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    KEGELN

    Eisenbahner ohne jede Chance

    Sein Sieg blieb letztlich nur Ergebniskosmetik: Daniel Eberlein von Gut Holz Schweinfurt. Foto: Alexander Rausch

    Überraschend einseitig verlief das Derby der Zweiten Kegel-Bundesliga Nord/Mitte zwischen Gut Holz Zeil und dem ESV Schweinfurt. Gegen die Gastgeber, bei denen drei Akteure die magische 600er-Marke übertrafen und damit den letztlich entspannten Weg zum Sieg ebneten, blieb die Schweinfurter Equipe um Mannschaftsführer Daniel Eberlein beim 2:6 schlicht chancenlos.

    Dabei hatte das Duell der Lokalrivalen relativ ausgeglichen begonnen. Beide Teams holten im ersten Paar einen Mannschaftspunkt. Der seit Wochen in bestechender Form spielende Zeiler Holger Jahn besiegte souverän Schweinfurts Ersatzspieler Rüdiger Stephan, der zwar sein Möglichstes versuchte, aber letztlich ohne Anteile blieb. Es war Stephans erster Einsatz in dieser Saison. „Wir waren bisher noch in keinem Spiel vollzählig. Immer wieder fallen Leistungsträger aus aufgrund Krankheit oder Verletzung“, erklärte Mannschaftsführer Daniel Eberlein den erneuten Wechsel in der Aufstellung. Diesmal musste Stefan Roth passen. Momentan sei personell der Wurm drin.

    Frühzeitige Entscheidung

    Wenigstens holte aber Eberlein selbst, der damit drei seiner vier Einzelspiele in dieser Saison für sich entscheiden konnte, den eingeplanten Zähler und hielt das Spiel mit einer soliden Leistung offen. Zumindest vor dem zweiten Paar. Denn danach war die Partie nahezu entschieden. Patrick Löhr und Marco Endres ließen ihren Schweinfurter Kontrahenten mit jeweils 614 Holz nicht den Hauch einer Chance und schraubten nicht nur das Mannschaftsergebnis auf 3:1, sondern auch den Gesamtvorsprung auf 198 Holz. „Bei mir ist der Knoten geplatzt und Marco spielt zurzeit einfach bärenstark“, resümierte Zeils Patrick Löhr. Endres hatte in Liedolsheim (649) und Bamberg (647) nur knapp unter 650 Holz geworfen.

    „Das hatten wir uns ganz anders vorgestellt. “
    Daniel Eberlein, Mannschaftsführer des ESV

    Zeils Mannschaftsführer Olaf Pfaller machte dann mit einer soliden Leistung gegen Markus Krug den Deckel drauf. Schweinfurts Andreas Ruhl, an diesem Tag mit 605 Holz Bester seines Teams, holte gegen Zeils Duo Bastian Hopp und Pascal Österling den zweiten ESV-Punkt. „Bastian hat zu keiner Zeit zu seinem gewohnten Spiel gefunden. Deshalb haben wir ihn nach 80 Wurf durch Pascal ersetzt“, erklärte Löhr den Wechsel. Damit feierte Österling, der normalerweise für die zweite Mannschaft auf Holz-Jagd geht, seine Premiere in der Zweiten Bundesliga und hinterließ dabei einen passablen Eindruck.

    Mit Österling und dem Team, das einen nie gefährdeten Derbysieg feierte, freuten sich wieder rund 70 Zuschauer. „Das Kegeln in Zeil genießt hohes Ansehen. Andere Vereine, der Bürgermeister und auch Interessierte kommen regelmäßig vorbei. Nicht umsonst sprechen wir gerne vom ,Zeiler Hexenkessel' oder dem siebten Mann“, freut sich Löhr über die Unterstützung. Denn mit dieser möchten Gut Holz-Kegler unbedingt den Klassenerhalt schaffen, selbst wenn das eine Mammut-Aufgabe werden wird.

    ESV weiterhin sieglos

    Nach dieser Saison werden nämlich aus den aktuell vier zweiten Ligen drei Staffeln, weshalb fünf Teams nach der Spielzeit in die Bayernliga absteigen. Bisher liegen die Zeiler dabei absolut im Soll. „Wir sind mit unseren Leistungen zufrieden. In jeder der vier Partien haben wir über 3500 Holz gespielt, was relativ gut ist für die Liga. Unser Problem war nur, dass sowohl Liedolsheim als auch Bamberg jeweils Mannschaftsrekord spielten und wir beide Partien verloren“, so Löhr. Der aktuell fünfte Platz würde auch zu einem weiteren Jahr Zweite Liga berechtigen.

    Von diesem können die Schweinfurter momentan nur träumen. Als einziges Team sind sie in dieser Saison noch sieglos und stehen mit einem Zähler am Tabellenende. „Das hatten wir uns ganz anders vorgestellt. Vor allem in den beiden Heimspielen hatten wir uns einiges ausgerechnet. Beide gingen knapp verloren. Mit den Punkten stünden wir deutlich besser da“, ärgert sich Eberlein, dessen Team der Form des Vorjahres deutlich hinterherläuft. Dennoch müsse sein Team in den nächsten Wochen unbedingt punkten. Sonst sei der Abstieg wohl nicht mehr zu vermeiden. Doch damit beschäftigen sich die Schweinfurter Kegler noch lange nicht. Vielmehr ist personell Besserung in Sicht. Und dann hoffentlich auch punktetechnisch.

    Die Statistik des Spiels

    Kegeln, 2. Bundesliga Nord/Mitte Gut Holz Zeil – ESV Schweinfurt 6:2

    Ergebnisse: Holger Jahn – Rüdiger Stephan 4:0 (616:533), Marcus Werner – Daniel Eberlein 1:3 (562:589), Patrick Löhr – Holger Hubert 4:0 (614:555), Marco Endres – Karl-Heinz Nenninger 4:0 (614:521), Bastian Hopp/Pascal Österling – Andreas Ruhl 0:4 (516:605), Olaf Pfaller – Markus Krug 2,5:1,5 (582:537). Gesamt: 15,5:8,5 (3504:3340).

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