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    FUSSBALL: REGIONALLIGA BAYERN

    Warum der FC 05 in Schalding doch noch zittern musste

    Vierkampf um den Ball zwischen den Schaldingern Michael Pillmeier (links) und Nico Dantscher sowie den Schweinfurtern Lamar Yarbrough und Adam Jabiri. Foto: Andreas Lakota

    Insgesamt fast sechs Minuten Nachspielzeit musste der FC 05 Schweinfurt beim 2:1 (2:0) am Reuthinger Weg in Schalding rechts der Donau überstehen. Dann war das Punktekonto um drei Zähler reicher - und Coach Timo Wenzel um ein paar graue Haare. "Das kann nicht sein. Wir führen mit 2:0 und haben uns dann in der zweiten Halbzeit viel zu tief fallen lassen. Das kriegen wir nicht in den Kopf, dass wir eigentlich befreit aufspielen können." 

    • Das Spiel in allen Einzelheiten: Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen.

    Harte Worte des früheren Verteidigers, die aber an diesem schönen Sommerabend durchaus ihre Berechtigung hatten. Bis zum Gang in die Kabinen hatte sein Team nämlich wie der sichere Sieger ausgesehen. Geduldig warteten die Schweinfurter, bis sich die Lücken in der Schaldinger Hintermannschaft auftaten. Dann spielte Sascha Korb den Ball hoch und weit auf den gestarteten Adam Jabiri, der seinen Bewachern davonrannte und Torwart Markus Schöller beim 0:1 sogar noch tunnelte (25.). Zuvor hatten die deutlich offensiver als erwartet auftretenden Gäste durch Michael Pillemeier (3.) und Stefan Rockinger (7.) beste Chancen gehabt. Es wurde das zuvor prophezeite Geduldsspiel. 

    Schaldinger kämpfen sich in die Partie

    Zumindest bis Christian Piermayr Nullfünf-Sturm-Solist Adam Jabiri im Strafraum legte - und Pius Krätschmer sicher verwandelte (37.). "Das war völlig unnötig", echauffierte sich SVS-Spielertrainer Stefan Köck, "da läuft er dem Stürmer ungeschickt in die Beine." Den Schweinfurtern war das egal. Sie bestimmten mehr und mehr aus ihrer sicheren Abwehr heraus das Spiel - bis der Bruch kam. 

    "Beide Torhüter waren absolut weltklasse!"
    FC-05-Coach Timo Wenzel über die Leistung der Schlussmänner

    Die Niederbayern, die in diesem Spiel nie mit ihren berühmt-berüchtigten zwei voreinander stehenden Fünferketten agierten, kämpften sich zurück. Schließlich hätte ihnen ein Punktgewinn durchaus gut getan. "Wir lassen Schalding in diesen Situationen einfach spielen. Das darf nicht sein. Beim Freilaufen ohne Ball sind sie brutal stark", monierte Wenzel, während seine Elf nach einem kurzen Sieger-Tanz auf dem Feld mit den Fans den Auswärtssieg feierte. 

    Luis Zwick sichert den Zittersieg

    Dass der nicht höher ausfiel, lag daran, dass SV-Schlussmann Schöller - vor gut einem Jahr zu Hause gegen Schweinfurt noch einer der Unsicherheitsfaktoren - immer wieder über sich hinauswuchs. Erst parierte er gegen Stefan Maderer, der einen Befreiungsschlag von Luis Zwick fast verwertet hätte (70.), um später einen Schlenzer von Maderer bravourös zur Ecke zu lenken (90.+6). Dass der Erfolg überhaupt zu Stande kam, war Verdienst von Zwick, der den eingewechselten Andreas Jünger (88.) zur Verzweiflung brachte und während der offiziell fünfminütigen Nachspielzeit blitzschnell unten war, als Fabian Schnabel im Sechzehner abzog (90.+2). Nur einmal war er geschlagen: bei einem von Benedict Laverty an Fabian Schnabel verschuldeten Foulelfmeter, den Stefan Rockinger verwandelte (84.).

    Eigentlich hätte Schnabels später Schuss der Ausgleich sein müssen. Eigentlich. "Luis hat uns im Spiel gehalten. Ich muss allerdings sagen, dass beide Torhüter weltklasse waren", erklärte der FC-05-Coach. Der dann - ganz artig - bei der Pressekonferenz noch lobende Worte für die Leistung der grün-weiß gekleideten Niederbayern fand. Sein Gegenüber war trotzdem sichtlich geknickt. "Das ist jetzt ein undankbares Lob. Wir haben ja keine Punkte. Wir haben auch gegen Ende den Kopf nicht verloren. Die Mannschaft hat einfach alles reingeworfen." Das tat auch Luis Zwick - der Mann, der dem FC 05 den Sieg rettete, der unnötigerweise doch noch zum Zittersieg wurde.

    Die Statistik des Spiels
    Fußball, Regionalliga Bayern 
    SV Schalding-Heining - FC 05 Schweinfurt 1:2 (0:2)
    Schalding-Heining: Schöller - Tiefenbruner, Dantscher, Piermayr (61. Jünger), Kurz - Knochner, Huber - Schnabel, Rockinger, Stockinger (73. Brückl) - Pillmeier.
    Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Yarbrough, Billick, Köppel - Korb, Ramser - Danhof (75. Laverty), Krätschmer, Suljic (81. Lo Scrudato) - Jabiri (61. Maderer). 
    Schiedsrichter: Eduard Beitinger (DJK Regensburg 06). Zuschauer: 939. Tore: 0:1 Adam Jabiri (25.), 0:2 Pius Krätschmer (37., Foulelfmeter), 1:2 Stefan Rockinger (84., Foulelfmeter). Gelb: Huber, Tiefenbrunner - Laverty.

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