem man bis in die Kreisliga gefallen war, kommt freilich überraschend.

    Natürlich hatten die Turner vor der Saison frech propagiert, unter die ersten Fünf kommen zu wollen. Als Aufsteiger mit großer Euphorie im Gepäck sicher nicht abwegig, zumal der Kader nahezu zusammengeblieben war und mit namhaften Neuzugängen wie Niklas Saal, Rico Geiling oder Simon Mai verstärkt wurde. Sportleiter Ernst Gehling und Cheftrainer Adrian Gahn, der als Meistercoach in seine zweite Spielzeit startete, waren überzeugt von der Qualität der Mannschaft. Und die Turner ließen ihren forschen Worten schnell Taten folgen und legten einen Raketenstart hin.

    Mit 15 Punkten aus fünf Spielen katapultierten sich die Turner direkt an die Spitze der Bezirksliga, ließen unter anderem den designierten Meister aus Gochsheim oder Aufstiegsanwärter SV-DJK Oberschwarzach/Wiebelsberg alt aussehen. „Es waren fünf Topgegner zum Auftakt. Aber die Lokomotive ist ins Laufen gekommen und war nur noch schwer zu bremsen“, erinnert sich Gahn, dessen Team sich nicht auf den ersten Erfolgen ausruhte, sondern bis zur Winterpause das angeschlagene Tempo und Level hielt. Satte sieben Zähler hatten die Rot-Weißen schon zwischen sich und die Konkurrenz gelegt. Sportlich schienen sie sich unaufhaltsam in die Landesliga zu katapultieren.

    Doch menschlich setzte es im Winter einen nicht erwarteten Tiefschlag, als „die gute Seele des Vereins“, Heinz Holzer, überraschend verstarb. Der Mitt-80er hatte die Mannschaft seit Jahren begleitet, hatte großen Anteil an Gahns Rückkehr zu den Turnern. Er brachte meist während Gahns Ansprachen Obst und Süßigkeiten in die Kabine. „Sein Tod hat uns schwer getroffen. Seit er nicht mehr da ist, fehlt etwas“, sagt der Trainer traurig. Noch immer warte er darauf, dass die Türe aufgehe und er hereinkomme. Doch das wird nie mehr passieren.

    Nicht absehbar sei in diesen Momenten gewesen, wie die Mannschaft damit umgehe. Doch wie bei weiteren Schicksalsschlägen, die einzelne Spieler im Laufe der Saison erlitten, hielten die Schweinfurter von der Maibacher Höh' fest zusammen und hievten sich gemeinsam aus dem Tal. „Nicht die größten Erfolge schweißen zusammen, sondern negative Erlebnisse. Das zeichnet Mannschaftssport aus. Sich gegenseitig helfen und auffangen“, so Gahn, der allerdings nicht wusste, welche Auswirkungen Holzers Tod haben würde.

    Letztlich keine. Zwar verspürte der Tabellenführer nach den beiden Auftaktremis gegen Oberschwarzach/Wiebelsberg und Krum und der anschließenden Spielpause schon einen gewissen Druck, doch mit dem 3:0 bei Gahns Ex-Team Münnerstadt lief der FT-Express wieder. Der Spitzenreiter überzeugte fußballerisch mit immenser Offensivpower und defensiver Stabilität. Die Breite des Kaders kompensierte mehrere Verletzungen. Zum Verwandeln des ersten Meister-Matchballs brauchten die Turner allerdings Bad Kissinger Hilfe. Nach dem eigenen Remis am Samstag gegen Thulba waren es die Saalestädter, die mit dem Unentschieden in Gochsheim die FTS zum Meister machte. „Wir merkten, dass es, wenn wir nicht alles geben, nicht reicht“, ärgerte sich Gahn. Schließlich war alles bereitet für die Meisterfeier.

    Die holten seine Kicker dann aber zügig nach und ließen es wie im Vorjahr entsprechend krachen. Und das nach dem Pokalsieg gegen Oberschwarzach/Wiebelsberg sogar als Double-Sieger. „Die Feierlichkeiten waren sogar einen Tick leidenschaftlicher“, erinnert sich Gahn, dessen Hunger aber noch lange nicht gestillt ist. Auch in der Landesliga möchte sein Team für Furore sorgen. Immens sei die Vorfreude. Vor allem auf die gemeinsamen Busfahrten und die attraktiven Gegner. Es könnte der Anfang einer neuen Landesliga-Ära sein. Lust darauf hätten Gahn und die Mannschaft.

     

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