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    EISHOCKEY: BAYERNLIGA

    Der ERV Schweinfurt bleibt im Januar ohne Punkt

    Beim Abstiegsrunden-Heimspiel gegen Pfaffenhofen gab es kleine Lichtblicke. Warum für die Mighty Dogs dennoch nichts Zählbares heraussprang.
    Zeigte sich verbessert: Das Team um Andreas Kleider (ganz rechts), der den kranken Coach Zdenek Vanc vertrat, konnte die Niederlage gegen Pfaffenhofen dennoch nicht verhindern. Foto: Marion Wetterich

    Eishockey

    Bayernliga Abstiegsrunde

     

    ESC Geretsried – ESC Dorfen 5:2  
    EHC Königsbrunn – EA Schongau 13:0  
    ERV Schweinfurt – EC Pfaffenhofen 1:3  

     

     

    1. (1.) ESC Geretsried 6 29 : 15 17  
    2. (2.) TSV Peißenberg 6 25 : 18 13  
    3. (3.) EC Pfaffenhofen 6 26 : 23 12  
    4. (4.) EHC Königsbrunn 6 32 : 12 11  
    5. (5.) ESC Dorfen 6 17 : 24 7  
    6. (7.) ERV Schweinfurt 5 10 : 24 0  
    7. (6.) EA Schongau 5 9 : 32 0  

     

    ERV Schweinfurt – EC Pfaffenhofen 1:3 (1:2, 0:1, 0:0)

    Die gute Nachricht zuerst: Im Spiel gegen Pfaffenhofen zeigten die Schweinfurter Mighty Dogs Leidenschaft und Einsatzwille – und präsentierten sich als Einheit. Damit zeigte die Truppe, die anstelle des erkrankten Zdenek Vanc von Andreas Kleider als Spielertrainer gecoacht wurde, zumindest die Minimaltugenden, die im Abstiegskampf gefragt sind.

    Damit gewann die Mannschaft deutlich an Kredit bei den allerdings immer weniger werdenden Zuschauern zurück. Mehr aber auch nicht. Denn die Partie gegen mit nur 13 Feldspielern angereiste Pfaffenhofener ging letztlich nicht unverdient mit 1:3 verloren, wobei allerdings auch eine Portion Pech sowie eine starke Leistung des EC-Goalies Philipp Hähl hinzukam.

    Zu Beginn allerdings waren es wieder einmal die eigenen, altbekannten Unzulänglichkeiten, die die Hausherren ins Hintertreffen brachten. Als sich nach 74 Sekunden zum ersten Mal an diesem Abend die Tür zur Strafbank öffnete, witzelte ein ERV-Anhänger: „Jetzt wird es gefährlich für uns.“

    Der EC schlägt früh zu

    Als es 82 Sekunden später tatsächlich 0:1 (3.) stand, war allen das Lachen vergangen. Diese Szene zeigte zwei Dinge: Erstens, dass das Schweinfurter Powerplay trotz intensiver Übungseinheiten und unterschiedlichster Personalkonstellationen offensiv wie defensiv nicht im Ansatz funktioniert. Zweitens, dass diese Tatsache mittlerweile so tief in den Köpfen der Spieler und Zuschauer steckt, dass sie zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird. Das Ergebnis, der wieder einmal frühe Rückstand des ERV, wirkte ebenso wie ein Déja-vu wie der Name des Torschützen: Nick Endreß hatte bereits in der Hauptrunde vier Treffer beim 7:3-Sieg der Pfaffenhofener in Schweinfurt erzielt. Auch hier hätte man also gewarnt sein können.

    War man aber nicht. Und so ließen die Schweinfurter Endreß vor dem 1:2 (9.) viel zu viel Platz, den dieser problemlos zur erneuten Gästeführung nutzte. Den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte, wie zuletzt häufig, Jeffrey Murray durch eine Einzelaktion besorgt (5.).

    „Für uns waren das wichtige drei Punkte im Kampf um Platz zwei. Im ersten Drittel waren wir die bessere Mannschaft. Den Rest des Spiels standen wir dann meist hinten drin und können uns bei unserem Goalie bedanken“, so Gästetrainer Christopher Heid. Denn spätestens ab dem Mitteldrittel griff das, was Andreas Kleider seiner Mannschaft gar für das ganze Spiel attestierte: „Das war eine komplett andere Mannschaft als zuletzt. Alle haben gekämpft. Jetzt fehlt uns noch das Glück, dass auch mal ein Schuss einfach reingeht. Wenn wir im Training da weitermachen, wo wir heute aufgehört haben, sind wir auf einem guten Weg.“

    Grundsätzlich richtig. Aber dieses Glück muss man sich zunächst auch vor allem in der Defensive erarbeiten, den eigenen Kasten sauber erhalten, um dann vorne im Abschluss auch nicht ständig unter Zugzwang zu stehen. Die kämpferische Leistung, die auch erwartet werden darf, sollte daher nicht gleich überhöht werden.

    Dennoch konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Trennung von Maurice Köder, Domantas Cypas und Kevin Faust (alle nach Haßfurt) als Maßnahme Wirkung gezeigt hat. Der Rest des Teams, dem am Freitag noch die verletzten Stürmer Oleg Seibel, Pierre Kracht und Jonas Manger fehlten, präsentierte sich zumindest über zwei Drittel wesentlich laufbereiter und giftiger in den Zweikämpfen als zuvor.

    So brachten die Gäste nur noch wenige Schüsse aufs Tor, einen in Überzahl dann allerdings zum 1:3-Endstand hinein (35.). Die Mighty Dogs probierten bis zum Ende viel, suchten, außer in Überzahl, immer wieder die Abschlüsse, blieben aber glücklos. Ein wenig Glück hatte der ERV dann aber doch noch, dass er sich trotz der Niederlage vom Tabellenende verabschieden konnte.

    Durch das 0:13 der Schongauer in Königsbrunn, tauschten diese den Platz mit den Mighty Dogs. Sollte es zu dem wahrscheinlichen Aufeinandertreffen dieser beiden Teams in den Play-Downs kommen, hätte der ERV nach derzeitigem Stand also Heimrecht in der Best-Of-Five-Serie. Doch auch das kann den Januar, in dem der ERV ohne Punktgewinn blieb, nicht wirklich besser machen.

    Schweinfurt: Kessler – L. Kleider, Schneider, Babinsky, A. Kleider, Pfister, Heckenberger – Ozollapa, Murray, Kouba, Marquardt, Nold, Grüner, Fröhlich, Bär, Adam.

    Tore: 0:1 (3.) Nick Endreß (Jakob Fardoe, John Lawrence 4-5), 1:1 (5.) Jeffrey Murray, 1:2 (9.) Nick Endreß (John Lawrence, Tim Lohrer), 1:3 (35.) Friedrich Kolesnikov (Jakob Fardoe, Nick Endreß 5-4). Strafzeiten: 8/6. Schiedsrichter: Marius Voigt (P. Fiala, J. Kaderabek). Zuschauer: 391.

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