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    BFV-POKAL: ACHTELFINALE

    Duell zwischen Jabiris Herzensklubs

    Ehrgeiziger Stürmer: Adam Jabiri. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Er kennt das Gefühl, dreimal in Folge bayerischer Pokalsieger zu sein. Seine Schweinfurter Kollegen noch nicht ganz. Der FC 05 feierte den Cup-Erfolg 2017 und 2018, Adam Jabiri stemmte den Pott unmittelbar zuvor schon mit den Würzburger Kickers. Und nun will der Stürmer, der 2016 kurvenreiche 81 Kilometer den Main aufwärts aus dem roten in ein grünes Trikot schlüpfte, dieses Gefühl zusammen mit den Nullfünfern erleben.

    Wohlwissend, dass es in dieser Runde etwas schwerer werden könnte angesichts der immer noch prominenten Besetzung mit den sich bislang keine Blöße gebenden Drittligisten Würzburg, Unterhaching und 1860 München.

    Ein besonderes Spiel für Jabiri

    Dass ausgerechnet „die beiden Vereine, die mir am Herzen liegen“, am Mittwoch (19 Uhr, Willy-Sachs-Stadion) im BFV-Pokal-Achtelfinale aufeinandertreffen, „macht das zu einem ganz besonderen Spiel für mich“, sagt Jabiri – und verspricht: „Ich werde versuchen, mit Schweinfurt zu gewinnen.“

    Auch wenn da halt immer noch irgendwie zwei Herzen in der Brust des 34-Jährigen schlagen und die Emotionen erst einmal geordnet sein wollen. Zweimal war er ein Roter, zum zweiten Mal ist er ein Grüner. Dazwischen lagen die Stationen Großbardorf, Erfurt, Hoffenheim (ein Bundesliga-Spiel), Heidenheim und Worms. Eines hat der Kitzinger dabei nie verloren: „Den Respekt vor meinen Ex-Vereinen.“ Auch wenn das die Fans, gerade wenn es um die Kickers und die Nullfünfer geht, nicht immer verstünden. So will er zwar nicht „in Kickers-Erinnerungen schwelgen“, betont aber: „Es war eine schöne Zeit da.“

    Kaum altbekannte Gesichter beim Gegner

    Auf altbekannte Gesichter trifft er in der nach dem Zweitliga-Auf- und sofortigen Wiederabstieg zweimal runderneuerten Kickers-Mannschaft nicht. Mit Ausnahme des gerade erst zu den Würzburgern zurückgekehrten Peter Kurzweg. Mit ihm war Jabiri letzte Woche erst Essen. „Wir freuen uns beide auf das Derby, trotz aller Rivalität aber absolut freundschaftlich.“ Für die Analyse danach ist noch nichts ausgemacht, einem der beiden wird ja erst einmal der Appetit vergangen sein.

    Dass dies Kurzweg sein könnte, hält der Torschützenkönig der abgelaufenen Regionalliga-Saison (27 Treffer) nicht für ausgeschlossen, auch wenn er sagt: „Wir müssen uns nichts vormachen, individuell sind die Kickers besser besetzt.“ Jedoch: „Wir müssen mannschaftlich geschlossen alles raushauen, das Stadion muss ein Hexenkessel sein.“ Dass die Schweinfurter zuletzt etwas mehr Pokal-Erfahrung haben sammeln können sei möglicherweise ein Vorteil – Siege gegen Zweitligist Sandhausen und Drittligist Unterhaching, sowie starke Auftritte gegen die Bundesligisten Frankfurt und Schalke zeugten davon, dass solche Alles-oder-Nichts-Duelle den Nullfünfern liegen.

    Beide Klubs sind nicht miteinander vergleichbar

    Vergleichen mag Jabiri den Weg der beiden unterfränkischen Vorzeigeklubs („das ich die letzten vier Jahre höherklassig in der Heimat spielen konnte, haben diese zu den schönsten meiner Karriere gemacht“) nicht: „Bei den Kickers ging die Professionalisierung von 0 auf 100. Der Schweinfurter Weg ist ein anderer. Unter Präsident Markus Wolf geht es eher stetig bergauf.“ Dass es in der aktuellen Saison trotz der bis dato ebenfalls ungeschlagenen Münchner Bayern-Reserve endlich mit der Meisterschaft und auch dem Aufstieg klappen könnte, will Jabiri nicht ausschließen, spricht aber nicht gerne darüber: „Im Fußball kann so viel passieren. Wir wollen, so lange etwas möglich ist, dran bleiben. Wir müssen erst einmal dahin kommen, konstant unsere Leistung zu bringen. Ich habe es gelernt, demütig Fußball zu spielen, ich freue mich über jeden Einsatz.“

    Denn seit seinem Schien- und Wadenbeinbruch in der Partie von Wormatia Worms gegen Eintracht Frankfurt II am 5. Oktober 2012 und der folgenden einjährigen Zwangspause weiß der 1,87 Meter große klassische Mittelstürmer, wie schnell es vorbei sein kann: „Ich bin inzwischen tiefenentspannt und genieße die Zeit. Ich verfalle nicht nach einem guten Spiel gleich in Euphorie, um eine Woche später in tiefe Depression zu verfallen.“

    Auf dem Platz freilich kennen die Fans den Architektur-Ingenieur als unermüdlichen Wühler – der sich ganz gut vorstellen kann, seine Laufbahn beim FC 05 zu beenden. Die Entscheidung über die Vertragsverlängerungen treffen Verein und Spieler aber Jahr für Jahr neu.

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